Mainz (dpa) - Viktor Skripnik blieb auch nach seiner perfekten Bundesliga-Premiere als Cheftrainer von Werder Bremen unaufgeregt. "Allein die Punkte zählen", sagte der Ukrainer, nachdem er die Hanseaten mit dem 2:1 (1:1) beim FSV Mainz 05 zum ersten Sieg im zehnten Saisonspiel geführt hatte.

"Nach den ersten zwanzig Minuten konnte man sich noch nicht vorstellen, dass wir hier gewinnen können. Wir stehen ganz unten, wir brauchen die Punkte", stellte der Nachfolger des beurlaubten Robin Dutt fest.

"Wir hatten aber auch Franco Di Santo. Der holt aus dem Minimum das Maximum heraus", erinnerte Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic an den zweiten Werder-Mann des Tages. Der Argentinier Di Santo war mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack in der 44. und 50. Minute der Bremer Matchwinner. "Wir haben uns reingekämpft, wie, ist scheißegal, Hauptsache Sieg", erklärte Torhüter Raphael Wolf und war stolz auf die Leistung des Teams.

"Extrem enttäuscht" war der Mainzer Coach Kasper Hjulmand nach der ersten Heimpleite unter seiner Regie. "Bremen hat zum richtigen Zeitpunkt den Trainer gewechselt", kommentierte Präsident Harald Strutz missmutig die "schwer zu verdauende Niederlage". In der starken Anfangsphase mit der frühen Führung durch den sechsten Saisontreffer von Shinji Okazaki (3.) waren die 05er zwei Klassen besser. "Aber wir haben nicht das zweite Tor geschafft", klagte Hjulmand. "Es hat die Effizienz gefehlt. Wir müssen mit einer Führung in die Pause", sagte Mittelfeldspieler Johannes Geis.

Werder hatten dem Mainzer Sturmlauf zunächst kaum etwas dagegen zu setzen. Okazaki war nahe an seinem zweiten Treffer, seinen Kopfball lenkte Wolf aber mit den Fingerspitzen zur Ecke (6.). Die 05er drängten auf den zweiten Treffer, Yunus Malli verfehlte das Tor nur knapp (22.). Den schnellen Angriffen der Rheinhessen nach Ballgewinnen fehlte aber häufig der präzise letzte Pass. Immer öfters bekamen die Bremer noch einen Fuß dazwischen.

Nach vorn lief bei Werder nicht viel. Erst als Mainz das Tempo drosselte, kam das Skripnik-Team zu mehr Spielanteilen. In der 35. verfehlte Fin Bartels nur knapp einen Pass von Di Santo. Zum schmeichelhaften Ausgleich verhalf den Bremern ein Foulelfmeter. Bartels fiel im Zweikampf mit Loris Karius. Zwar konnte der 05-Keeper den Strafstoß von Di Santo abwehren, doch der Argentinier köpfte den Abpraller ins Netz. "Glück gehört dazu. Wir haben den Strafstoß gerne mitgenommen", kommentierte Skripnik die Entscheidung von Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding).

Der Treffer setzte Kräfte bei den Bremern frei und war der Knackpunkt im Spiel. Nach der Pause bestimmten sie zunächst das Geschehen und gingen verdient in Führung. Geschickt überlupfte Felix Kroos die Mainzer Abwehr, Di Santo kam völlig frei an den Ball und ließ Karius mit einem Heber keine Chance.

Die Mainzer Dominanz der ersten halben Stunde war völlig dahin. Immer mehr Fehler schlichen sich ins Spiel ein, während bei den Gästen das Selbstbewusstsein wuchs. Die 05er drängten zwar auf den Ausgleich, ernsthaft in Gefahr geriet das Bremer Tor nicht mehr.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 62,7 - 37,3

Torschüsse: 21 - 9

gew. Zweikämpfe in %: 48,9 - 51,1

Fouls: 17 - 15

Ecken: 8 - 1

Quelle: optasports.com© dpa