Dortmund (dpa) - Die Vorkommnisse beim Dortmunder 2:0 gegen Ingolstadt haben die Debatte um den Videobeweis in der Fußball-Bundesliga befeuert. Noch während die BVB-Profis das 1:0 von Pierre-Emerick Aubameyang bejubelten, wurde das Tor im Stadion auf einer Videoleinwand übertragen.

Daraufhin bestürmten die Ingolstädter Profis den Referee, um ihn auf die Abseitsposition des Torschützen hinzuweisen. Doch Winkmann berief sich auf die Tatsachenentscheidung. Das veranlasste FCI-Coach Ralph Hasenhüttl zu einem Plädoyer für den Videobeweis. "Jeder im Stadion hat es auf der Leinwand gesehen, aber der Schiedsrichter kann es nicht zurücknehmen." Dieser Meinung schlossen sich auch die Dortmunder an, obwohl sie von der Fehlentscheidung profitierten. "Es wäre sehr wichtig, wenn nur regelkonforme Tore fallen würden. Dann müsste man bei zehn bis 15 Prozent anders entscheiden", kommentierte Weltmeister Mats Hummels.

Ähnlich argumentierte BVB-Coach Thomas Tuchel: "Ich bin absoluter Befürworter, jedes Tor zu überprüfen. Ich finde es unerträglich, dass die Vier, die das Spiel leiten, es nicht wissen. Aber jeder der ein Smartphone dabei hat, weiß es zehn Sekunden später."

Möglich, dass die Forderungen bald erhört werden. Denn die konservativen Regelhüter des Weltverbands FIFA wollen dem Videobeweis eine Chance geben. Die Direktoren des International Football Association Board haben der Vollversammlung vom 4. bis 6. März in Cardiff/Wales eine "starke Empfehlung" ausgesprochen, entsprechende Tests zu beschließen.© dpa