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10.08.2012, 17:27 Uhr

Kein Geisterspiel: Düsseldorf darf vor Fans spielen

Frankfurt/Main (dpa) - Fortuna Düsseldorf darf sein erstes Bundesliga-Spiel seit 15 Jahren nun doch vor Zuschauern austragen.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entschied in einer Berufungsverhandlung in Frankfurt/Main, dass der Aufsteiger in den ersten beiden Heimspielen der neuen Saison jeweils 25 000 Heim- und maximal 5000 Gästefans zulassen darf.

Aufgrund der Vorkommnisse im Relegationsrückspiel gegen Hertha BSC war der Verein im Juni zunächst zu einem Geisterspiel im Derby am 1. September gegen Borussia Mönchengladbach verurteilt worden.

"Wir müssen abwägen, ob das Urteil wirklich eine Verbesserung ist. Jubeln tut hier jedenfalls niemand. Wir wissen noch nicht, ob wir das Urteil akzeptieren und müssen alle übers Wochenende nachdenken", sagte Düsseldorfs Finanzvorstand Paul Jäger.

Der Vorstandsvorsitzende Peter Frymuth kündigte an, am "Montag oder Dienstag Stellung zu beziehen", ob der Verein noch einmal in Berufung gehen wird oder nicht. "Gut ist schon einmal, dass wir vom Geisterspiel runter sind", meinte er. "Das zeigt, dass das Sportgericht unserer Argumentation gefolgt ist. Es wäre emotional ein schwerer Schlag gewesen, und das ist eingeflossen in das Urteil."

Verglichen mit dem Einzelrichter-Entscheid vom 28. Juni hat das neue Urteil tatsächlich nicht nur Vorteile für die Fortuna. Abgesehen davon, dass jetzt nicht nur das Derby gegen Gladbach sondern auch die Heimpartie gegen den SC Freiburg am 22. September davon betroffen ist, erhöhte das Sportgericht die Geldstrafe für den Aufsteiger von 100 000 auf 150 000 Euro. Hinzu kommt noch ein anderes Problem: Der Aufsteiger hat bereits 31 000 Dauerkarten für die neue Saison verkauft, darf aber in den ersten beiden Heimspielen nur 25 000 eigene Fans ins Stadion lassen. "Das ist ein logistisches, lösbares Problem", meinte der Vorsitzende des Sportgerichts, Hans E. Lorenz.

Der Richter begründete das neue Urteil so: "Die wirtschaftlichen Folgen dieser beiden Teilausschlüsse entsprechen denen eines Spieles unter vollständigem Ausschluss der Zuschauer. Das Sportgericht hielt den Anhängern der Fortuna zugute, dass der Platzsturm auf der irrtümlichen Annahme beruhte, das Spiel sei bereits zu Ende. Außerdem gab es keine Gewalthandlungen und keine Verletzte. Das Urteil trägt gleichwohl dem Abschreckungsgedanken Rechnung."

Bei dem Relegationsspiel am 15. Mai waren kurz vor dem Abpfiff Hunderte von Düsseldorfer Zuschauern auf das Spielfeld gerannt. Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte die Partie für gut 20 Minuten unterbrechen müssen. Verurteilt wurde die Fortuna aber nicht nur für diesen Platzsturm, sondern für insgesamt fünf Fälle von unsportlichem Verhalten ihrer Fans in der vergangenen Saison. Allein dreimal ging es dabei auch um den Einsatz der verbotenen Pyrotechnik.

Trotzdem meinte der Richter bereits zu Beginn der Verhandlung zu den Tumulten nach dem Relegationsspiel: "Ein Spiel - acht Verfahren. Ich hoffe, dass das nicht die Regel wird." Entscheidend für den Verzicht auf ein Geisterspiel war auch die Einschätzung der Polizei, dass es sich bei der Stürmung des Platzes eher um einen übertriebenen Jubel- und nicht um einen Gewaltakt handelte. "Uns war klar: Das sind keine Problemfans, da drohte keine Gewalt", sagte ein Polizeibeamter, der vor dem Sportgericht als Zeuge vernommen wurde.

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64 Meinungen zu "Kein Geisterspiel für Düsseldorf"

  • Wombat99
    Montag, 13.08.2012, 10:43 Uhr
    Der DFB sollte sich einfach mal bei etwas festlegen. Diese ganzen Meinungsumänderungen sind nicht gerade professionell. Trotzdem aber freue ich mich natürlich für Düsseldorf und die Fans!
  • hidefi
    Samstag, 11.08.2012, 14:22 Uhr
    Als Fußballfan bin ich sehr froh das es kein Geisterspiel gibt, der normale Fan geht dort hin um ein besonderes Event zuerleben, dies muss unbedingt erhalten werden. In Englischen Stadien ist die Stimmung wegen wenigen IDIOTEN durch Sitzplätze, weniger Zuschauer ect.. völlig verloren gegangen. Wir alle müssen die Pyro-Idioten sofort melden wenn wir unseren Fußball erhalten wollen. Ich als BVB-Fan bin sehr Froh das der BVB eine sehr teure Videoanlage montieren lassen hat. Ich hoffe sehr, das alle Pyro-Idioten aussotiert werden und 10 Jahre Stadionverbot erhalten. Und noch zu Fans auf dem Platz in Düsseldorf, ich wäre als Düsseld. auch völlig aus dem Häuschen gewesen, das ist es eben was den Fussball in Deutschland so schön macht. Friedlich und mit Hirn seinen Club feiern! Der Sport muss vor allem anderen stehen.
  • worldviolation
    Samstag, 11.08.2012, 14:18 Uhr
    @Mutzmandel es geht doch gar nicht vordergründig um Düsseldorf oder Hertha, sondern darum, dass der DFB scheinbar willkürlich entscheidet. Wenn Strafen festgelegt werden, dann bitte nach festgelegten Regeln, diese Strafen sollten dann auch Bestand haben und nicht ständig wieder aufgeweicht werden. Generell frage ich mich, wie lange sich der deutsche Fan sich das noch gefallen lässt. Wenn ich mir die aufwendigen Choreos oder andere Aktionen anschaue, dann stelle ich immer wieder fest, wie einfallsreich die Fans heutzutage sind (zumindest in Dresden). Man sollte sich zusammenschließen und geschlossen gegen die Frankfurter Zentrale vorgehen (natürlich ohne Gewalt, das wäre nur wieder Wasser auf deren Mühlen). Die müssen endlich mal begreifen, dass diese Art von Strafen nichts bringen, irgendwann ist man als Verein machtlos, man kann nicht jeden Bösewicht im Vorfeld rausziehen, sorry aber das ist alles unlogisch.
  • wahreborussia
    Samstag, 11.08.2012, 14:00 Uhr
    @DoktorPusteblum Der DFB ist hier wohl mehr als wackelig: 2011 St. Pauli, 2012 Eintracht Frankfurt und jetzt Fortuna Düsseldorf. Wie kann es sein, dass der DFB so häufig diese drastische Strafe ausspricht und dann wieder zurück nimmt? Besonders bemerkenswert finde ich, dass in Düsseldorf nicht nur die Düsseldorfer Fans bestraft werden sondern besonders deren Gäste, (M´gladbach und Freiburg) die ja nun GAR NICHTS für das Versagen der Düsseldorfer Ordnungskräfte können. Besonders hart wird das im ertsten Heimspiel Düsseldorf - M´gladbach die Gladbacher Fans treffen, die zum Derby GARANTIERT viel mehr als nur 5000 Mitreisende gehabt hätten. Wenn hier die Strafe max. 5000 Düsseldorfer + 25000 Gästefans gelautet hätte, wären die Verursacher bestraft worden und nicht deren unschuldige Gäste!! ............................................................................................................................................... Das stimmt so nicht ganz. Auch wenn es zu keinem Teilausschluß kommen würde, also ein ganz normales Spiel stattfindet, hätten die Gladbacher nur ein Kontingent von 10% der Karten zugestanden. Das ist bei allen Vereinen so. Da in die diese Dingbums Arena 50 000 Leute passen, sind die 5000 Karten doch normal,oder? Bin nur mal gespannt wie sie ihre 25 000 Karten an die 31 000 Dauerkartenbesitzer verteilen. Und hinzu kommt noch der Aufwand nun zwei Spiele mit Teilausschluß organisieren zu müssen. Die Strafe dem Verein schon weh. Aber sie können ja noch Einspruch gegen die Entscheidung einlegen, und dann wird es durch die Fristen, ein ganz "normales" Spiel mit voller Hütte.
  • Kasperltheater
    Samstag, 11.08.2012, 13:37 Uhr
    Ich finde dies nicht als gute Lösung. Sie müssen merken dass es weh tut, sonst ändert sich nicht.
  • DOEDI
    Samstag, 11.08.2012, 13:33 Uhr
    2 halbe geisterspeile und eine erhöhte geldstrafe - finde ich eine gute lösung. wenn man teams schon bestrafen möchte, dann auch einheitlich. schließlich kamen die berliner auch ziemlich glimpflich davon mit den erlaubten 22.500 erlaubten zuschauer letzte woche im olympiastadion. trotz härter vergehen im vergleich zu benagalo-zünder fans anderer mannschaften. die berliner sollten wirklich die letzten sein die sich über diese strafenänderung für düsseldorf beschweren sollten. lediglich der finanzschwache ksc musste eine geisterspiel-strafe dulden. und genua da liegt dann leider der fehler des dfb.
  • Vancry
    Samstag, 11.08.2012, 12:14 Uhr
    genau deshalb schaue ich diesen dummen inkosequenten sport nicht! der sieger steht bestimmt auch schon fest. hauptsache das geld stimmt.
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