Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt zwar mit 4:0 in der EM-Qualifikation - doch gegen Fußballzwerg Gibraltar hatte sich vor allem Jogi Löw mehr ausgerechnet. Und das spricht der Bundestrainer dann auch ungewohnt deutlich an.

An Rudi Völlers "Ist doch Käse"-Rede kommt Jogi Löws Interview nach dem EM-Qualifikations-Spiel gegen Gibraltar natürlich nicht heran. Dennoch hat man den Bundestrainer selten genervter gesehen als nach diesem 4:0. "Ehrlich gesagt bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagt Löw nach dem Spiel. "Die Mannschaft hat die Forderungen nicht in dem Maße erfüllt, wie ich mir das gewünscht habe. Wir wollten auftreten wie ein Weltmeister, da sind vier Tore viel zu wenig. Irgendwie standen die meist mit zehn Mann um den eigenen Strafraum. Da muss man auf engstem Raum richtig Tempo machen. Das ist uns nicht gelungen."

Deutschland enttäuscht gegen Gibraltar - vor allem in Halbzeit zwei.

Einige Spieler, die Löw dann doch nicht namentlich nennen will, hätten sich zudem nicht genug angeboten und damit ihre Chance nicht genutzt. Eigentlich kann er dabei nur an Max Kruse gedacht haben. Der Gladbacher war kaum zu sehen. Doch auch der eingewechselte Kevin Volland fand nicht ins Spiel.

Auch die Spieler selbst fanden nach dem Abpfiff kritische Worte. Mario Götze hätte sich mehr Tore gewünscht und merkt an: "In der zweiten Halbzeit hätten wir zwingender spielen müssen." Der weitgehend beschäftigungslose Manuel Neuer hingegen nahm seine Vorderleute in Schutz: "Es ist natürlich schwierig, wenn da hinten ein Mannschaftsbus drinsteht. Das war heute nicht einfach für uns."

Diese Ausreden wollte Löw nicht gelten lassen. Vor dem Spiel gegen Spanien am Dienstag wird der Bundestrainer wohl noch einige ernste Gespräche führen.

(ska)