Berlin (dpa) - Die Meisterfrage ist schon lange entschieden. Die Champions-League-Plätze sind praktisch vergeben und auch in der Europa-Leauge-Frage zeichnet sich eine Entscheidung ab. Spannend bleibt in der Fußball-Bundesliga aber der Kampf gegen den Abstieg.

Sechs Teams müssen auch nach dem 32. Spieltag noch zittern und liegen nur vier Punkte auseinander. Was spricht für und gegen die Kandidaten?

Das spricht für Hertha BSC (Platz 13, 34 Punkte, 35:50 Tore):

- Der Vorsprung auf Platz 16, auch wenn er immer knapper wird. Es reicht wohl ein weiterer Sieg.

- Unter Pal Dardai stimmen wieder Taktik und Teamgefüge.

- Im nächsten Heimspiel kommt die schon gerettete Frankfurter Eintracht, gegen die Hessen gab es in der Vorsaison ein 6:1.

Das spricht gegen Hertha BSC:

- Die Stimmung ist nach fünf Spielen ohne Sieg wieder angespannt.

- Viele Punkte wurden in der Schlussphase verspielt - fehlt da die Kondition?

- Nur zwei Tore in den letzten 452 Bundesliga-Minuten - Durchschlagskraft im Angriff sieht anders aus.

Das spricht für den Hamburger SV (Platz 14, 32 Punkte, 22:48 Tore):

- Drei Spiele ohne Niederlage geben neuen Mut. Die Tendenz geht nach oben.

- Das Team ist in der Lage, Spiele zu drehen, das gelang gegen Augsburg, Mainz und Freiburg.

- Trainer Bruno Labbadia sprüht vor Energie.

Das spricht gegen den Hamburger SV:

- Die Fußball-Qualität des Teams ist enorm limitiert.

- Der mit Abstand schlechteste Liga-Angriff ist hauptverantwortlich für ein schlechtes Torverhältnis.

- Dreimal wurde das Glück zuletzt auch erzwungen. Kann so eine Serie noch länger anhalten?

Das spricht für den SC Freiburg (Platz 15, 31 Punkte, 33:44 Tore):

- Das Team spielt einen Fußball ohne Angst. Trainer Christian Streich schwärmte zurecht von einem tollen Charakter.

- Das mit Abstand beste Torverhältnis aller Kandidaten.

- Das Umfeld ist vergleichsweise entspannt. Mediale Hysterie wie in Berlin oder Hamburg gibt es im Breisgau nicht.

Das spricht gegen den SC Freiburg:

- Schön spielen allein reicht ganz sicher nicht.

- Nächste Woche kommen die Bayern - drei Bundesliga-Niederlagen in Serie will sich der Meister gewiss nicht erlauben.

- Die badische Idylle kann auch hinderlich sein. Wer setzt die Reizpunkte im Abstiegskampf?

Das spricht für Hannover 96 (Platz 16, 31 Punkte, 36:54 Tore):

- Ein leichter Aufwärtstrend ist da, immerhin wurde gegen Wolfsburg und Werder nicht verloren.

- Das Restprogramm bietet mit Spielen in Augsburg und gegen Freiburg keinen Kracher.

- Keine Serie kann ewig dauern. Statistisch ist ein Sieg schon lange fällig.

Das spricht gegen Hannover 96:

- 16 Spiele ohne Sieg haben die Mannschaft komplett verunsichert.

- Der Trainerwechsel zu Michael Frontzeck hat nicht den gewünschten Umschwung gebracht.

- Schon oft stieg eine Mannschaft ab, die noch im Frühjahr niemals mit einem Absturz gerechnet hätte.

Das spricht für den SC Paderborn (Platz 17, 31 Punkte, 29:59 Tore)

- Ein Spiel mehr als die Konkurrenz bietet eine Chance mehr zum Punkten. An diesem Sonntag kommt der VfL Wolfsburg.

- Der Aufsteiger hat sich seinen Underdog-Status bewahrt. Eigentlich rechnen alle jenseits der Stadtgrenzen weiter mit dem Abstieg, das hat schon die ganze Saison immer wieder Kräfte freigesetzt.

- Team, Trainer und Verein sind eine Einheit. Die Wagenburg in Ostwestfalen steht.

Das spricht gegen des SC Paderborn:

- Das Restprogramm ist nicht ohne. Wolfsburg und Schalke scheinen zu dicke Brocken zu sein - und dann kommt der VfB Stuttgart zu einem Endspiel.

- Die Qualität des Kaders erwies sich im Saisonverlauf als nur bedingt bundesligatauglich, wenn Einsatz und Cleverness mal nicht ausreichten.

- Die schlechteste Abwehr im Tabellenkeller ist kein Garant für Stabilität.

Das spricht für den VfB Stuttgart (Platz 18, 30 Punkte, 38:58 Tore):

- Die Formkurve zeigt leicht nach oben. Die drei Punkte gegen Mainz müssen Kräfte freimachen.

- Das Restprogramm lässt alle Chancen. Gegen den HSV und in Paderborn würden mit Siegen gleich auch noch Konkurrenten geschwächt.

- Trainer Huub Stevens ist ein Altmeister des Abstiegskampfs.

Das spricht gegen den VfB Stuttgart:

- Die Tabelle lügt nicht. Die Schwaben gehen mit der schlechtesten Ausgangsposition in den Endspurt. Schon eine Niederlage gegen den HSV kann das Ende sein.

- Zu viele Punkte wurden in den letzten Spielminuten verspielt. Dem jungen Team fehlt es an Glück und Nerven.

- Schon im Vorjahr verhalf mehr die schwache Konkurrenz als die eigene Stärke zur Rettung. Wunder im Abstiegskampf gibt es aber nicht als Abo.© dpa