Pep Guardiola zittern die Knie, Fußballfans fahren zur Not auch Dreirad und the Bendtner is back. Warum, das erklären wir Ihnen in unserer etwas anderen Vorschau auf den 11. Spieltag der Bundesliga.

Pep hat Angst!

Dem FC Bayern München zittern die Knie. Nur 2:1 gegen Borussia Dortmund, nur 2:0 gegen den AS Rom. Es ist Sand im Getriebe des Rekordmeisters. Vorbei scheint die Zeit der furiosen Kantersiege, des fast schon erotischen Überlegenheitsfußballs, der schier unendlichen Dominanz - könnte man zumindest meinen, wenn man Pep Guardiola so reden hört. "Unsere Gegner sind nur vier Punkte hinten!", sammert ("sammern", zu dt. "sich wie Matthias Sammer verhalten") der Bayern-Trainer. Ob diese plötzliche Mahnerei aus dem Ausfall von David Alaba resultiert? Es könnte sein.

Dennoch können wir Pep beruhigen. Erstens haben sich vier Punkte noch nie so unendlich uneinholbar angefühlt und zweitens hat Eintracht Frankfurt, gegen die der FCB am Samstag (15:30 Uhr, live auf Sky und bei uns im Score) ran muss, seit 2010 keinen Heimsieg gegen den Rekordmeister mehr einfahren können. Ohne der Schaaf-Truppe zu nahe treten zu wollen, aber: It smells like Aufbaugegner.

Fußballfans wissen sich zu helfen

Unter deutschen Fußballfans gibt es einige Schlachtrufklassiker. "Oh wie ist das schön" wird universell nach Siegen gebraucht, "Was ist grün und stinkt nach Fisch?" schmäht einen ganz bestimmten Bundesligaverein, "Heja, Heja [Fußballverein hier einfügen]" geht natürlich immer - und dann gibt es noch das selbstironische "Keiner mag uns - sche***egal." Am kommenden Wochenende muss dieser Fangesang umgedichtet werden in: "Es ist Bahnstreik - sche***egal!".

Denn zu einem Zeitpunkt als Schwarzmaler bereits das Schreckensbild leerer Stadien zeichneten - denn wie sollten Fans zu den Spielen kommen, wenn die Bahn stillsteht? - formierten sich bereits in ganz Deutschland Fahrgemeinschaften, auf dass kein Verein ohne Fans dastehen möge. Diese hübsche Dynamik zeigt: Um die wahren Fans muss sich keiner Sorgen machen. Die kommen zur Not auch mit dem Dreirad ins Stadion.

Beware of the Bendtner!

Stimmt! Der Bendtner spielt ja jetzt beim VfL Wolfsburg! Hatten wir glatt vergessen, bis der Däne in der Europa League gegen FK Krasnodar einfach mal ganz lässig innerhalb von zwei Minuten zweimal traf. Ist der Mann damit ernst zu nehmen? Hm, das muss er wohl dann doch erst noch beweisen. Tore in der Liga zum Beispiel wären schön - also aus Wolfsburg-Sicht. Es würde sich zum Beispiel anbieten, gegen den Hamburger SV (Sonntag, 15:30 Uhr) damit anzufangen.

Denn wenn der Bendtner nicht bald zum seriösen Torjäger wird, vergessen wir ihn wieder und mit ihm all seine Skandale. Und es wäre doch zu schade, wenn Bilder wie Bendtners nur von einem Büstenhalter bedeckter Schamhaarzone einfach unserem Gedächtnis entwischen würden.

Ich geh mit meiner Laterne!

Nächste Woche, genauer gesagt am Dienstag, ist Martinstag. Dann ziehen wieder Kinder mit ihren leuchtenden Laternen durch die Städte und erinnern an den Heiligen Martin. In Bremen ist schon länger St. Martin. Schon seit dem 7. Spieltag, um genauer zu sein. Seitdem schlurft Werder nämlich mit einer roten Laterne durch die Bundesliga. Die würden die Bremer nur allzu gerne abgeben. Die nächste Chance gibt es am Samstag (18:30 Uhr) gegen den VfB Stuttgart, der sich ebenfalls schon sehr nahe am Laternenumzug bewegt.

Sollte Bremen tatsächlich drei Punkte holen, ist die Laterne - rabimel rabamel rabum - erstmal weg - und dann schmeckt die Martinsgans gleich dreimal so gut. Zumindest im hohen Norden.

Früher ein Topspiel ...

... heute, zumindest der Tabelle zufolge, vernachlässigbar: Borussia Dortmund empfängt Borussia Mönchengladbach. Der Tabellensiebzehnte hat den Tabellendritten zu Besuch. Die schreckliche Bundesligafratze des BVB muss gegen fröhlich aufspielende Gladbacher ran.

So, und jetzt hören wir auf damit. Denn für uns ist das immer noch ein Topspiel - darüber kann auch die Tabellensituation nicht hinwegtäuschen. Haben wir gerade beschlossen.

Die Partien des 11. Spieltags in der Übersicht

Freitag, 07.11.204

Hertha BSC-Hannover 960:2 (0:1)


Samstag, 01.11.2014:

Leverkusen-Mainz15.30 Uhr
Augsburg-Paderborn15.30 Uhr
Hoffenheim -Köln15.30 Uhr
Frankfurt-Bayern München15.30 Uhr
Freiburg-Schalke15.30 Uhr
Bremen-Stuttgart18:30 Uhr


Sonntag, 02.11.2014:

Wolfsburg-Hamburg15.30 Uhr
Dortmund-Gladbach17.30 Uhr