Berlin (dpa) - Francesco Totti versuchte erst gar nicht, seinen Stolz zu verbergen. Ältester Torschütze in der Geschichte der Champions League - das hörte sich extrem gut an für Grande Francesco, wie er nach besonderen Momenten in Italien genannt wird.

Drei Tage nach seinem 38. Geburtstag brach der Superstar des AS Rom den Rekord von Manchester Uniteds Legende Ryan Giggs, der 2011 im Alter von 37 Jahren und neun Monaten traf. "Ich bin 38, aber ich fühle mich nicht so", sagte der ewige Totti nach der magischen Nacht. Der Weltmeister von 2006 inszeniert sich gern in der Öffentlichkeit - und nach seinem 1:1 bei Manchester City gab es wieder einmal allen Grund dazu.

"Die Aktion war ein Meisterwerk von Technik und Schnelligkeit", schwärmte der "Corriere dello Sport" und sah in Totti gar die Verkörperung dieser "ruhigen, rationalen und zugleich wilden Roma". Die "Gazzetta dello Sport" nannte ihn "Meister Totti", und die "Repubblica" fand, Totti habe die "eleganteste Art" gefunden, einen solchen Rekord zu besiegeln. Mit einem Daumenlutscher feierte er sein Tor. Das Bild ging um die Welt. In der 71. Minute wurde der Römer ausgewechselt. Der Capitano, ohnehin nie ein Laufwunder, war platt - und trotzdem müssen auch die Bayern bei ihren Duellen gegen die Roma am 21. Oktober und am 5. November höllisch auf ihn aufpassen.

Totti ist in Rom ein Volksheld. Nie hat er den Club verlassen, bei dem er als 17-Jähriger seinen Einstand in der Serie A feierte. Seine Hochzeit wurde live im Fernsehen übertragen - eine schillernde Symbolfigur voller Selbstironie, Genialität und auch Allüren. "Das Geheimnis meines Erfolgs? Vielleicht die Tatsache, dass ich gar nicht merke, wie gut ich bin", hat er einmal gesagt. Oder: "Ein Tor ist für mich wie der Kuss einer Frau." Sein 1:1 in Manchester war wieder so ein besonderes Tor - und überschattete sogar eine andere Bestmarke am zweiten Spieltag: Barcelonas Xavi kam zu seinem 143. Einsatz in der Champions League - er ist damit Rekordspieler in der Königsklasse.© dpa