Im Sommer steht ziemlich sicher eine turbulente Transferphase bevor. Und der FC Bayern München dürfte mit Trainer Carlo Ancelotti ordentlich mitmischen.

Es dauert noch rund fünf Monate, bis Carlo Ancelotti die erste Trainingseinheit beim FC Bayern München leiten wird. Die verbleibende Freizeit nutzt der 56-Jährige für Stadionbesuche bei den internationalen Topvereinen.

Am Sonntag sah er die Partie zwischen dem FC Arsenal und Leicester City in London, nur zwei Tage später das Champions-League-Spiel zwischen Paris St. Germain und dem FC Chelsea. Möglicherweise um nach Verstärkungen für die Bayern Ausschau zu halten?

Es gilt unter Experten als sehr wahrscheinlich, dass es im Sommer turbulent auf dem Transfermarkt zugehen wird. Denn: Ab der Spielzeit 2016/2017 greift in der Premier League der neue TV-Deal. Die englischen Vereine kassieren in den kommenden drei Spielzeiten rund 6,9 Milliarden Euro.

Dieses Geld werden Manchester United und Co. ziemlich sicher für Mega-Transfers nutzen. Und starke Auftritte einiger Stars bei der bevorstehenden Europameisterschaft dürften die Preise für Neuverpflichtungen noch weiter in die Höhe treiben.

Wie viel wird der FC Bayern investieren?

Das bedeutet: Auch der deutsche Rekordmeister wird ordentlich Geld in die Hand nehmen müssen, um mit der Konkurrenz im Werben um neue Spieler mithalten zu können.

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Aufgrund der aktuellen Verletzungsmisere entwickelt sich die Verteidigung der Bayern zum Sorgenkind. Um kommende Saison nicht das gleiche Problem zu haben, werden die Münchner in diesem Bereich investieren müssen.

Als möglicher Kandidat gilt Bayer Leverkusens Innenverteidiger Jonathan Tah. Mit seinen 19 Jahren hat er sich bereits an das Niveau der Champions League gewöhnt. Er ist zweikampf- und kopfballstark, hat eine hohe Schnelligkeit und eine gute Spieleröffnung.

Allerdings werden auch viele andere Innenverteidiger, wie zum Beispiel Leonardo Bonucci von Juventus Turin oder Mateo Musacchio vom FC Villarreal mit dem deutschen Rekordmeister in Verbindung gebracht.

Daniel Carvajal wäre eine sinnvolle Verpflichtung

Auch auf der rechten Außenverteidigerposition wäre Bedarf. Kapitän Philipp Lahm und Rafinha sind bereits über 30 Jahre alt.

Laut der spanischen Sportzeitung "AS" befindet sich der 24-jährige Daniel Carvajal von Real Madrid auf dem Münchner Einkaufszettel. Carvajal hat bei den Madrilenen bereits zwei Jahre unter Ancelotti gespielt und war als Stammspieler gesetzt.

Überhaupt erscheint es wahrscheinlich, dass Ancelotti gerne einige seiner ehemaligen Madrid-Stars an der Säbener Straße begrüßen würde.

Laut der spanischen Sportzeitung "Sport" hat er dem Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge empfohlen, James Rodriguez und Karim Benzema zu verpflichten.

Carlo Ancelotti favorisiert kreative Offensivspieler

Offizielle Statements gibt es dazu selbstverständlich nicht. In einem Interview mit "Goal.com" lässt Ancelotti allerdings durchblicken, was ihm wichtig ist: "Beim offensiven Ansatz geht es um die Kreativität. Man muss sich auf die Fähigkeiten seiner Spieler verlassen, die ihre Technik und ihre Kreativität im Angriff einbringen müssen." Rodriguez würde diesen Anspruch erfüllen.

Holger Badstuber hat sich schon wieder schwer verletzt. Die Saison dürfte für ihn damit gelaufen sein und auch die Europameisterschaft scheint unerreichbar. Was aber bedeutet diese erneute Verletzung für Badstubers Karriere? Und was für die Bayern, denen der dritte gelernte Innenverteidiger wegbricht?

Die Ausstiegsklausel bei Rodriguez soll zwar astronomische 500 Millionen Euro betragen. Jedoch gilt das Verhältnis zwischen Real und dem Kolumbianer als angespannt, sodass die Madrilenen verhandlungsbereit sein könnten.

Stürmer Benzema hingegen dürfte lediglich zum Thema werden, falls Robert Lewandowski im Ausland eine neue Herausforderung sucht.

Bei einem Lewandowski-Weggang wäre auch Edinson Cavani ein interessanter Mann. Ancelotti konnte sich erst am Dienstagabend davon überzeugen, wie treffsicher der Uruguayer ist, als der Stürmer zum 2:1 gegen Chelsea traf.

Laut der französischen Fachzeitung "L'Équipe" fühlt sich Cavani in Paris nicht wertgeschätzt und möchte Frankreich verlassen. Vielleicht eine gute Gelegenheit für die Bayern?

Leroy Sané ein weiterer Kandidat für den FC Bayern

Für die gewünschte Kreativität in der Offensive könnte Leroy Sané vom FC Schalke 04 sorgen. Der 20-Jährige hat mit seiner unbekümmerten und frechen Spielweise europaweit für Furore gesorgt.

Noch äußert sich Matthias Sammer zurückhaltend. "Er ist ein sehr interessanter Spieler. Er ist schnell und technisch stark, aber wir müssen seine Entwicklung abwarten", wird der Sportvorstand in der "tz" zitiert.

Jedoch ist es der selbsterklärte Anspruch der Bayern, immer die besten deutschen Nationalspieler im Kader zu haben. Sané könnte nach einer starken EM zu diesem Kreis zählen.