Holger Badstuber haut auf den Putz. Der Verteidiger kritisiert in aller Öffentlichkeit die Jugendspieler des FC Bayern. Er findet: "Die Jugend ist zu bequem."

Holger Badstuber ist der Vorzeigekämpfer der Bundesliga. Der Verteidiger gibt nicht nur auf dem Platz alles, sondern er hat sich auch nach jeder Verletzung wieder zurückgequält. Mehr als 150 Spiele für den FC Bayern hat Badstuber während seiner Leidenszeit verpasst.

Klar, dass so einer es seltsam findet, wenn andere Spieler nicht gewillt sind, für ihren Beruf als Fußballprofi alles zu geben. Besonders die Einstellung der Jugendspieler des FC Bayern stößt Badstuber dabei sauer auf.

"Die Jugend von heute ist zu bequem", findet der 28-Jährige. "Es ist eine super Sache, wenn man bei Bayern spielen darf, ein Privileg. Das muss man sich auch hinter die Ohren schreiben."

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Viele Jugendspieler sind sich dieses Privilegs jedoch anscheinend kaum bewusst und "hauen sich nicht voll rein", glaubt Badstuber. "Man muss noch mehr Biss haben. Vielleicht werden diese Spieler auch vom Umfeld bedient, keine Ahnung", mutmaßt er. "Das ist nicht mehr das, was es früher war."

Badstuber: Talente könnten sich durchsetzen

Konkrete Namen nannte Badstuber bei seiner Standpauke nicht. Seine deutlichen Worte dürften jedoch unter anderem auf Sinan Kurt und Gianluca Gaudino gemünzt sein. Die beiden Talente haben die Bayern gerade verlassen, nachdem sie sich nicht durchsetzen konnten.

Badstuber ist sich jedoch sicher, dass es auch für junge Spieler möglich ist, sich im Profikader des FCB durchzusetzen: "Gerade haben wir eine sehr junge Mannschaft, die noch wachsen kann. Dennoch ist der Weg für Talente nicht blockiert, auch den Sprung bei uns zu schaffen. Wenn man das unbedingt will und alles dafür tut, und wenn man auch Geduld hat, dann ist die Tür nicht zu."

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Badstuber will seine Kritik dabei auf keinen Fall als Nörgelei an seinem Verein verstanden wissen: "Ich kritisiere nicht den FC Bayern, ich kritisiere eher die Spieler", stellt er klar.

Die hätten immerhin genügend Vorbilder im Verein. Badstuber selbst zum Beispiel, aber auch David Alaba, Thomas Müller oder Kapitän Philipp Lahm. "Wir haben ein Ziel gehabt und das gnadenlos verfolgt. Wir haben nicht nach links oder rechts geschaut, wir haben unser Ding durchgezogen."

Konzentration auf den HSV

Nun konzentriert sich Badstuber aber lieber auf den Rückrundenstart gegen den Hamburger SV am Freitag (20:30, LIVE bei uns im Ticker).

"Wir wissen, dass es nicht mehr der HSV der letzten Jahre ist, sie haben aufgeholt und haben Selbstvertrauen", wurde der 26-Jährige vor dem Spiel auf der Website seines Vereins zitiert. "In Hamburg ist es nie so einfach: Super Stadion, super Stimmung, sie sind heiß. Wir wissen alle, was auf uns zukommt."

Beide Teams starten mit Dämpfern in die Rückrunde: Während die Münchner ihren einzigen Test beim Karlsruher SC knapp mit 1:2 verloren, kassierten die Hanseaten in der Vorbereitung gar drei Niederlagen.

Mit einem Sieg in Hamburg könnte der Rekordchampion sein Punktepolster von acht Zählern auf Verfolger Borussia Dortmund weiter ausbauen. "

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(ska/dpa)