Leipzig gegen Wolfsburg. Red Bull gegen VW. Das Achtelfinal-Duell zwischen RB Leipzig und dem VfL Wolfsburg ist auch ein Duell zweier erfolgreicher Konzerne. Dank ihrer großzügigen Sponsoren sind beide Klubs sportlich momentan so erfolgreich. Auf lange Sicht gesehen könnten sie sogar die größten Konkurrenten des FC Bayern München werden.

"Geld schießt keine Tore", so lautet ein berühmtes Zitat der Trainer-Legende Otto Rehhagel. Diese Aussage tätigte der Erfolgscoach im Jahr 1987 - als noch ausschließlich für absolute Top-Spieler Millionenbeträge überwiesen wurden. Erst acht Jahre später wechselte mit Heiko Herrlich erstmals ein Spieler innerhalb der Bundesliga für einen zweistelligen Millionenbetrag. Borussia Dortmund zahlte damals an Borussia Mönchengladbach 10,7 Millionen DM für die Dienste des Stürmers. Umgerechnet sind das rund 5,5 Millionen Euro. Eine Summe, die die meisten Bundesliga-Klubs heutzutage relativ mühelos für neue Spieler ausgeben können - genauso wie ein aktueller Zweitligist.

Bayern-Verteidiger lehnte Angebot der Spanier im Sommer ab.

Der erst im Mai 2009 gegründete RasenBallsport Leipzig verfügt über finanzielle Mittel, von denen zahlreiche Traditionsvereine im Oberhaus nur träumen können. Der Zweitligist, heute Abend Gegner des VfL Wolfsburg im Achtelfinale des DFB-Pokals (ab 19:00 Uhr, LIVE bei Sky und bei uns im Livescore), wird vom Getränkekonzern Red Bull finanziert.

Im Jahr 2013 lag der Umsatz des Brauseherstellers erstmals bei mehr als fünf Milliarden Euro. Der Österreicher Dietrich Mateschitz, der 49 Prozent der Konzernanteile hält, verfügt laut eines in diesem März veröffentlichten "Forbes"-Rankings über ein Vermögen von rund 9,6 Milliarden Euro. Wie viel Geld Mateschitz bislang in das Leipziger Fußballprojekt gepumpt hat, ist nicht bekannt. Diversen Berichten zufolge sollen es gut 100 Millionen Euro sein.

RB Leipzig in Zukunft ein Konkurrent des FC Bayern München?

Diese Zahlen lassen erahnen: RB Leipzig könnte der nächste "Big Player" im deutschen, vielleicht sogar europäischen Fußball werden. Und damit langfristig auch Mannschaften wie dem FC Bayern München, Borussia Dortmund oder dem VfL Wolfsburg Konkurrenz machen.

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Wolfsburg ist nach vielen Jahren des Mittelmaßes - mit Ausnahme des Gewinns der Deutschen Meisterschaft 2009 - auf dem besten Weg, sich langfristig in der Spitzengruppe der Bundesliga zu etablieren. Doch auch hier wird vom Hauptsponsor kräftig mitgeholfen. Die 2001 ausgelagerte Fußball-GmbH des VfL Wolfsburg ist seit November 2007 zu 100 Prozent eine Tochtergesellschaft von Volkswagen. Der VW-Konzern erzielte 2014 mit einem Umsatz von 202,5 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis von 12,7 Milliarden Euro neue Rekordergebnisse.

VfL Wolfsburg gab in drei Jahren rund 120 Millionen Euro für Spieler aus

Durch das finanzielle Engagement des Autobauers können sich die "Wölfe" zahlreiche Stars leisten. Bas Dost (7 Millionen Euro), Ivan Perisic (8 Millionen Euro), Luiz Gustavo (16 Millionen Euro), Kevin de Bruyne (22 Millionen Euro) und André Schürrle (32 Millionen Euro) waren die großen Transfers der jüngeren Vergangenheit. Insgesamt gab der aktuelle Tabellenzweite in den vergangenen drei Jahren rund 120 Millionen Euro für neue Spieler aus - bei Transfereinnahmen von rund 40 Millionen Euro. Mittlerweile hat die Uefa den Bundesligisten auf dem Radar und kontrolliert, dass dieser nicht gegen das Financial Fair Play verstößt.

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In diesen Ablösesphären befindet sich RB Leipzig noch nicht. Dennoch wird recht schnell deutlich, dass der Zweitligist alles daran setzt, so schnell wie möglich in die Bundesliga aufzusteigen. In der Winterpause verpflichteten die Sachsen vier neue Spieler für zusammengenommen gut neun Millionen Euro. Alle anderen Zweitliga-Klubs kauften insgesamt für nicht einmal zwei Millionen Euro ein. Laut "transfermarkt.de" verfügt RB mit 29 Millionen Euro über den teuersten Kader-Marktwert der zweiten Liga - deutlich vor dem 1. FC Kaiserslautern (22,2 Millionen Euro), dem 1. FC Nürnberg (21,5 Millionen Euro) und Fortuna Düsseldorf (20,85 Millionen Euro).

Für das nächste Bundesligaspiel könnte es dennoch nicht reichen.

Bei Investitionen dieser Größenordnung bleibt kein Platz für Sentimentalitäten. Trainer Alexander Zorniger marschierte mit RB zwar von der vierten bis in die zweite Liga und war auch dort zwischenzeitlich Tabellenführer. Doch eine erste sportliche Krise wurde ihm prompt zum Verhängnis: Leipzig rutschte ins Tabellenmittelfeld der zweiten Liga ab, am 11. Februar wurde der Coach entlassen. Achim Beierlorzer übernahm als Interimstrainer.

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Ralf Rangnick erwartet ein torreiches Spiel

Acht Punkte Rückstand hat Leipzig auf die Aufstiegsränge - doch heute Abend ist der Liga-Frust nebensächlich. Ab 19:00 Uhr steht das Pokal-Match gegen den VfL Wolfsburg an, in dem RB-Sportdirektor Ralf Rangnick "viele Tore" erwartet. "Aber wir müssen sehen, dass sie einigermaßen gleichmäßig verteilt sind aus unserer Sicht", sagt der 56-Jährige. Vor allem vor Wolfsburgs Torjäger Bas Dost hat der ehemalige Bundesliga-Trainer großen Respekt: "Momentan weiß ich gar nicht, wie der morgens noch durch seine Schlafzimmertür passt. Der muss ja platzen vor Selbstbewusstsein.

Leipzig und Wolfsburg treffen im DFB-Pokal bereits das zweite Mal aufeinander. 2011 hatte der damalige Viertligist sensationell mit 3:2 gewonnen.

Eines scheint jedenfalls gewiss: Lässt Red Bull das Geld weiterhin sprudeln, wird es nicht mehr lange dauern, bis sich beide Vereine auch in der Bundesliga begegnen werden.

SpielzeitHeim AuswärtsSpielstandTorschützen
Dienstag
19:00 Uhr
LeverkusenK'lautern2:0 (0:0)

1:0 Calhanoglu (102.)

2:0 Kießling (113.)

AalenHoffenheim0:2 (0:1)

0:1 Polanski (15.)

0:2 Volland (56.)

20:30 UhrFreiburgKöln2:0 (2:0)

1:0 Ujah (18./ET)

2:0 Darida (19.)

DresdenDortmund0:2 (0:0)

0:1 Immobile (50.)

0:2 Immobile (90.)

Mittwoch
19:00 Uhr
LeipzigWolfsburg-:- (-:-)
BielefeldBremen-:- (-:-)
20:30 UhrOffenbachGladbach-:- (-:-)
FC BayernB'schweig-:- (-:-)
-:- (-:-)