Bahnt sich in Deutschland die große Fußballrevolution an? Ein Bericht der "Bild" legt genau das nahe. Dem Blatt liegt offenbar ein Strategiepapier der Bundesliga vor, in dem es vor allem um Veränderungen im DFB-Pokal und bei der Verteilung von TV-Geldern gehen soll.

Dass die Bundesliga sich Sorgen macht, auf Dauer nicht mit der von TV Geldern überfluteten Premier League aus England mithalten zu können, ist nicht neu. Vor allem der Vorstand des FC Bayern München plädiert schon länger auf eine Neuverteilung der TV-Gelder, um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs auch in Zukunft zu garantieren.

Nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

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Wie die "Bild" berichtet, soll allen Profi-Vereinen ein Strategiepapier vorliegen, in dem es um tiefgreifende Veränderungen im deutschen Fußball geht.

Neuverteilung der TV-Gelder

Bei der Neuverteilung der TV-Gelder sieht das Papier verschiedene Alternativen vor. Aktuell kassiert die Liga 708 Millionen Euro aus TV-Erlösen. Die 2. Liga wird dabei mit 20 Prozent (142 Millionen Euro) beteiligt. Zum Vergleich: Die englische Premier League bekommt bis 2019 über drei Milliarden Euro. Davon kann Deutschland nur träumen.

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Dennoch soll der finanzielle Abstand zwischen den beiden Ligen ab 2017 zumindest ein wenig geringer werden. Dann läuft der aktuelle TV-Vertrag aus und es wird neu verhandelt.

Die Bundesliga hofft darauf, dass die TV-Erlöse dann auf eine Milliarde Euro steigen. Für die Verteilung sieht das Strategiepapier laut "Bild" drei verschiedene Alternativen vor:

  • Die 2. Liga wird weiterhin mit 20 Prozent beteiligt.
  • Die 2. Liga bekommt 142 Millionen Euro. Das entspräche lediglich 14 Prozent der Gesamtsumme bei einer Einnahme von einer Milliarde Euro.
  • Die 2. Liga wird flexibel an den TV-Einnahmen beteiligt, bekommt aber nie weniger als 15 Prozent.

Die dritte Alternative dürfte laut "Bild" die wahrscheinlichste sein.

Reformation im DFB-Pokal?

Doch das ist nicht die einzige Änderung, die das Papier vorsieht. Auch der DFB-Pokal könnte generalüberholt werden. Ziel soll es dabei vor allem sein, die Europapokal-Teilnehmer zu entlasten.

Die Idee: Amateur- und Bundesligaklubs starten nicht mehr gleichzeitig in die erste Runde.

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Stattdessen müssten Amateurvereine zwei Runden überstehen, um auf Top-Klubs wie den FC Bayern München oder Borussia Dortmund treffen zu können.

Darüber hinaus gibt es weitere Reformvorschläge, die vor allem die Struktur des DFB betreffen. Nach der Affäre um die WM-Vergabe 2006 soll der Verband nämlich dringend professionalisiert werden.

Dazu könnte auch die Gründung einer DFB GmbH, die sich um die finanziellen Aspekte kümmert, gehören.

Ob die Reformen durchgeführt werden, wird sich aller Voraussicht nach beim außerordentlichen DFB-Bundestag im April entscheiden. (ska)