Frankfurt/Main (dpa) - Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat sich von Trainer Armin Veh getrennt. Einen Tag nach dem 1:1 gegen den FC Ingolstadt reagierte der Tabellen-16. damit auf die Talfahrt der Hessen.

"Es ist nie schön, einen Trainer zu entlassen. Wir werden zeitnah handeln", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Es ist der sechste Trainerwechsel in dieser Bundesliga-Saison.

In einer Club-Mitteilung hatte Bruchhagen betont, dass Veh "bis zuletzt unser Vertrauen gehabt" habe. "Dennoch wollen wir mit einem Trainerwechsel der Mannschaft im Abstiegskampf einen wichtigen Impuls geben, damit wir den Klassenerhalt schaffen."

Die Frankfurter warten seit sieben Spielen auf einen Sieg und sind auf den Relegationsrang abgerutscht. Vorerst übernimmt Co-Trainer Reiner Geyer das Training. Der endgültige Veh-Nachfolger soll schon im nächsten Spiel am 26. Spieltag bei Borussia Mönchengladbach auf der Bank sitzen. "Das ist unsere Absicht", sagte Bruchhagen.

Zugleich soll der neue Trainer nicht nur die Mission Klassenverbleib schaffen, sondern langfristig in Frankfurt tätig sein. "Es ist schon unser Ziel, einen Trainer zu finden, der viele Ziele erreicht. Nämlich dass er den Klassenerhalt schafft und dann in der Struktur und in der Zusammenstellung der Mannschaft für die neue Saison eine entscheidende Rolle spielt."

Der 55-jährige Veh war zu Beginn der Saison zur Eintracht zurückgekehrt. Er besaß einen Kontrakt bis 2017. Schon zwischen 2011 bis 2014 hatte er die Hessen trainiert. In der vergangenen Spielzeit hatte er den VfB Stuttgart betreut, trat aber im November 2014 zurück.

Es hatte sich bereits nach dem Spiel gegen Ingolstadt angedeutet, dass sich bei der Eintracht in der Trainerfrage etwas tun würde. "Ich weiß es nicht, keine Ahnung", entgegnete Veh sichtlich angeschlagen auf die Frage nach seiner Zukunft. "Darauf möchte ich nicht antworten", sagte er zu den "Armin raus"-Rufen der Fans. Vorstandschef Bruchhagen stellte sich erst gar nicht den Fragen der Journalisten. "Wir müssen das jetzt erst einmal sacken lassen und entscheiden dann", meinte Sportdirektor Hübner. Diese Entscheidung fiel dann gegen Veh aus.

Schon vor der Trennung waren mehrere Namen als mögliche Nachfolger gehandelt worden. Der ehemalige Gladbacher, Augsburger und Hertha-Coach Jos Luhukay, der Ex-Lauterer Kosta Runjaić, der frühere Hoffenheimer Markus Gisdol, Mirko Slomka und Eintracht-Jugendtrainer Alexander Schur wurden bereits genannt. Auch über Tayfun Korkut wird spekuliert. Mit dem ehemaligen Trainer von Hannover 96 hatte die Eintracht vor der Verpflichtung von Veh schon einmal gesprochen.© dpa