Berlin (dpa) - Die deutschen Olympia-Planer können erleichtert aufatmen: Die Vergabe der Fußball-EM 2024 mit Deutschland als Topfavorit für die Ausrichterrolle erfolgt nach dpa-Informationen erst 2018 und damit im Jahr nach der Wahl des Gastgebers der Olympischen Spiele 2024.

Durch den zeitlichen Abstand der beiden Entscheidungen wird die wahrscheinliche Zusage der Europäischen Fußball-Union (UEFA) an den Deutschen Fußball-Bund nicht zu einer noch größeren Hypothek für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der sich mit Berlin oder Hamburg für die Spiele 2024 bewerben will. Der Ausrichter des Ringe-Spektakels wird bereits im Sommer 2017 gewählt - genauer Zeitpunkt und Ort der Vergabe sind noch offen.

"Die zeitliche Trennung der beiden Vergaben ist sicherlich kein Nachteil, aber auch kein entscheidender Vorteil", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann der Nachrichtenagentur dpa. "Wichtig ist, gute Konzepte für die Olympischen und Paralympischen Spiele und die Fußball-EM im Jahr 2024 dem IOC und der UEFA anzubieten." Auch IOC-Präsident Thomas Bach sieht bei einer deutschen Doppel-Bewerbung für Olympia und die EM "kein Konfliktpotenzial". Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung will der DOSB am 21. März 2015 entscheiden, ob er mit Berlin oder Hamburg ins Rennen gehen will.

Der angestrebte deutsche Supersportsommer 2024 ist eher unwahrscheinlich - auch wenn die olympische Charta zwei Großereignisse in einem Land im gleichen Jahr nicht explizit ausschließt. Unter Regel 34 der Charta heißt es dazu: "Die Ausrichtung, der Ablauf und die Medienberichterstattung der Olympischen Spiele dürfen in keiner Weise von einer anderen Veranstaltung beeinträchtigt werden, die in der Gastgeberstadt oder in ihrer Umgebung oder an anderen Wettkampfstätten oder Austragungsorten stattfindet."

Als sich Istanbul um die Fußball-EM 2020 und die Sommerspiele 2020 bewerben wollte, forderte das IOC allerdings, die türkische Metropole müsse sich für ein Ereignis entscheiden. So könnte eine deutsche Olympia-Bewerbung für 2024 in erster Linie ein Testlauf unter Wettkampfbedingungen für eine wesentlich erfolgsversprechendere Kandidatur für die Spiele 2028 sein.

An der starken Position des DFB wird sich auf jeden Fall nichts ändern. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat bereits mehrmals angekündigt, die EM-Bewerbung in jedem Fall aufrechterhalten zu wollen. "Unabhängig vom Vergabezeitpunkt und einer Olympia-Bewerbung verfolgen wir unsere klar formulierte Absicht, die EM 2024 nach Deutschland zu holen", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker.© dpa