Madrid (dpa) - Der FC Barcelona hat dem Krisengerede getrotzt und ist nun erster Verfolger von Real Madrid in der Primera Division.

Mit einer starken Leistung vor allem vor der Pause setzte sich der Tabellenzweite gegen den spanischen Fußball-Meister und Dritten Atletico Madrid mit 3:1 (2:0) durch und rückte bis auf einen Zähler an Real (42 Punkte) heran. Allerdings hat der Rekordchampion ein Spiel weniger als Barcelona absolviert.

Die Katalanen traten im Vergleich zum 0:1 eine Woche zuvor bei Real Sociedad San Sebastian wie verwandelt aus. Gegen die enttäuschenden Gäste trafen Neymar (12.), Luis Suarez (35.) und Lionel Messi (87.), Ex-Bayern-Stürmer Mario Mandzukic (57.) schaffte nur den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch einen umstrittenen Foulelfmeter.

Messi, der am Montag in Zürich bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres gegen Weltmeister-Torhüter Manuel Neuer und Real-Superstar Cristiano Ronaldo antritt, glänzte nicht nur als Torschütze, sondern bereitete auch die ersten beiden Barcelona-Treffer vor. Der Argentinier zeigte sich unbeeindruckt von den Gerüchten über ein angespanntes Verhältnis zu Trainer Luis Enrique und angebliche Abwanderungsgedanken. Sogar am Treffer für die Gäste war er - wenn auch unfreiwillig - beteiligt: Er verursachte den Foulelfmeter durch eine allerdings nur leichte Berührung von Atleticos Jesus Gamez.

Die Gäste boten eine insgesamt schwache Vorstellung, nachdem sie noch am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel des spanischen Pokals den Stadtrivalen Real 2:0 geschlagen hatten. Der Vorjahresmeister blieb nach 18 Spieltagen auf Rang drei mit 38 Punkten.

Tags zuvor hatten die Königlichen ihre Schwächephase scheinbar überwunden und nach zwei Pflichtspiel-Niederlagen den kompletten Fehlstart ins neue Fußballjahr abgewendet. Sie gewannen mit Weltmeister Toni Kroos in der Startelf 3:0 (2:0) gegen Espanyol Barcelona. Die Madrilenen hatten das erste Ligaspiel 2015 mit 1:2 beim FC Valencia verloren und auch mit dem 0:2 bei Atletico im Pokal eine herbe Niederlage kassiert.

Der Kolumbianer James Rodriguez (12.) auf Vorarbeit von Ronaldo und Gareth Bale (28.) mit einem direkt verwandelten Freistoß sorgten für die Pausenführung, Nacho (76.) markierte den Endstand. Unzufrieden war der Portugiese Ronaldo. Er wollte sich mit einem Tor noch einmal für die Weltfußballer-Wahl nachhaltig in Erinnerung bringen. Das gelang ihm nicht.

Valencia mit Weltmeister Mustafi verpasste es, mit Real Schritt zu halten. Nach dem 1:1 (1:0) bei Celta Vigo beträgt der Rückstand des Tabellenvierten auf den Spitzenreiter sieben Punkte. Rodrigo (43.) brachte Valencia in Führung, Orellana (61.) erzielte den Ausgleich.© dpa