St. Petersburg (dpa) - Hakan Calhanoglu ist dafür bekannt, den Ball wie einst Englands Superstar David Beckham streicheln zu können. Frei- und Eckstöße schießt er mit raffiniertem Drall vor oder auch ins Tor.

Nun hat der 20 Jahre alte Ballverteiler von Bayer Leverkusen im Champions-League-Spiel bei Zenit St. Petersburg (2:1) mit einer neuen Seite seiner Fußball-Fähigkeiten geglänzt: Als kämpfender, umsichtiger "Sechser" im defensiven Mittelfeld.

"Hakan hat es super gemacht", lobte Abwehrchef Ömer Toprak den für 14,5 Millionen Euro vom Hamburger SV zum Werksclub gewechselten Calhanoglu. "Wir wissen, dass er mehr kann." Eigentlich war es nur eine Notlösung, den Deutsch-Türken vor die Abwehr zu beordern, da nach dem kurzfristigen Ausfall von Kyriakos Papadopoulos Bayer die "Sechser" ausgegangen waren. Schon länger stehen Simon Rolfes, Gonzalo Castro und Stefan Reinartz auf der Verletztenliste.

Dass er gegen den FC Zenit als Defensivmann groß aufspielte, war keineswegs selbstverständlich. Schließlich musste er drei Tage zuvor die Anfeindungen von Fans des HSV erleiden, die ihm den Wechsel an den Rhein übelnehmen. "Man muss Hakan loben, wie er damit umgegangen ist. Der Junge hat auch Qualität im Kopf", meinte Toprak, der mit ihm in der türkischen Nationalmannschaft spielt.© dpa