Dresden nun doch im DFB-Pokal 2012/13 dabei
Der Traditionsclub wird für die Ausschreitungen seiner Fans in Dortmund aber mit einem "Geisterspiel" in der 2. Bundesliga, einer Auswärtspartie ohne eigene Fans und einer Geldstrafe in Höhe von 100 000 Euro bestraft. Dieses Urteil fällte das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in der Berufungsverhandlung am 23. Februar in Frankfurt. "Diese Strafe muss eine deutliche letzte Warnung an den Verein sein", erklärte der Vorsitzende Richter Goetz Eilers, der dem Antrag des Kontrollausschuss-Vorsitzenden Anton Nachreiner folgte.
Nach der vierstündigen Verhandlung und dem dreistündigen Ringen hinter verschlossenen Türen in der DFB-Zentrale wollte das Gremium das erstinstanzliche Urteil des Sportgerichts vom 24. November nicht bestätigen. Die im deutschen Fußball einmalige Strafe war nach massiven Ausschreitungen von Dynamo-Fans im Zweitrunden-Pokalspiel am 25. Oktober in Dortmund erfolgt. Dresden nahm das zweite Urteil an und wird darauf verzichten, vor das Ständige Neutrale Schiedsgericht für Vereine und Kapitalgesellschaften der Lizenzligen zu ziehen.
In der Liga-Partie gegen den FC Ingolstadt am 11. März muss Dresden im leeren Stadion spielen. Am 16. März bei Eintracht Frankfurt dürfen keine Dynamo-Fans zuschauen. Den Einnahmeausfall des derzeitigen Tabellenführers muss Dresden bezahlen. Dazu kommen die 100 000 Euro Geldstrafe. Dynamo-Anwalt Schickhardt sprach von einem "sehr intensiven, sehr strengen" Urteil mit "großer Härte", zeigte aber auch Erleichterung und versprach: "Wir haben unsere Lektion gelernt."
Dynamo-Anhänger hatten beim 2:0-Sieg des deutschen Meisters Borussia Dortmund am 25. Oktober Böller und Raketen gezündet und mehrfach einen Spielabbruch provoziert. Zweimal wurde die Begegnung unterbrochen, auch im Umfeld der Partie war es zu Krawallen gekommen. Im Signal Iduna Park gab es 17 Verletzte, 15 Festnahmen und einen Sachschaden in Höhe von 150 000 Euro. Sowohl Dresden als auch Borussia Dortmund, das zu einer Geldstrafe in Höhe von 8000 Euro verurteilt worden war, hatten Berufung eingelegt. Das Verfahren gegen den BVB wurde gegen eine Zahlung genau in dieser Höhe eingestellt.
Nach Angaben des Dortmunder Polizeidirektors Peter Andres sind 110 Strafverfahren gegen Dynamo-Anhänger eingeleitet worden. Dynamo war schon 1991 für zwei Jahre wegen eines abgebrochenen Spiels gegen Roter Stern Belgrad wegen Krawalle aus dem Europacup ausgeschlossen worden.
Wie schon beim ersten Prozess beschrieben Zeugen wie Andres die Details der Krawalle. Auch Videofilme von den Ausschreitungen während des Spiels wurden im Gerichtssaal gezeigt. Im Sonderbericht von Schiedsrichter Peter Gagelmann fand sich die ganze Palette der unerlaubten Mittel, die Dynamo-Anhänger benutzt hatten: Laserpointer, Bengalische Feuer, Knallkörper, Rauchbomben, abgebrannte Fahnen. Andres sprach von 4000 gewaltbereiten Dynamo-Fans an jenem Tag. Die Ausschreitungen hatten eine erneute Diskussion um die Sicherheit im Fußball losgetreten.
Harald Meyer, Mitglied der DFB-Kommission für Sicherheit und Prävention, schilderte als Zeuge das teilweise machtlose Verhalten vor Ort gegen die Randalierer. Die Polizei hatte die gewaltbereiten Fans in ihren Block geleitet, obwohl sie zuvor bereits mit Flaschen und Feuerwerkskörpern gegen Ordner vorgegangen waren. Dies bemängelte Dynamo-Anwalt Christoph Schickhardt vehement: "Dann soll dafür der Fußball die Verantwortung tragen?" Meyer wollte der Polizei nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen und erklärte: "Bevor ich eine gefährliche Situation heraufbeschwöre, lasse ich sie in die Stadien hinein."
Der Sicherheitsexperte vermutet, dass verbotene Pyrotechnik über Zulieferer und Caterer regelmäßig in die Stadien geschmuggelt wird. "Ich möchte nicht wissen, wie viele Personen da gekauft sind", sagte der Sicherheitsexperte. Das Abbrennen von Leuchtfeuern und Knallkörpern ist bei Fußballspielen verboten, kommt aber immer wieder vor.
80 Meinungen zu "DFB zeigt sich gnädig"
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mali1949
Dienstag, 20.03.2012, 08:12 Uhr Ich halte überhaupt nichts davon, nur den Vereinen die Verantwortung und Schuld zuzuweisen. Die bezahlen ebenso wie jeder genug Steuern, dass die öffentliche Hand ihre Verpföichtungen erfüllen können müsste. Und wenn die Polizei dann noch sagt, die lassen wir mit all dem Zeug rein, um Eskalation zu reduzieren, dann verstehen die ihre Aufgabe aber völlig falsch. -
Steckdosse
Freitag, 16.03.2012, 12:27 Uhr warum immer Dynamo Dresden Die Hessen und die Berliner Dürfen sich (Randale Meister Nennen )und machen was sie wollen und Dynamo wirt immer Bestraft im DFB Sind nur Verbrecher Mafia -
holzauge64
Samstag, 25.02.2012, 17:50 Uhr Im Gegensatz zum DFB sind die echten Dynamofans kreativ und werden den beschlossenen finanziellen Schaden für ihren Verein ins Gegenteil verwandeln! Geisterspiele können wie der Name schon sagt nur von Geistlosen beschlossen werden!! Die DFB-Rechtsprechung ist das Spiegelbild unser kranken Justiz.Mit der Logik könnte man auch Fahrverbote für alle Audifahrer aussprechen nur weil einer mit dieser Marke einen Unfall gebaut hat. -
vorherundnachher
Samstag, 25.02.2012, 16:32 Uhr Nichts, aber auch rein Nichts aus den Ereignissen gelernt . Mir tun schon die Polizistinnen und Polizisten leid , die dann den pöbelnden Mob in Dresden wieder in die Schranken zurückweisen versuchen sollen . Solche Chaoten gehören einfach ausgesperrt für den Rest von Spielen in dieser Saison und können sich nach mind. einem Jahr Pause dann wieder bewerben . -
RotBlau
Freitag, 24.02.2012, 15:27 Uhr schieber1 ostbonus? du spinner! was ist denn mit frankfurt, pauli, sogar bayern, fürth, nürnberg , lautern, schlake??? die rausten auch ständig aus(randalemeister 2011 als stichwort) und da passier garnichts außer geldstrafen von 10.000 euro und sowas! das ist ein witz, der DFB ist der westunterstützer überhaupt! warum hat man denn dortmund finanziel gerettet und dresden zwangsabsteigen lassen? du bist echt ein dummschwätzer! -
bengl
Freitag, 24.02.2012, 15:19 Uhr Schieber 1 Nun muß ich dich echt fragen, wo hier ein Ostbonus ist. Wir brauchen nicht darüber reden das,das ganze schei... war, aber schaumal nach was sogenannte Fans von Westclubs schon veranstaltet haben. Was haben die den für Strafen bekommen. Das war ja lächerlich. Außerdem hört endlich auf mit dem ost - west geschwafel. Das ist 20 jahre her, das mal ost west war. Aber mal auf die Strafe zurück zu kommen, erst wars eine Strafe jetzt sind es drei. Und wenn man mal zusammenrechnet kommt es Dynamo teurer zu stehen als erst, es sei denn wir kommen paar Runden weiter. Wir haben leider keine reichen Sponsoren wie manch anderer. -
Fussballfreak85
Freitag, 24.02.2012, 14:44 Uhr ich frag mich ehrlich, wieso hier von gnade geschrieben wird? meiner meinung nach, wäre es ein skandal gewesen dresden aus dem pokal auszuschließen. klar, war das was die fans gemacht haben sehr unschön. aber dresden ist doch nicht der einzige verein, bei dem die fans mal ausgerastet sind. hier sollte ganz klar ein exempel statuiert werden. frag mich wieso dafür immer die ostklubs (cottbus, hansa, dynamo) herhalten müssen, während auch bei genug westklubs solche sachen schon vor gekommen sind? das beste beispiel ist doch st.pauli und die mussten soweit ich weiß noch kein geisterspiel austragen. da wird ganz klar mit zweierlei maß gemessen. dabei sind diese "fans" meist noch schlimmer als die von hansa oder dynamo. denk da nur an den becherwurf auf den einen schiri. außerdem, find ich die strafe für dynamo eher noch härter als der ausschluss, denn wenn sie bereits in der 1.runde im pokal rausfliegen sollten, was ja ziemlich wahrscheinlich ist, trifft sie das geisterspiel und die zusätzliche geldstrafe finanziell eher noch härter als der ausschluss selbst.
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