München (dpa) - Strahlend verließen die Bayern nach ihrer Torgala das Stadion. "Wenn du so spielst, dann macht das natürlich Spaß", sagte Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger. Ein spielfreudiger FC Bayern hat beim 8:0 (3:0) gegen einen desolaten Hamburger SV zurück zur Meisterform gefunden.

Thomas Müller eröffnete im 100. Liga-Duell mit den Hanseaten nach 21 Minuten per Foulelfmeter den Torreigen. Der Weltmeister traf ebenso doppelt wie Arjen Robben (36./47.), der seine Saisontore 13 und 14 erzielen konnte, und Mario Götze (23./88.). Robert Lewandowski (56.) und Franck Ribéry (69.) bei seinem Kurz-Comeback rundeten mit ihren Treffern die furiose Münchner Champions-League-Generalprobe ab.

Die Hamburger waren nach ihrer höchsten Niederlage im insgesamt 1751. Bundesligaspiel entsetzt. Die Spieler äußerten sich auf Anweisung nicht, Trainer Joe Zinnbauer sprach von einem "sehr bitteren Tag", den er in seinem Leben nicht vergessen werde. HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer nannte den Auftritt "beschämend", mahnte aber zu Ruhe im Abstiegskampf. "Wir müssen auf der Hut sein. In solchen Situation wird sich dann immer gegenseitig zerpflückt. Das wollen wir nicht tun", erklärte Beiersdorfer.

Die Bayern behaupteten mit dem höchsten Saisonsieg ihren Vorsprung von acht Punkten auf den VfL Wolfsburg. Der HSV dagegen erlebte in der ausverkauften Münchner Arena nur zwei Jahre nach einem 2:9 einen weiteren Alptraum.

"Unsere Spielweise ist zurück", frohlockte Pep Guardiola. Der Bayern-Coach musste vor dem Spiel kurzfristig umdenken. Xabi Alonso verspürte beim Anschwitzen ein Zwicken im Oberschenkel und fiel für den letzten Probelauf für das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Schachtjor Donezk aus. "Wir wollten kein Risiko eingehen", berichtete Guardiola nach der Partie.

Auch ohne den spanischen Ballverteiler im Mittelfeld brachten sich die Münchner in eine Topverfassung für den heiklen Ausflug in den friedlichen Westteil der Ukraine Anfang der Woche. Holger Badstuber feierte beim FC Bayern ein gelungenes Comeback nach fünf Monaten Verletzungspause, auch Rafinha kehrte nach Sprunggelenks-Blessur ins Team zurück.

Franck Ribéry saß nach auskuriertem Muskelfaserriss dagegen zunächst auf der Bank und wurde erst nach dem 6:0 eingewechselt. Seine Anwesenheit schien die übrigen Bayern-Angreifer zusätzlich anzustacheln. HSV-Torwart Jaroslav Drobny musste gegen Müller (4.) und Götze (8.) einen frühen Rückstand verhindern. Als Götze die Hand von Ronny Marcos traf, verwandelte Müller eiskalt vom Punkt; der siebte Elfmetertreffer des Weltmeisters in der Bundesliga. Kurz danach konnte Drobny einen Schuss von Müller zwar noch abwehren, aber Götze staubte reaktionsschnell ab.

Der HSV war kollektiv hilflos. Kapitän Rafael van der Vaart fiel nur durch Foulspiele auf - nach vorne ging fast nichts. Stürmer Ivica Olic musste schon nach dem 0:2 raus. Die Bayern ließen Ball und Gegner laufen. Glanzpunkt der ersten Hälfte war das 3:0 von Robben, der einen Münchner Konter über Götze und Müller mit einem Traumtor in den linken Winkel abschloss. Das Stadion raste.

Und weiter ging's nach der Pause mit der Münchner Gala und dem Einbahnstraßenfußball. Gerade 75 Sekunden waren gespielt, da hatte Robben erneut getroffen, diesmal sogar mit rechts ins kurze Eck. Der HSV agierte wie ein Absteiger, hilflos, und planlos. Müller konnte aus 23 Metern ungestört Maß nehmen für sein 9. Saisontor. Lewandowski legte umgehend nach. Und Guardiola wechselte danach Ribéry ein. Für den Franzosen nahm er Abwehrspieler Benatia raus - ein Signal nachzulegen. Das tat erst Ribéry im Nachschuss an eine erfolgreich Parade von Drobny gegen Lewandowski. Den Schlusspunkt durfte Götze setzen.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 72,5 - 27,5

Torschüsse: 25 - 7

gew. Zweikämpfe in %: 69,3 - 30,7

Fouls: 3 - 16

Ecken: 3 - 0

Quelle: optasports.com© dpa