Normalerweise sitzen Fußballtrainer, Funktionäre und Sportjournalisten im Sport1-"Doppelpass" zusammen, um über das Geschehen in der Bundesliga zu diskutierten. Diesmal gesellte sich Filmstar Til Schweiger dazu. Seine Meinung: Die Regeln müssen komplett geändert werden.

Er ist Schauspieler, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor - warum nicht auch noch Fußballexperte? Es ist ja nicht so, dass der 52-Jährige keine Erfahrung mit dem runden Leder hat. Im Gegenteil: Als junger Mann spielte Til Schweiger beim TSF Heuchelheim in der Bezirksliga.

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Auf der Tribüne einiger Bundesligastadien wurde er ebenfalls schon gesichtet. Was liegt also näher, als sich am Sonntagvormittag in den Sport1-"Doppelpass" zu setzen und über Fußball zu fachsimpeln?

Von dem Regelwerk scheint Schweiger allerdings wenig zu halten. Seine Meinung zur Dreifachbestrafung mit Elfmeter, Platzverweis und Sperre bei einem Foulspiel im Strafraum: "Die Regel muss man ändern."

Und was ist das eigentlich für ein Quatsch mit dem Abseits? "Das müssen wir abschaffen. Es gibt dadurch tausend Fehlentscheidungen. Ein Spiel lebt von Spannung. Ohne Abseits würde die Post abgehen."

Und dass der Videobeweis eingeführt werden muss, ist für einen filmisch denkenden Menschen wie Schweiger ohnehin klar: "Das würde der Fairness dienen."

Bloß keine Kritik

Allzu brisante Aussagen gab es von dem Schauspieler nicht zu hören. Wichtig war ihm offenbar, niemanden zu kritisieren. "Ich bin Bayern-Fan. Aber auch Gladbach ist eine geile Mannschaft und hat tollen Fußball gespielt", sagte er, als dessen Trainer Andre Schubert zu Beginn der Sendung neben ihm stand.

Verletzung des Bayern-Stars wohl doch nicht so schlimm.

Und wie ist seine Meinung zu Borussia Dortmund? "Finde ich auch toll." Immerhin merkte er an, dass ein Fußballspieler wie Mats Hummels bei einem Körperkontakt nicht so theatralisch fallen muss. Zuvor hatte er aber bereits klargestellt, dass Hummels "ein super Spieler und super Typ" ist.

Als es thematisch in die Tiefe ging, zum Beispiel die Ergebniskrise von Borussia Mönchengladbach oder die Verletzungssorgen beim FC Bayern München besprochen wurden, hielt sich Schweiger vornehm zurück. Immerhin gaukelte er gar nicht erst vor, ein Experte zu sein.

"Da fehlt mir das Fachwissen", gab er selber zu. Ehrliche Worte, die mit dem Applaus des Publikums belohnt wurden. Mit seinen teilweise unkonventionellen Antworten sorgte Schweiger zudem für einige Lacher.

Werbung statt Wertung

Dass jedoch mitten in der Sendung der Fußball in den Hintergrund rückte und der am Donnerstag startende Tatort-Kinofilm mit Til Schweiger besprochen wurde, war für eine Sportsendung eher untypisch - auch wenn das die eigentliche Motivation von Schweiger gewesen sein dürfte, sich überhaupt in den "Doppelpass" zu setzen.

Letztendlich dürften alle Beteiligten zufrieden sein. Der Auftritt von Til Schweiger hat bei Sport1 sicherlich für gute Quoten gesorgt. Und vielleicht konnte Schweiger auch ein paar Fußball-Fans dazu motivieren, sich die nächsten Tage ins Kino zu begeben.

Zum Dauergast im "Doppelpass" muss Schweiger allerdings nicht werden. Etwas Fachwissen dürfen die Gäste nämlich durchaus mitbringen.