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08.02.2012, 10:52 Uhr

Stanislawski: "Ich schmeiße nie hin"

Frankfurt/Main (dpa) - Die Stimmung bei der TSG 1899 Hoffenheim ist in diesen Tagen genauso frostig wie das Wetter. Nach dem Wutausbruch von Holger Stanislawski am vergangenen Samstag steht der Trainer vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen die SpVgg Greuther Fürth nun selbst in der Kritik.

"Es ist schwer, eine Linie zu erkennen. Bei Ralf Rangnick war zu sehen, dass er ein Pressing spielte", meckerte Mäzen Dietmar Hopp in der "Rhein-Neckar-Zeitung" über die fehlende taktische Ausrichtung des Fußball-Bundesligisten.

Doch der Trainer lässt sich nicht unterkriegen. "Ich bin loyal zum Verein, zu jedem Mitarbeiter und genauso zu Dietmar Hopp. Insofern werde ich nicht öffentlich kommentieren, was geschrieben wird." Einen Rücktritt schloss Stanislawski ohnehin aus: "Ich bin immer Optimist und schmeiße nie irgendwas hin."

Keeper Tom Starke wurde deutlich, auch wenn er das überhaupt nicht wollte. "Ich muss aufpassen, was ich dazu sage. Nur so viel: Es ist nie förderlich, so etwas über die Medien zu kommunizieren", so der Torwart der Kraichgauer bezüglich Hopps Kritik.

Die Aufgabe gegen den Aufstiegsanwärter aus dem Unterhaus am Mittwoch wird für die Elf aus dem Kraichgau zum Charaktertest. Bei einem Scheitern dürfte die Diskussion um den im Sommer als Hoffnungsträger verpflichteten Stanislawski, die der 42-Jährige selbst in Gang gesetzt hatte, weiter an Fahrt aufnehmen. "Wir müssen gegen Fürth gewinnen. Wer weiß, wann diese Chance wiederkommt", forderte Hopp.

Der erstmalige Einzug ins Halbfinale würde der TSG wichtige Zusatzeinnahmen in Millionenhöhe garantieren, die der Verein dringend benötigt. Denn seit der Ankündigung von Hopp, spätestens 2014 den privaten Geldhahn für den Verein zudrehen zu wollen, sind die einstigen Emporkömmlinge zum Sparen gezwungen.

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"Hoffenheim ist in einer schwierigen Phase. Wir müssen Kosten reduzieren, haben wahnsinnig an Qualität eingebüßt. Der größte Teil des Umbruchs ist vollzogen. Die Grenze ist aber auch erreicht, sonst wird es gefährlich", mahnte Manager Ernst Tanner.

Dieses Argument lässt Milliardär Hopp als Gesellschafter und Vorsitzender des Beirates in Personalunion jedoch nur teilweise gelten. "Unser Etat ist gutes Mittelfeld. Wir haben nicht nur Spieler verloren, es sind auch Neuzugänge gekommen. Alle wussten doch, was uns erwartet. Dass uns Chinedu Obasi und Vedad Ibisevic wahrscheinlich verlassen würden, war schon im Sommer abzusehen. Da muss man sich drauf einstellen", erklärte Hopp.

Die dürftigen Auftritte wie zuletzt beim 2:2 gegen den FC Augsburg haben nicht nur bei ihm die Frage aufkommen lassen, ob "die Spieler die Köpfe frei haben" oder ihnen vielleicht die Kraft fehlt. Der Druck auf Stanislawski ist jedenfalls so groß, dass der Coach seine zuvor von ihm noch heftig kritisierten Profis am Dienstag aus der Schusslinie nahm. "Ich führe keinen zur Schlachtbank", sagte der Coach. Von den angekündigten Wechseln in der Startformation war keine Rede mehr. "Wir müssen abwarten, wer spielt", erklärte Stanislawski ungewohnt wortkarg.

Fakt ist, dass Stanislawski bislang nicht für die erhoffte Aufbruchstimmung sorgen konnte. Vielmehr verweigern ihm Teile der Mannschaft bei der taktischen Umsetzung die Gefolgschaft. Dies ist auch dem Manager nicht verborgen geblieben: "Wenn sich drei beim Pressing verweigern, geht nichts mehr."

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45 Meinungen zu "1899: Hopp schießt gegen Stani"

  • sennah233
    Mittwoch, 08.02.2012, 14:46 Uhr
    Es ist leider immer so, wer das Geld hat bestimmt auch die Musik. Auf der anderen Seite sollt man Hopp nicht verteufeln. Was er insgesamt für die Region und den Sport getan hat und das Betrifft bei weitem nicht Hoffenheim, muss erst mal einer nachmachen! Unter Anderem hat er den Traditionsverein "Waldhof-Mannheim" schon mindestens zweimal von der Pleite gerettet. Hätte man seine Vorschläge schon damals befolgt gäbe es Heute keinen Verein Hoffenheim in der Bundesliga. Aber die Mannheimer waren zu Stolz, sonst wäre das Stadion dort neben der SAP-Halle gestanden und Mannheim wäre in der Bundesliga. Auch der zweite Anlauf mit einem Standort zwischen Heidelberg und Mannheim scheiterte. Erst danach wurde die Idee "Hoffenheim in die Bundeliga" geboten und Sinsheim hat zugegriffen. Eine große Chance wurde so vertan. Ins Stadion gehe ich schon lange nicht mehr, mir ist die Lust vergangen, den Spielern "beim Arbeiten" bzw. bei der Arbeitsverweigerung zuzusehen.
  • pausenaufsicht
    Mittwoch, 08.02.2012, 14:10 Uhr
    Nur Hopp ist es zu verdanken das eine Mannschaft wie Hoffenheim in der ersten Liga Fußball spielen darf. Folgerichtig darf auch er sich zu der alles andere als zufrieden stellenden Situation äußern. Dennoch bin ich der Meinung das Hoffenheim niemand vermissen würde. Und Stanislawski und die Spieler/ Söldner finden schnell einen neuen Arbeitgeber.
  • kohlenbeisser
    Mittwoch, 08.02.2012, 13:55 Uhr
    Ich denke Stanislawski ist ein guter Trainer,aber er passt nicht zu diesem Retortenclub.Von St.Pauli,wo er Kultstatus besass,nach Hupenheim zu wechseln,ist zu extrem.
  • saxum56
    Mittwoch, 08.02.2012, 13:55 Uhr
    Der ist doch nicht blöd und wirft seine Rente weg! Ich habe so das Gefühl, dass der Stanislawski es nicht mehr lange im Profigeschäft aushält, mit der Einstellung vieler Spieler kann er nichts anfangen (ich auch nicht), Vereinspfaue aus Vorstand und Management findet er mindestens ätzend (bei St. Pauli hatte höchstens mal einer ne Feder im Hintern), er hat glaube ich die Schnautze voll! Gibt noch andere Sachen im Leben, als Profitrainer und das Geld sollte auch für den Rest reichen!
  • Didi958
    Mittwoch, 08.02.2012, 13:51 Uhr
    Lieber Stani, ich als Pauli fan sage dir , du findest schon einen neuen Verein,keine Sorge.Das einige Spieler bei Hoffenheim nicht das machen,was der Trainer sagt,war auch schon unter Rangnick so.Lass dich nicht unter kriegen.Ich würde die drei,die nicht das umsetzen,was der Trainer anordnet auf die Bank verbannen.
  • sweetbaer
    Mittwoch, 08.02.2012, 13:46 Uhr
    Stani und FC St. Pauli gehören zusammen, alles andre ist Quatsch! Er ist kein Trainer für Hoffenheim.
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