Es steht uns einiges bevor an diesem Wochenende: André Schürrle wird Kommentatoren um den Verstand bringen und die Chancen, das schlechteste Spiel aller Zeiten zu sehen, stehen gar nicht mal so schlecht. Die etwas andere und nicht ganz ernst gemeinte Vorschau auf den 21. Spieltag der Bundesliga.

"Ausgerechnet Schürrle!"

In seinem zweiten Spiel nach der Rückkehr in die Bundesliga tritt André Schürrle mit seinem neuen Club VfL Wolfsburg bei Bayer Leverkusen an - dort, wo er vor seinem Wechsel zu Chelsea zuletzt spielte. An irgendeiner Stelle im Spiel wird der zuständige Kommentator also den Satz rufen, den Kommentatoren immer dann rufen, wenn sie Zusammenhänge sehen, wo keine sind. "Ausgerechnet Schürrle!", wird es uns entgegenschallen, wenn Schürrle links abbiegt, wenn Schürrle stolpert, wenn Schürrle sich durchs Haar fährt. Vielleicht auch, wenn Schürrle ein Tor schießt.

Achtliga-Stürmer wechselt nach Hattrick in die Premier League.

Übrigens: André Schürrle heißt mit zweitem Vornamen Horst. Das ist an sich schon kurios genug. Es wird aber noch besser: Der Sportdirektor von Leverkusen, Rudi Völler, wird Tante Käthe genannt. Meine Großeltern heißen Horst und Käthe. Ausgerechnet!

Ein Hoch auf die Statistik!

Statistiken sind so eine Sache. Um die Vergangenheit zu analysieren, sind sie toll. (Und um als Klugscheißer in Erscheinung zu treten. Wussten Sie zum Beispiel, dass es dem Karlsruher SC in der Drittliga-Saison 2012/2013 gelungen ist, 21 Spiele in Folge ungeschlagen zu bleiben?) Werden Statistiken aber dazu benutzt, die Zukunft vorherzusagen, wird es höchst unseriös. Deswegen machen wir das jetzt gleich mal.

Wir sagen nämlich voraus, dass der FSV Mainz das Gastspiel bei Borussia Dortmund nicht gewinnen wird. Mainz hat beim BVB nämlich noch nie gewonnen. Klingt logisch, oder? Außerdem schweben die Dortmunder auf Wolke Reus. Der hat unter der Woche bekanntlich seine Unterschrift unter einen Vertrag bis 2019 gesetzt, was in Dortmund euphorischer aufgenommen wurde als das Waffenstillstandsabkommen für die Ukraine. Wenn dieser gottgleiche Reus dann auch noch trifft, wird es heißen: "Ausger ..." - ach, Sie wissen schon.

Da muss jetzt aber was kommen!

Erinnern Sie sich noch an das Spiel des SC Paderborn gegen Hannover 96 aus der Hinrunde? Wahrscheinlich nicht, warum auch. Moritz Stoppelkamp wird sich aber wohl ewig daran erinnern, immerhin gelang ihm ein Tor aus knapp 82 Metern. Damals war die Welt in Paderborn auch noch in Ordnung. Mittlerweile steht der Aufsteiger auf Platz 15, selbst der Hamburger SV ist vorbeigezogen.

Da muss im Spiel bei Hannover wohl endlich ein Wachmacher her, ein Dosenöffner, ein Brustlöser, eine Initialzündung, egal was! Und ein einfaches Tor aus, sagen wir, 83 Metern reicht da nicht. Es muss schon ein Flugkopfball aus 84 Metern sein. Oder ein Fallrückzieher aus 85. Vielleicht aber auch einfach nur ein Sieg.

Das schlechteste Spiel aller Zeiten

Die Voraussetzungen, dass wir an diesem Spieltag eine Partie sehen, die in die Geschichtsbücher eingeht, sind ziemlich gut. Es könnte durchaus sein, dass wir das schlechteste Spiel aller Zeiten sehen. Und das Beste: Es bewerben sich sogar zwei Begegnungen!

Da wäre zum einen die TSG 1899 Hoffenheim gegen den VfB Stuttgart. Klingt schon auf dem Papier trostlos, bei einem Blick auf die Tabelle wird es noch beklagenswerter: Es tritt nämlich der Letzte gegen den Letzten an. Und zwar der Letzte der Rückrundentabelle (Hoffenheim) gegen den Letzten der Gesamttabelle (Stuttgart). Das kann ja eigentlich nichts werden. Immerhin kann sich der Verlierer, sollte es denn einen geben, damit rühmen, wirklich das Allerletzte zu sein.

Zum anderen treten noch Hertha BSC Berlin und der SC Freiburg gegeneinander an. Die Berliner sind das Team, das sich in dieser Saison die wenigsten Torchancen erspielt hat. Die Freiburger haben die meisten Torchancen zugelassen. Oder kurz gesagt: Die eine Mannschaft bettelt darum, dass man auf ihr Tor schießt, die andere tut es aber nicht. Oder noch kürzer: Das wird ein 0:0 der erbärmlichsten Sorte.

Was es sonst noch zu beachten gilt

  • Der FC Bayern gewinnt mindestens 8:0 gegen den HSV, weil die Hamburger in München immer Haue kassieren;
  • in Gladbach steigt das 82. Derby gegen den 1. FC Köln und irgendwas passiert in Derbys immer;
  • das Spitzenspiel gibt's in Bremen, wo der Erste der Rückrundentabelle gegen den Dritten (Augsburg) spielt;
  • Frankfurt empfängt Schalke, dazu fällt uns aber leider gar nichts ein.

Alle Partien im Überblick:

AnstoßzeitHeimmannschaft Gastmannschaft
Freitag,
20:30 Uhr
DortmundMainz 05
Samstag,
15:30 Uhr
HoffenheimStuttgart
FC BayernHamburg
GladbachKöln
LeverkusenWolfsburg
BremenAugsburg
Samstag,
18:30 Uhr
FrankfurtSchalke
Sonntag,
15:30 Uhr
HerthaFreiburg
Sonntag,
17:30 Uhr
HannoverPaderborn