Bremen (dpa) - Bremen wird der Deutschen Fußball Liga künftig einen Teil der Kosten für Polizeieinsätze bei Risikospielen im Weserstadion in Rechnung stellen.

Die Bürgerschaft schaffte dafür die Voraussetzung: Sie verabschiedete in zweiter Lesung mit großer Mehrheit ein entsprechendes Gebührengesetz. Die Fraktionen von CDU und Linke stimmten gegen die Gesetzesänderung.

Das Gesetz könnte bereits am 13. Dezember beim Nordderby Werder Bremen gegen Hannover 96 zum Zuge kommen. Werde die Bundesligabegegnung als Risikospiel mit gewaltbereiten Fans eingestuft, müssten mehr Polizeibeamte für die Sicherheit sorgen als üblich, sagte Rose Gerdts-Schiffler, die Sprecherin des Innenressorts. In dem Fall erhalte die DFL im Anschluss einen Kostenbescheid, um den erhöhten Aufwand auszugleichen.

"Es wird Zeit, dass sich der Profifußball seiner Verantwortung stellt", betonte SPD-Fraktionschef Björn Tschöpe. Der CDU-Abgeordnete Wilhelm Hinners nannte das Gesetz dagegen rechtswidrig. "Die innere Sicherheit ist immer noch eine Sache des Staates und darf nicht von Gebühren abhängig sein", betonte der CDU-Politiker.

Der Präsident der DFL, Reinhard Rauball, kündigte erneut juristische Schritte an. "Das Bremer Gesetz löst nicht die Probleme, sondern soll nur die Haushaltslöcher stopfen", kritisierte er. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) rechnet bereits mit einem jahrelangen Rechtsstreit. "Wir haben aber sehr gute Chancen, zu gewinnen", sagte er.

Pro Saison geht Mäurer von bis zu drei Risikospielen in Bremen aus. Vor allem die Nordderbys gegen Hannover 96 und den Hamburger SV gelten als problematisch. Dabei kommen statt bis zu 200 Polizisten wie bei Fußballspielen mit friedlichen Fans bis zu 1200 Beamte rund um das Weserstadion zum Einsatz. Dadurch entstehen nach Angaben des Innenressorts Mehrkosten von rund 300 000 Euro.

Die DFL machte erneut klar, die Gebührenbescheide an Werder Bremen weiterleiten zu wollen. Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry hatte gewarnt, die Wettbewerbsfähigkeit des Vereins in der Bundesliga würde dadurch geschwächt.© dpa