Mönchengladbach muss trotz 2:1 in Europa League
Der Bundesliga-Vierte der vorigen Saison muss sein internationales Comeback nach 16 Jahren in der Europa League fortsetzen. "Es ist eine große Enttäuschung, aber wir haben das Spiel zu Hause verloren", analysierte Borussia-Coach Lucien Favre.
Vor 66 862 Zuschauern im Olympiastadion sorgten ein Eigentor von Jewgeni Chatscheridi (70. Minute) und Juan Arangos Kopfballtreffer (78.) für den Achtungserfolg der Gladbacher, die eine konzentrierte Vorstellung boten und ganz dicht dran waren. Ideye Brown verkürzte erst in der 88. Minute für Dynamo.
"Wir sind alle enttäuscht, denn in den letzten Minuten war mehr drin. Wir hätten in der ersten Halbzeit ein Tor gebraucht", sagte Gladbachs kaum geprüfter Torhüter Marc-André ter Stegen. "Wir haben ein perfektes Spiel gemacht, aber leider das dritte Tor nicht geschafft. Schade, aber das 1:3 aus dem Hinspiel war einfach zu viel", resümierte Borussia-Kapitän Filip Daems.
Das eine fehlende Tor schlägt für die Borussia finanziell schwer zu Buche: Während die Champions-League-Teilnehmer 8,6 Millionen Euro Antrittsprämie kassieren, gibt es in der Europa League nur 1,3 Millionen zu verdienen. Als bisher einzigen deutschen Clubs im Europacup war es Bayern München gegen Inter Mailand (1988) und dem VfB Stuttgart gegen Feyenoord Rotterdam (1998) gelungen, einen Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel auswärts noch zu drehen.
Couragiert und entschlossen ging das Favre-Team die schwierige Aufgabe in der ukrainischen Hauptstadt an. Und die große Möglichkeit, dem Ganzen bereits früh eine Wende zu geben, bot sich bereits nach 70 Sekunden. Von Arango freigespielt spitzelte Patrick Herrmann den Ball an Keeper Maxim Kowal, allerdings auch knapp am Tor vorbei. "Ärgerlich, dass der nicht reingeht", lamentierte der 21-Jährige.
Zwar verzeichneten die Borussen in der ersten Halbzeit 60 Prozent Ballbesitz, allerdings machten sie vor rund 2000 mitgereisten Fans zu wenig aus ihren optischen Vorteilen. Obwohl Herrmann, Arango und der Schweizer Neuzugang Granit Xhaka ein enormes Laufpensum absolvierten, kam der entscheidende Pass zu selten an.
Die Ukrainer waren im Bewusstsein des Zwei-Tore-Vorsprungs eher auf Ballkontrolle als auf Tore aus. Dennoch durften die Gladbacher den wieselflinken Brown in Dynamos Sturmzentrum nicht aus den Augen lassen. In der 4. Minute spitzelte Martin Stranzl dem einschussbereiten Brown den Ball im letzten Moment vom Fuß.
Auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte war die Borussia einem Treffer näher als die weiter sehr verhalten auftretenden Gastgeber. Als Schlussmann Kowal einen Arango-Schuss nicht festhalten konnte, verpasste der nachsetzende Herrmann das mögliche 0:1 (53.). Der für zwölf Millionen Euro verpflichtete Niederländer Luuk de Jong konnte sich im Gladbacher Angriffsspiel dagegen nur selten in Szene setzen.
So musste ein Dynamo-Spieler den Gladbachern den Weg zum Erfolg ebnen: 20 Minuten vor dem Ende köpfte Chatscheridi eine Arango-Flanke unhaltbar für Kowal in die eigenen Maschen. Als der überragende Arango wenig später einen Eckball von Alexander Ring wuchtig zum 2:0 einköpfte, lag sogar die Sensation in der Luft. Doch mit Glück und Geschick retteten sich die Ukrainer über die Zeit.
177 Meinungen zu "Gladbach zu schwach für Kiew"
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PJS51
Donnerstag, 30.08.2012, 17:50 Uhr Es tut mir leid für Gladbach ! Sehr gut gekämpft , aber viel zu viele Abspielfehler , Pässe über einpaar Meter kamen nicht an, mangelde Ballsicherheit . Schade Schade -
Holz12
Donnerstag, 30.08.2012, 15:32 Uhr Hinterher wird nur noch schöngeredet und die Deutschen jammern wie die Ziegen! Sie sind selber Schuld, hätte MG=Maschienengewehr zu Hause besser spielen können! Viele Grüße aus dem Süden, bin auf dem Grünten! -
supaopa
Donnerstag, 30.08.2012, 12:40 Uhr Gladbach hatte eine teilweise konfuse, unorganisierte ukrainische Mannschaft mit einem sehr unsicheren und unerfahrenem Tormann nicht mit 2-3 weiteren Toren schlagen können. Das ist das eigentliche Wunder von Kiew! -
MikeMolto44
Donnerstag, 30.08.2012, 12:14 Uhr Hallo Leute, schade, schade BMG, da war mehr drin! Natürlich wurde die Qualifikation im Heimspiel vergeigt. Aber wenn man das Spiel in Kiew als neutraler Fan gesehen hat, kommt man zu dem Schluss, dass das Team von Borussia Mönchengladbach noch nicht in Höchstform ist – die Spritzigkeit und die geistige Frische fehlten gestern Abend. Die doch zahlreichen Torchancen wurden nicht konsequent ausgenutzt (wache Stürmer erkennen, dass Kiews Torwart ein Unsicherheitsfaktor war). Aber man muss fairer Weise auch sagen, dass der Aderlass mit Reus, Dante und Neustädter noch nicht kompensiert ist, und den Neuzugängen sollte man wohl noch ein bisschen Zeit geben. Hinzu kommt noch die brave und faire Art der Borussen-Spieler im Zweikampfverhalten, die in der CL gnadenlos ausgenutzt wird. Die Spieler von Dynamo Kiew haben jeden Versuch einer flüssigen Kombination der Fohlen-Elf mit Halten am Trikot, die Zweikämpfe mit Schubsen und Sperren im Keim erstickt. Ja, sie haben halt einfach mehr ihren Körper eingesetzt. Nebenbei bemerkt, wenn man überlegt, dass Franck Ribéry für ein ähnliches Foul, wie das von Vukojewic (gelb) an Hermann – 5 Spiele Sperre bekam (2010), da stellt sich die Regelung "Tatsachen-Entscheidung" der Schiedsrichter doch arg in Frage. Was mir noch aufgefallen ist, die Spieler von Kiew haben sich bei der leichtesten Berührung des Gegners ausnahmslos fallen lassen. Ich nenne so etwas Schwalben produzieren am Fließband. Das Tor von Kiews Sturmspitze Brown (für mich Kiews bester Spieler) war allerdings ein Sahnestückchen. Man konnte erkennen, dass Kiews Spieler gestern Abend wacher, spritziger und schneller waren. PS: Der Schiri hat keine spielentscheidenden Fehler gemacht, aber es gibt bestimmt 1 Million bessere Referees, wo gräbt die UEFA diese Herren nur immer aus? Sorry, OK, ich übertreibe bei der Bewertung des Schiris ein bisschen, aber nur ein bisschen. Hinzu kommt noch, dass das M’gladbach-Team ja auch eine Borussia ist :-) Eigentlich, wenn man beide Spiele bewertet, ist BMG recht unglücklich gescheitert. Kopf hoch BMG, beim nächsten Auftritt in Europa wird es garantiert besser. Noch zu bemerken wäre, dass Arango ein Superplayer ist, lasst euch diesen Spieler nicht auch noch wegschnappen. -
Abrax
Donnerstag, 30.08.2012, 12:10 Uhr @ Tinky Ich würde vielleicht erstmal alle Landesmeister bevorzugen.Wie man dann noch die anderen Plätze vergibt und in welcher Zahl,das ist dann eine andere Frage.Sportlich würde ich das favorisieren,wirtschaftlich ist es natürlich Unfug. -
babbelnet
Donnerstag, 30.08.2012, 12:07 Uhr "Unsere Mannschaft hat überzeugt und wird sich in der Euroliga die notwendige Reife holen für zukünftige Teilnahmen in der europaeischen Königsklasse. Das große Geld können wir dann immer noch verdienen." dirpo mal jetzt nicht abheben,wo kommt gladbach denn her,vorletzte saison fast abgestiegen und dann eine tolle letzte runde gespielt mit dem verdienten 4.platz.aber schön auf dem teppich bleiben,gladbach kann froh sein wenns am ende dieser saison für platz 6 reicht,was schwer genug werden wird... -
Abrax
Donnerstag, 30.08.2012, 12:07 Uhr @ Company Man weiß ja auch nicht,wie Kiew gespielt hätte,wenn sie nicht diesen beruhigenden Vorsprung mitgebracht hätten.Man kann nur spekulieren. Die Auslosung wird interessant.Dortmung ist ja noch in das 4.Töpfchen abgerutscht.Aber ob 3.Topf oder 4. dürfte auch wurscht sein. Ich finde das ganze Gesetze und Zugelose übertrieben,vor allem dann nach der Gruppenphase.Die Erstplatzierten dürfen nicht gegeneinander spielen,Mannschaften aus der selben Gruppe nicht,Mannschaften aus dem selben Land nicht... Da bleibt nicht so sehr viel Spannung übrig.
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