Der SV Darmstadt hat keine Lust auf die Partie beim FC Bayern, Jörg Schmadtke faltet seinen Stürmer zusammen und Pierre-Emerick Aubameyang ist fast so sexy wie Kim Kardashian: Die wie immer nicht ganz ernst gemeinten Lehren des Bundesliga-Spieltags.

1. Lehre: Schuster ist der bessere Mourinho

Im Jahr 2010 sperrte die UEFA Real Madrids Trainer José Mourinho. Er hatte seine Spieler Xabi Alonso und Sergio Ramos erfolgreich ermuntert, Platzverweise zu provozieren, um im nächsten, sportlich völlig irrelevanten Champions-League-Spiel in Ruhe eine Sperre absitzen zu können.

Mit diesem Trick wollte Mourinho sicherstellen, dass er auf die beiden Leistungsträger im übernächsten Spiel garantiert würde zurückgreifen können. Zweieinhalb Jahre später wiederholte sich die Show: Erneut waren es Alonso und Ramos, die sich überaus gezielt eine Gelbsperre abholten, weil es im nächsten Spiel um nichts mehr ging.

Der FC Bayern überzeugt auf ganzer Linie. Vidal verletzt sich.

Doch vom SV Darmstadt 98 könnte sogar der große Mourinho noch lernen. Gleich fünf (!) Spieler sicherten sich gegen Leverkusen die fünfte bzw. zehnte Verwarnung, vier davon in den letzten Minuten des Spiels. Sie "müssen" kommende Woche beim FC Bayern zuschauen. Eine Woche später, im so wichtigen Spiel bei Werder Bremen, werden sie alle wieder zur Verfügung stehen.

Natürlich sind Trainer Dirk Schuster und seine Spieler clever genug, die all zu offensichtliche Taktik, auf das Bayern-Spiel zu pfeifen, nicht öffentlich zu bestätigen. Das nämlich könnte als grob unsportlich bewertet und womöglich vom DFB bestraft werden. Siehe Mourinho.

Doch Schuster ist offensichtlich der bessere Mourinho. Und hat in zwei Wochen gleich fünf Spieler im Kader, die befreit vor sich hin grätschen können, ohne schon bald eine Sperre befürchten zu müssen.

Ob das nun überaus clever oder unfassbar unsportlich ist, soll jeder Beobachter für sich selbst bewerten.

Traurig ist das Gelbfieber aber auf jeden Fall: Früher hätten sich die Underdogs mit nur einem Bein aufs Feld geschleppt, um gegen den großen FC Bayern spielen zu dürfen. Heute haben sie anscheinend gar keinen Bock mehr auf die aussichtslose Aufgabe in München und gönnen sich lieber ein entspanntes Wochenende auf dem Sofa.

2. Lehre: Alaba ist der bessere Optiker

Marcel Reif wurde am Sonntag auf der Augsburger Tribüne beinahe schlecht. Als Bayern-Spieler David Alaba etwas Weißes in der Hand hielt und vom Platz trabte, konnte man beinahe leise Würgegeräusche beim Sky-Kommentator erahnen. "Das ist kein Kaugummi, was Sie da sehen", ächzte er ins Mikrofon.

Ein paar Minuten später wirkte Reif aber schon wieder tiefenentspannt: "Alaba hat sich mitnichten einen Zahn ausgeschlagen." Vielmehr habe der Österreicher nur seine Kontaktlinse verloren und diese vor dem Austrocknen bewahrt, indem er sie beherzt mit Speichel befeuchtete.

Klang auch nicht besonders lecker, doch immerhin wusste Alaba, was im Fall der Fälle zu tun ist. Im Gegensatz zu Reif. Der entschuldigte sich sogleich: "Tut mir leid - ich bin kein Optiker."

Gut zwei Stunden später war klar, dass Marcel Reif eigentlich doch Recht gehabt hatte. Alaba hatte sich laut Deutscher Presseagentur einen Teil eines hinteren Zahns abgebrochen. Reifs ursprüngliches Entsetzen war also doch durchaus berechtigt...

3. Lehre: Modeste ist der bessere Robben

Wer sich unter der Woche über Arjen Robbens Flugkünste im DFB-Pokal-Spiel beim VfL Bochum echauffierte, dürfte am Samstag kurz vor einem Nervenzusammenbruch gestanden sein.

Sportzeitung berichtet von Angebot für den Bayern-Star.

Kölns Angreifer Anthony Modeste verdiente sich nämlich nach einer harmlosen Rangelei für seine dramatische Showeinlage den Norbert-Meier-Gedächtnispreis.

Sein Boss hingegen zeigte nach dem Spiel deutlich mehr Sportsgeist und stauchte den Schauspieler in aller Öffentlichkeit zusammen: "Da kriegt er noch eine Ansage, weil ich habe da echt keinen Bock drauf. Ich mag das bei anderen nicht und bei meiner Mannschaft schon mal gar nicht", sagte der Manager des 1. FC Köln nach dem hochverdienten 3:1-Sieg über Eintracht Frankfurt und legte nach: "Man muss nicht umkippen und den sterbenden Schwan markieren."

Hut ab für diese deutlichen Worte, Jörg Schmadtke!

4. Lehre: Aubameyang ist der bessere Kardashian

So bitter es ist: Pierre-Emerick Aubameyang scheint nicht unbedingt der beliebteste Spieler im Kader von Borussia Dortmund zu sein.

Sportlich läuft es rund beim Gabuner, der noch immer gute Karten hat, Torschützenkönig 2016 zu werden. Doch würden ihn seine Mitspieler wirklich mögen, hätte ihm doch sicherlich irgendein Kumpel gesagt, dass man in Deutschland nicht das ganze Jahr lang Karneval feiert.

Weil ihm das aber niemand verraten wollte, kam er verkleidet zum Heimspiel gegen Hannover 96:

Während beim FC Augsburg hektisch vom Königstransfer geträumt wurde ...

... fragten sich unzählige Twitter-Nutzer, ob Aubameyang nun als Pinguin oder Eisbär verkleidet war:

Des Rätsels Lösung ist eine völlig unerwartete: Wir vermuten nämlich, dass Aubameyang einfach mal so sexy sein wollte wie Kim Kardashian:

Yeezy Vibes @makeupbymario @tokyostylez

A photo posted by Kim Kardashian West (@kimkardashian) on

Falls Sie auf Fußballer in beknackten Klamotten stehen, haben wir als kleine Zugabe noch diese schöne Bildergalerie für Sie vorbereitet:

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