Bremen (dpa) - Aufreizend lässig trat Sandro Wagner zum Elfmeter an. Die Pfiffe ignorierte der ehemalige Bremer Fußballprofi, ließ Werder-Keeper Felix Wiedwald ins linke Eck hechten - und schob den Ball ganz cool in die Mitte zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich des SV Darmstadt 98 ein.

Es war bereits Wagners dritter Treffer gegen seinen ehemaligen Verein in der laufenden Bundesliga-Saison. Noch vor vier Jahren war er bei Werder nicht mehr erwünscht und aussortiert.

"Es war schon Druck da", sagte der Stürmer nach dem 2:2 der Hessen in Bremen. "Ich habe früher an dieser Stelle schon mal einen Elfmeter gemacht, von daher war es eine komische Situation". Dieses Mal buhten die Werder-Fans Wagner aus, der selbst gefoult worden war.

"Klar, dass die sich aufregen", sagte der 28-Jährige und zeigte Verständnis für den Fanblock: "Wenn ich da drin wäre, würde ich mich auch aufregen. Das gehört dazu. Ich würde auch nicht jubeln, wenn der Gegner einen Elfmeter bekommt."

Wagner, der in 48 Spielen für Werder - darunter 18 Drittliga-Partien für die 2. Mannschaft - insgesamt zwölf Treffer erzielte, zeigte keine Genugtuung. "Das ist schon lange her, nur die eine Szene erinnert mich daran", sagte er. Und schob später das Vereins-Motto hinterher: "Wir sind Darmstadt 98, wir legen Demut an den Tag."© dpa