In einem irren Duell hat Bayer Leverkusen dank einer Leistungssteigerung seine vierte Niederlage in der Fußball-Bundesliga nacheinander abgewendet und selbst dem Augsburger Drei-Tore-Mann Ja-Cheol Koo die Show gestohlen.

Mit einem verwandelten Handelfmeter rettete Hakan Calhanoglu (90.+3) der lange Zeit erschreckend harmlosen Werkself in einer nach dem 0:3-Rückstand längst verloren geglaubten Partie zumindest noch einen Zähler.

Es war das erste Mal, das Leverkusen nach einem solchen Handicap noch punktete.

Dramatik und Treffer im Minutentakt: 26 Treffer in sechs Partien.

Koo (5. Minute/44./57.) hatte die Fuggerstädter mit seinen Saisontoren fünf, sechs und sieben lange auf den ersehnten Befreiungsschlag im Abstiegskampf hoffen lassen. Wegen Handspiels musste Jeffrey Gouweleeuw (90.+2) mit Rot vorzeitig zum Duschen.

Vor 27.610 Zuschauern bewahrten Karim Bellarabi (60.), Paul Verhaegh (80./Eigentor) und Calhanoglu Bayer vor dem nächsten Rückschlag und setzten damit auch ein Zeichen für ihren Trainer Roger Schmidt.

Der letztmals gesperrte Schmidt verzichtete auf einen Besuch des Gastspiels seiner erst am Ende kämpfenden Elf und reiste stattdessen nach Spanien zur Beobachtung des kommenden Europa-League-Gegners FC Villarreal.

Baier zurück ins Mittelfeld

Die wichtigste Veränderung beim FCA gab es im Mittelfeld. Rund vier Wochen nach seinem Haarriss im Sprunggelenk kehrte Daniel Baier ins defensive Mittelfeld zurück. Raul Bobadilla war für die Startelf zwar vorgesehen, musste wegen einer Verletzung beim Aufwärmen aber kurzfristig für Alexander Esswein Platz machen.

Leverkusen musste notgedrungen auf mehr als ein halbes Dutzend Profis verzichten. Schwer wog vor allem der erstmalige Verzicht auf die beiden Topstürmer Stefan Kießling und Chicharito.

Jonathan Tah musste kurzfristig für Admir Mehmedi auf die Bank.

Ohne ihren gesperrten Cheftrainer Schmidt, der beim 0:1 gegen Borussia Dortmund eine Spielunterbrechung provoziert hatte, geriet die Werkstruppe gleich in Rückstand.

Esswein traf nach einem Patzer von Wendell zwar nur die Unterkante der Latte, im Nachschuss war Koo jedoch zur Stelle. Dem FCA kam die Führung sehr gelegen, sie verlegten sich auf's Kontern.

Bayer war nun im Spielaufbau gefordert, doch zündende Ideen hatten Calhanoglu, Bellarabi & Co. nicht. Die besten Chancen für die Gäste hatten Mehmedi (21.), der den rechten Pfosten traf, und Bellarabi (35.), bei dessen Schuss Marwin Hitz auf dem Posten war.

Die Hausherren hatten in der Offensive im Grunde nichts mehr zu bieten. Doch kurz vor der Pause spitzelte Alfred Finnbogason Bayer-Keeper Bernd Leno den Ball noch weg. Bei seinem Abpraller vom Pfosten war wieder Koo per Abstauber da.

Bayer fiel auch nach dem Wechsel erschreckend wenig ein. Dafür setzte Koo nach einer Vorlage mit der Brust von Finnbogason seine Show fort und erzielte seinen ersten Bundesliga-Dreierpack.

Der Anschlusstreffer der Gäste von Bellarabi fiel dann überraschend, bei dem Schuss aus spitzem Winkel sah Hitz nicht gut aus. Sattelfest präsentierten sich die Augsburger defensiv nun nicht mehr, die Leverkusener wachten endlich auf und retteten zumindest noch einen Zähler.© dpa

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