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08.02.2012, 21:41 Uhr

Gladbacher schmeißen Hertha aus dem Pokal

Berlin (dpa) - Eine unberechtigte Rote Karte für eine Dummheit des Herthaners Roman Hubnik haben Borussia Mönchengladbach den Weg ins Pokal-Halbfinale geebnet. Den entscheidenden Treffer beim 2:0 (0:0)-Sieg im Pokal-Viertelfinale erzielte Filip Daems in der 101. Minute so per Foulelfmeter.

Zuvor hatte Schiedsrichter Felix Brych im Berliner Strafraum nach einem Wortgefecht von Hubnik gegen Igor Camargo einen Kopfstoß gesehen. "Die Krönung war, was der Schiedsrichter in der Verlängerung gepfiffen hat. Hier sind 50 000 Zuschauer im Stadion. Keiner hat gesehen, was er gesehen hat", sagte Michael Skibbe. Berlins neuer Trainer stellte fest: "Das war eine eindeutige Fehlentscheidung."

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Vor 47.465 Zuschauern im Olympiastadion kamen die Gladbacher so zu einem schmeichelhaften Erfolg in der Verlängerung, den der Schwede Oscar Wendt in der 120. Minute endgültig sicher stellte. "In der ersten Halbzeit war Hertha besser", sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre. Zur strittigen Szene nahm der ehemalige Hertha-Coach erst einmal nicht Stellung. "Ich habe auf der Bank nichts gesehen. In der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung haben wir besser gespielt. Aber Hertha hatte auch Möglichkeiten."

Die auch im Bundesliga-Titelkampf kecken Gladbacher haben damit den ersten großen Titel seit 17 Jahren weiter im Visier. Zum ersten Mal seit acht Jahren stehen sie im Pokal-Halbfinale. "Das ist glücklich für uns", sagte Gladbachs Mike Hanke. Nachdem der Stürmer die Fernsehbilder gesehen hatte, stellte er mit verlegenen Schmunzeln fest: "Ich möchte dazu nichts sagen." Hertha-Kapitän Andre Mijatovic meinte niedergeschlagen: "Dass so eine Szene das Spiel entscheidet, ist schon bitter." Der Schiedsrichter habe "eine Superleistung" gebracht, meinte er ironisch.

Nach zuletzt drei Bundesliga-Niederlagen unter Skibbes Regie verpassten die Berliner in der Kühlbox des Olympiastadions auch im Pokal den erhofften Befreiungsschlag. Die Hausherren waren am Ende selber schuld, denn eine umstrittene Szene sorgte für das Gladbacher Siegtor. Nach einem Zweikampf gerieten Hubnik und Igor de Camargo im Strafraum aneinander, nachdem Berlins Torhüter Thomas Kraft den Ball sicher hatte. Statt weg zu bleiben, stürmte Hubnik auf den Gladbacher zu, der wie vom Blitz getroffen zu Boden sank. "Das ist ein bisschen doof gelaufen für Berlin. In der Situation noch einmal hinzugehen, war völlig unnötig", sagte Gladbachs Torhüter Marc-André ter Stegen.

Denn Schiedsrichter Brych sah einen Kopfstoß des Berliners, stellte den Hertha-Profi vom Platz und zeigte auf den Elfmeterpunkt. "Er hat nicht attackiert, hat nicht gestoßen. Unfassbar, unfassbar", meinte Skibbe vor den Kameras des Fernsehsender Sky. Das Geschenk ließ sich Daems nicht entgehen und verwandelte den Strafstoß. Adrian Ramos vergab zwei Minuten vor dem Ende den Ausgleich, hob den Ball über das Tor. Dann kam Wendt.

In der Kühlbox Olympiastadion spielte die taktisch prima eingestellte Hertha auf dem hart gefrorenen Boden gefälliger, doch an der besten Abwehr der Bundesliga rieb sich der selbst ernannte Außenseiter aus Berlin auf. Der bei Gladbach als Reuss-Nachfolger ins Gespräch gebrachte und zuletzt in der Bundesliga gesperrte Raffael war es, der Akzente setzte.

Vom für 17 Millionen Euro nach Dortmund wechselnden Nationalspieler Marco Reus, der beim 2:1-Erfolg der Gladbacher in der Bundesliga beide Tore erzielt hatte, war vor der Pause gar nichts zu sehen. Das sonst so gefälligen Aufbauspiel der Gladbacher erstickten bei Temperaturen unter minus zehn Grad die Berliner im Keim. Nach dem Wechsel wurden die Gladbacher gefährlicher, doch die Berliner gaben den Ton an und hatten die besseren Chancen.

Gerade war der aus Freiburg gekommene Felix Bastians eingewechselt worden, da traf der von Raffael in Szene gesetzte Peter Niemeyer in der 61. Minute nur den rechten Pfosten. Die einzige klare Gladbacher Möglichkeit verhinderte Keeper Thomas Kraft in der 78. Minute, als er dem mustergültig freigespielten Igor de Camargo den Ball vom Fuß pflückte. Dann ging es in die am Ende turbulente Verlängerung.

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351 Meinungen zu "Gladbach steht im Halbfinale"

  • Karliforberg
    Sonntag, 12.02.2012, 11:35 Uhr
    Jungs,macht los und holt den Pokal.
  • PaulJohann
    Sonntag, 12.02.2012, 10:37 Uhr
    Sehr geehrte Damen und Herrn! Es ist schade das so ein Pokalspiel so entschieden wird., aber muß ein Hertaspieler so zu einem Spieler gegehen? Da kann der Schiri nur Rot zeigen! Und das Camargo sich fallen ließ ,das hätte jeder Fußballer gemacht oder? Jetzt komm bloß keiner an und der sagt nein ich wäre zum Schiri gegangen und hätte gesagt es war nichts. Grade jetzt wo es so ein Fußballspiel war! Warum also stellt man Camargo jetzt so an den Pranger ???? Laßt den Mann in Ruhe! Man hat sioch nicht unterkriegen lassen und hat verdient gewonnen gegen SO4! Oder hat da auch jemand dran zu zweifeln und sucht was?
  • Oleiner
    Samstag, 11.02.2012, 12:37 Uhr
    Hallo FCB 66, gehe davon aus das Du ein Anhänger des FCB bist. Wenn es so ist, werfe nicht mit Steinen wenn Du im Glashaus sitzt. Robben, Rafinia sind auch keine Spieler die jemals den Fairplay Pokal gewinnen werden. Habe gestern mit Igor gesprochen und es geht ihm den Umständen entsprechend gut.
  • FCB66
    Samstag, 11.02.2012, 11:38 Uhr
    Wenn ich durch Betrug auf die Siegerstraße gelange sollte ich nicht stolz darauf sein. Dem DFB sei angeraten solche Schauspieleinlagen mal zu bestrafen. Vielleicht hört es dann auf. P.S. Lebt er eigentlich noch der Herr de Camargo oder ist er an dem unheimlichen Kopfstoss erlegen?
  • woronzow
    Freitag, 10.02.2012, 17:59 Uhr
    Tätigkeit = Tätlichkeit (=Schreibfehler!)
  • Webberen
    Freitag, 10.02.2012, 17:56 Uhr
    " < ..die pure Absicht zu einer Tätigkeit führt. > " verstehe es trotzdem nicht... eine absicht führt zu einer tätigkeit ?? ok.. hatte nur ne 3 in Deutsch, vielleicht liegts daran . ;-)
  • woronzow
    Freitag, 10.02.2012, 17:28 Uhr
    auch nach mittlerweile 344 Beiträgen hatte bisher keiner der dauerbeleidigten HaHoHe’s dem Mumm, auch mal Stellung zu nehmen zu den Schauspieleinlagen des eigenen Spielers. Wo bleibt hier die Verurteilung? Würde man zugeben, dass bei durchgehend korrekter Spielleitung und Elfmeter für Gladbach nach dem Foul an Brouwers das Spiel höchstwahrscheinlich schon in der regulären Spielzeit entschieden worden wäre, so müßte man natürlich die höchst bequeme Legende vom Dauerbetrogenen aufgeben. Da schweigt man diese Tatsachen lieber tot. Wahrlich eine kluge Taktik!
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