Frankfurt/Main (dpa) - Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hat vor der Verhandlung des Sportgerichtes des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Fall Jérome Boateng deutliche Kritik am Verband geübt.

Der Weltmeister vom FC Bayern München war nach seiner Roten Karte beim 1:1 gegen Schalke 04 wegen unsportlichen Verhaltens im Einzelrichterverfahren für drei Bundesliga-Spiele gesperrt worden. "Wir sind nicht einverstanden mit der Sperre von drei Spielen. Ich verstehe den DFB nicht ganz, weil eigentlich ist das ein Nonsens, was man jetzt entschieden hat", sagte Rummenigge in München.

"Es ist bekannt, dass der Präsident des DFB, Wolfgang Niersbach, mehrere Anträge beim Weltverband FIFA gestellt hat wegen der Dreifachbestrafung: Rote Karte, Elfmeter und dann auch noch den Spieler zu sperren", erläuterte der Vorstandsvorsitzende des Bundesliga-Spitzenreiters.

Es habe "in x Fällen" nach einer Roten Karte wegen einer Notbremse lediglich ein Spiel Sperre gegeben, bemerkte Rummenigge: "Warum man einem Weltmeister Boateng einen Malus mit drei Spielen Sperre verpasst, verstehe ich nicht ganz. Was Jérome gemacht hat, war kein schlimmes Foul. Der Elfmeter war okay, die Rote Karte war okay, aber drei Spiele Sperre sind über das Ziel hinausgeschossen."

Boateng und der FC Bayern haben Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Die mündliche Verhandlung unter der Leitung von Hans E. Lorenz, dem Vorsitzenden des Sportgerichts, beginnt am Montag um 15.00 Uhr in Frankfurt/Main, wie der Verband mitteilte. Nach Angaben von Rummenigge wird Nationalspieler Boateng persönlich in der DFB-Zentrale zur Verhandlung erscheinen.

Boateng hatte am vergangenen Dienstag Schalke-Profi Sidney Sam in der 17. Minute im Strafraum mit einer Notbremse gestoppt und war dafür von Schiedsrichter Bastian Dankert vom Platz gestellt worden. Der Abwehrspieler würde bei einer Sperre von drei Spielen bei den Gastspielen an diesem Samstag in Stuttgart sowie anschließend in der Heimbegegnung gegen den Hamburger SV und erneut auswärts in Paderborn fehlen.© dpa