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20.06.2012, 12:27 Uhr

Hertha zieht Schlussstrich nach 35 Tagen

Berlin (dpa) - Nach 35 Tagen mit juristischen Auseinandersetzungen und quälender Ungewissheit hat Hertha BSC seinen sechsten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga akzeptiert und schaut nun nach vorn.

Nach dem verkündeten Verzicht auf einen Einspruch beim Schiedsgericht gegen die Wertung des Relegationsspiels gegen Fortuna Düsseldorf (2:2) konzentriert sich der mit 34,7 Millionen Euro verschuldete Zweitligist auf die Personalplanung für die neue Saison, die am Sonntag mit dem Trainingsauftakt beginnt.

Auflaufen wird auf der Trainingsgelände vorerst nur ein Rumpfteam. Wegen des juristischen Streits hat Hertha viel Zeit verloren und noch keine Transfers tätigen können. Aussortiert hat Manager Michel Preetz in Andrej Mijatovic (Ingolstadt), Tunay Torun (VfB Stuttgart), Christian Lell, Andreas Ottl und Patrick Ebert (neue Vereine offen) bisher ein Quintett, doch auch Änis Ben-Hatira soll laut Medienberichten vor dem Absprung stehen. Der Club Baniyas SC aus Abu Dhabi soll dem Stürmer angeblich sechs Millionen Euro für einen Vier-Jahres-Vertrag geboten haben.

Zweistellige Millionensummen erhofft sich Hertha durch den Verkauf seiner Perlen Raffael und Adrian Ramos, doch offenbar entsprechen die bisherigen Angebote noch nicht den Vorstellungen des Hauptstadtclubs. Ramos wird wegen Länderspielverpflichtungen mit Kolumbien ebenso ein verlängerter Urlaub eingeräumt wie Roman Hubnik, der mit dem tschechischen Team das EM-Viertelfinale erreicht hat. Dem Innenverteidiger drücken die Herthaner besonders die Daumen, denn mit jedem Tag bei der EM erhöhen sich die Abstellungskosten für den klammen Hauptstadtclub um 9300 Euro. Somit kassiert Hertha bisher für Hubnik rund 260 000 Euro und würde im Falle des Finaleinzugs der Tschechen sogar 353 000 Euro einstreichen können.

Akzeptiert

Berlin sieht keine Chance für eine Berufung vor dem Schiedsgericht. >

Das Gerüst der neuen Mannschaft soll für Neutrainer Jos Luhukay Spieler wie Hubnik, Thomas Kraft, Fabian Lustenberger, Ronny oder Peter Niemeyer bilden, die ihren Verbleib in Berlin auch in der 2. Liga signalisiert haben. Doch da Kraft und auch Lewan Kobiaschwili zum Saisonauftakt wegen der Vorkommnisse im Relegationsspiel gesperrt sind und der Wiedereinstieg von Stürmer Pierre-Michel Lasogga nach Kreuzbandriss auf sich wartenlässt, steht Luhukay vor einer Mammutaufgabe, ein schlagkräftige Mannschaft zu formieren.

Einige weitere Personalien sollen in den kommenden Wochen geklärt werden, so die Frage der Weiterbeschäftigung von Maikel Aerts oder Christoph Janker. Neu zum Team stoßen die Rückkehrer Marvin Knoll (Dynamo Dresden) und Daniel Beichler (SV Ried), die in der vergangenen Saison ausgeliehen waren, sowie der 17-jährige Kapitän des frisch gebackene deutschen B-Jugendmeisters Hany Mukhtar.

Wenn Hertha auch nach "eingehender, reiflicher Überlegung" davon Abstand nahm, das ständige Schiedsgericht anzurufen, so sind die juristischen Kämpfe gegen den DFB nicht ausgestanden. So wehrt sich Hertha gegen das Urteil des DFB-Kontrollausschusses, den Verein wegen der Vorfälle im Chaosspiel mit einer Geldstrafe von 50 000 Euro zu belegen und die Zahl der heimischen Fans im ersten Heimspiel der Zweitliga-Saison auf 15 000 zu begrenzen.

Das Relegations-Rückspiel am 15. Mai war unter skandalösen Umständen zu Ende gegangen. Nachdem zuvor sowohl aus dem Hertha-Block als auch von Düsseldorf-Fans Pyrotechnik abgebrannt und auf den Rasen geworfen wurde, hatten Zuschauer noch vor dem Schlusspfiff das Spielfeld gestürmt. Erst nach einer 20-minütigen Unterbrechung war die Partie fortgesetzt worden. Das 2:2 besiegelte den sportlichen Abstieg der Hertha. Das Sportgericht und das Bundesgericht des DFB hatten danach die Proteste der Berliner abgewiesen.

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12 Meinungen zu "Hertha zieht Schlussstrich"

  • scham0912
    Dienstag, 03.07.2012, 08:54 Uhr
    hacke6breit6 Nach deinem Beitrag muß man annehmen das dein Name Programm ist!
  • lilith0602
    Donnerstag, 21.06.2012, 12:40 Uhr
    Na klar würde Hertha vor jedem ordentlichen Gericht Recht bekommen. Das weiß auch der DFB, deshalb hat man 3 Instanzen, die beim DFB liegen, eingebaut. Somit können die "Möchtegern-Juristen" beim DFB schalten und walten wie sie wollen. Da wird Recht so hingebogen und gezogen, wie es den Herren beim DFB gerade so passt. Die sind noch im Mittelalter. Spannend wird die Sache nun aber mit KOBI. Die Pappnasen beim DFB haben ihm ja 7 Monate aufgebrummt. STARK hat eine Anzeige laufen und diese noch nicht zurückgenommen. Nun muss ein ziviles Gericht darüber entscheiden. Da dort noch das Recht gewahrt wird und nicht, wie beim Kasperlegericht des DFB, mit Füßen getreten wird, kann es sein, dass KOBI frei gesprochen wird. Bin mal gespannt, was die Pappnasen beim DFB dann machen...??? Wie gut der Superschiri STARK bei der EM war, ist ja allen bekannt. Dort hat man sein Talent sofort erkannt und ihn wieder nach Hause geschickt...!!! Jetzt kann er sich in Ruhe beim DFB ausheulen. Kann nur hoffen, dass die UEFA den DFB genauso saftig für die Bengalos bei der EM bestraft, wie die Herren "Richter" beim DFB auf die Vereine raufgehauen haben...!!! Vielleicht werden die dann mal wach.
  • Dubi1101
    Donnerstag, 21.06.2012, 10:33 Uhr
    Juristisch gesehen würde Hertha bei einem neutralen Gericht sogar Recht bekommen. Der DFB beruft sich auf Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters, der fehlende Eckfahnen und Löcher im Boden übersehen hat. Abgesehen von der "positiven" Platzerstürmung. Nur wie lange will man da klagen?
  • hacke6breit6
    Mittwoch, 20.06.2012, 15:00 Uhr
    Kann man den Verein nicht einfach ganz auflösen?
  • Wadgotia1933
    Mittwoch, 20.06.2012, 14:52 Uhr
    Endlich! Hertha hat das eigentlich Unvermeidliche eingesehen, wenn auch spät. Ob sich auch in dem Komplex Preetz was Entscheidendes tut?
  • 44baron
    Mittwoch, 20.06.2012, 14:22 Uhr
    Auf ein Neues, das wirklich Positive an dieser Geschichte ist das Hertha BSC wohl nicht mehr von Deutschland unfáhigste Schiri STARK geleitet wird.
Der eine kommt, der andere geht: Mike Hanke und Daniel Caligiuri (v.li.).

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