Oliver Kahn rechnet mit dem italienischen Fußball ab: Für den ehemaligen Nationaltorwart war die Leistung des AS Rom in den Champions-League-Spielen gegen den FC Bayern München mehr als enttäuschend. Die Auftritte der Roma seien symptomatisch für die Leistungsfähigkeit der Teams aus der Serie A.

Im ersten Spiel wurden sie deklassiert, im zweiten Match problemlos kontrolliert - die Spieler des AS Rom hatten in den beiden Champions-League-Duellen mit dem Starensemble des FC Bayern München (1:7 und 0:2) nicht den Hauch einer Chance. Dabei sprachen nach der Auslosung viele - insbesondere wegen des vermeintlich so starken italienischen Klubs - von einer "Hammergruppe" für die Bayern. Doch die Dominanz des deutschen Rekordmeisters in den Partien gegen die Roma war erdrückend. "Ich hätte sie nicht so schlecht eingeschätzt", schoss Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn im "ZDF" nach Schlusspfiff des Rückspiels gegen den italienischen Vizemeister. "Sie wollten hier nichts, außer nicht hoch verlieren. Das ist enttäuschend."

Kahn nutzte die Chance, um gleich gegen den gesamten italienischen Calcio zu wettern: "Man hat das Gefühl, dass sie einige Jahre zurück sind. Und das ist symptomatisch für den italienischen Fußball. Das hat mit dem modernen Fußball, mit Tempofußball überhaupt nichts zu tun. Alle Mannschaften in Italien spielen langsam und antiquiert und kennen den dynamischen Fußball nicht mal im Ansatz. Deswegen waren die Römer das schnelle Spiel der Bayern nicht gewöhnt."

Kahn verriet zudem, dass Bastian Schweinsteiger ihn auf der Tribüne davon überzeugen wollte, dass Rom keine schlechte Mannschaft sei. "Als ich am Ende ging, war er nicht mehr so überzeugt." (smo/tfr)