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16.11.2012, 11:08 Uhr

Hoeneß über Zwanziger: "Geduldsfaden angespannt"

Berlin (dpa) - Der Dauerstreit zwischen Uli Hoeneß und Theo Zwanziger droht zu eskalieren - und jetzt geht auch der Liga-Chef deutlich auf Distanz zum ehemaligen DFB-Präsidenten und Buchautoren.

"Wir haben gerade im Ligavorstand darüber gesprochen und missbilligen, dass Theo Zwanziger wichtige Interna herausgegeben hat", erklärte Reinhard Rauball, Präsident des Ligaverbandes, in Richtung Zwanziger. Die Risse scheinen kaum noch zu kitten.

Bayern-Präsident Hoeneß hielt sich auf der Jahreshauptversammlung des Münchner Clubs in der Nacht zum Freitag mit weiteren scharfen verbalen Attacken zu Zwanzigers Autobiografie und dessen weiteren Kommentaren zwar zurück. Der Chef des deutschen Rekordmeisters bemerkte aber genervt: "Mein Geduldsfaden ist so angespannt wie lange nicht. Und es braucht nicht mehr viel, bis er reißt."

Offenbar hat Zwanziger, der als Präsident von 2004 bis Anfang diesen Jahres mit harter Hand nach innen und politischem Gespür nach außen den DFB geführt hatte, die preisgegebenen Inhalte seines Buches "Die Zwanziger Jahre" unterschätzt. "Indiskretionen, Abrechnungsbuch - was ist da alles für Quatsch geschrieben worden", hatte der 67-Jährige bei der Präsentation sein Werk gegen Kritiken verteidigt. "Es wird über etwas geredet, was den wahren Sachverhalt nicht wiedergibt", betonte Zwanziger kämpferisch und zugleich amüsiert.

Die im Zwanziger-Buch beschriebenen Protagonisten wie Hoeneß, Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und auch Entscheidungsträger wie DFB-Präsidenten-Nachfolger Wolfgang Niersbach und Rauball sind enttäuscht. "Wir müssen deutlich die Frage stellen, ob das für einen ehemaligen DFB-Präsidenten und ein noch aktives Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees angemessen ist", sagte der Liga-Chef in einem Interview mit der "Welt".

Besonders Zwanzigers kritische Auslassungen am Besuch einer DFB-Delegation im nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz kurz vor der EM in diesem Sommer sorgten bei Rauball für Entrüstung. "Dieser Besuch ist intensiv vorbereitet worden. Ich war selbst zum ersten Mal dort und persönlich sehr betroffen wie alle Mitglieder der Delegation - gleichgültig, ob Offizielle, Spieler oder Trainer. Nun dieser Aktion die Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit abzusprechen, ist in keiner Weise nachvollziehbar", erklärte Rauball.

Bei der Buch-Premiere hatte Zwanziger unterstrichen: "Es darf keine Pflichtübung sein, es muss ein Wollen sein." Wenn der DFB vor der Europameisterschaft Auschwitz besucht hat, so hätte er auch in der Ukraine ein Zeichen setzen müssen. "Wir müssen dorthin gehen, wo Menschenrechte verletzt werden", bemerkte Zwanziger: Ein Besuch in Babi Jar bei Kiew, wo im September 1941 vor allem jüdische Kinder, Frauen und schwache Alte von einem deutschen SS-Kommando ermordet worden waren, wäre so ein Zeichen gewesen.

Zwanziger hatte bei der Buch-Präsentation erneut auch die Verdienste des Bayern-Präsidenten herausgestellt, jedoch ironisch angefügt: Hoeneß sei ein Mensch, "der sehr zurückhaltend mit anderen Menschen umgeht. Man hört selten etwas von ihm über einen anderen. Er lobt nur." In seinem Buch hatte Zwanziger Hoeneß wegen dessen Ansichten zum Frauenfußball und einer "bitterbösen Schelte" über die WM in Südafrika kritisiert: "Er hat seine Philosophie des Provozierens mit ins Präsidentenamt genommen."

"Ich muss mich Tag für Tag zusammennehmen, um diese Kommentare zu akzeptieren", sagte nun Hoeneß zu Zwanziger und Louis van Gaal, der dem Bayern-Chef mangelnde Unterstützung in seiner Zeit als Bayern-Coach vorgeworfen hatte. In Sport1 ergänzte Bruder Dieter Hoeneß: "Ich kann darüber nur den Kopf schütteln und verstehe Theo Zwanziger überhaupt nicht - was soll das? Eigentlich ist er ein intelligenter Mensch, das Buch beschädigt ihn nur." Er habe sich in den vergangenen Wochen sehr zusammennehmen müssen, sagte der wiedergewählte FCB-Präsident Hoeneß: "Aber ich hatte keine Lust, die Ruhe, die zurzeit beim FC Bayern herrscht, durch meine Attacken zu beschädigen oder zu stören."

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145 Meinungen zu "Streit droht zu eskalieren"

  • FCB24
    Samstag, 17.11.2012, 11:05 Uhr
    Ich an Ulis Stelle würde gar nicht mehr auf den zwanzger reagieren und mich nur auf die wichtigen Dinge des Lebens und dann als zweites um den FC Bayern München kümmern, wertvolle Energie wegen den zwanzger zu verschwenden ist nicht sinnvoll, also den zwanzger Kaschper ganz links liegen lassen und gar nicht beachten.
  • roland1887
    Samstag, 17.11.2012, 10:18 Uhr
    internas ausgeplaudert hat übrigens auch der kleine Lahm und das obwohl er noch aktiv bei der Nati und bei Bayern ist und in beiden Mannschaften sogar Kapitän (warum ist mir schleierhaft, aber das ist ein anderes Thema, Mitläufer und Maulwurf als Kapitän ist schon merkwürdig) . Ich weiss nicht, wo da ein Unterschied sein soll, eigentlich ist das Buch von Lahm sorgar die grössere Schande, weil er noch aktiv ist. Uli Hoeness sollte erst vor der eigenen Tür kehren, bevor er andere kritisiert.
  • Soccerpapst
    Samstag, 17.11.2012, 09:44 Uhr
    @Multi Zitat: @Soccer Du machst es dir doch recht einfach, wie ich finde..... Genauso, wie ein U.H. seinen Vorstellungen folgte und folgt, wie ein Verein zu führen ist, sah/sieht es ein Zwangziger. Der allerdings ist um Längen weniger authentisch wie Hoeneß! ............................................................................................................................................ Ja ,ich mache es einfach...Ebenso wie hier einige viele den U.H überhaupt nicht in der Relation zu seinem Tun und Handeln sehen wie auch einen T.Z. Wen es um Verdienste geht die hier mit geschriebenen Worten von T.Z. in Relation gebracht werden ist das völlig abwegig und steht nicht im Kontext zu U.H`s Aufregung und dem gesagten... Sehen wir es mal pragmatisch und Realistisch. U.H ist sehr engagiert wenn es um seinen FCB geht...Wenn darum geht die Bulli in seinem Sinn (TV-Gelder / Selbstvermarktung...nicht Abstellen seiner Spieler zur Natio) Die DFL als 100% Tochter des DFB ist auch nicht in seiner Hand,auch wenn er es gerne hätte. Der DFB-Präsi ist eine ganz andre Baustelle und vertritt den größten Fußballverband auf diesem Planeten.Da geht es nicht um 25 Spieler in einem Kader. Da geht es um einiges mehr. Wollen wir doch mal darlegen was bisher unter Zwanziger passiert ist. Die Jugendklassen wurden Hochgestuft bis runter zur D_Jug 470 DFB-Stützpunkte zur Nachwuchsförderung wurden geschaffen. Die Trainerausbildung wurde vereinheitlicht DFB Internate in Zusammenarbeit mit Schulen wurden geschaffen Die Ausbildungsvergütungen bei Abwerbung eines Jugendlichen von Proficlubs wurden intern zu den FIFA-Statuten erhöht. DFB-Soccerfelder wurden in nahezu allen größeren Ortschaften aufgebaut,weil die Bolzplätze Immobilienhaien als Bauland gerade Gut genug waren. Amateurvereine werden höher bezuschusst bei der Errichtung von Flutlichtanlagen. Der Mädchenfussball ist eine Komponente bei vielen Vereinen geworden. Ich sehe bei all diesen Dingen keinen Einfluss irgendeines Vereinspräsis. Profitieren tun sie aber alle davon....U.H ist ein solcher...Ein Vereinspräsi. Nicht eben ein Mann der sich in die Verantwortung des "Gesamten " Fußballsports stellte. Auf einen "Vereinspräsi" prasselt bestenfalls die Kritik derer die mit dem Verein verbunden sind,nicht aber die der kompletten Baustelle Fußball... Das Thema ist es aber alles hier nicht,und genau das wird hier völlig ausser Acht gelassen.... Wer hat es sich nun realistisch gesehen "Einfach " gemacht... Hier wird von U.H als dem Mann gesprochen der mehr Macht hat und soooo viel bewegt hat.... Hat er ja auch und unbestritten,aber nur in seinem ihm möglichen Kosmos... Was T.Z da über U.H sagt ist doch für uns gar nicht greifbar.Keiner kennt beide aus pers. Gesprächen die über eine Rede oder Autogrammstunden hinaus geht....Was T.Z sagt kann sein oder auch nicht...Völlig egal und kann doch keinen von uns zu einer Parteinahme für einen von beiden bewegen ohne die wirklichen Sachverhalte zu kennen...
  • buchi
    Freitag, 16.11.2012, 17:49 Uhr
    na opa hat ein buch geschrieben,der hat doch überhaupt keine ahnung von fussball,den hab ich noch nie,für voll genommen,jetzt ist er wohl senil gerworden,er soll mal schreiben was er so abgezogen hat,wenn ers nicht weiss,uli weiss es bestimmt,wird nachher ein bummerang wie bei christof daum
  • multifighter
    Freitag, 16.11.2012, 17:23 Uhr
    Es ist nicht allein Uli Hoeneß, der sich mokiert.....Zwanziger bringt den gesamten dt. Fußball in Wallungen - wie ein getretener Hund, der "doch nur seinen Knochen wollte"! Es ist äußert bedenklich, dass der so nachtritt...da wird deutlich, wie sehr er auf Macht ausgelegt war/ist. Schön wäre, wenn es U.H. gelänge, sich weiterhin zurück zu halten......denn ich möchte nicht wissen, was er weiß! Und ich denke, der gesamte dt. Fußball will es nicht wissen! @Soccer Du machst es dir doch recht einfach, wie ich finde..... Genauso, wie ein U.H. seinen Vorstellungen folgte und folgt, wie ein Verein zu führen ist, sah/sieht es ein Zwangziger. Der allerdings ist um Längen weniger authentisch wie Hoeneß!

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