Frankfurt/Main (dpa) - Joachim Löw hat Jonas Hector als einzigen Neuling in das Aufgebot der Fußball-Nationalmannschaft berufen. Auf weitere personelle Experimente verzichtete der Bundestrainer bei seiner Kaderwahl für die letzten zwei Länderspiele im WM-Jahr 2014.

Die zuletzt verletzten Weltmeister Sami Khedira und Benedikt Höwedes kehren ins DFB-Team zurück. Auch Marco Reus zählt für die Partien in der EM-Qualifikation am Freitag kommender Woche in Nürnberg gegen Gibraltar sowie vier Tage später beim Test in Vigo gegen Spanien wieder zum 23-köpfigen Aufgebot.

"Wir gehen mit einem breiten Kader in die beiden Spiele und möchten das Jahr möglichst positiv beschließen. Gegen Gibraltar wollen wir vor eigenem Publikum in der EM-Qualifikation einen klaren Sieg erzielen. Und gegen den aktuellen Europa- und vorherigen Weltmeister Spanien zu spielen, ist immer etwas Besonderes", sagte Löw in einer DFB-Mitteilung.

Einzige große Überraschung im Aufgebot ist der Kölner Hector, der mit 24 Jahren nach dem Bundesliga-Debüt im August nun den Aufstieg in den illustren Kreis des Weltmeister-Teams fand. "Jonas Hector wollen wir näher kennenlernen, er präsentiert sich in Köln in guter Form", sagte Löw. Erstmals in einem Pflichtspiel-Kader steht Stürmer Kevin Volland, der sich laut Löw "nach zuletzt starken Leistungen in Hoffenheim" nach seinem Einsatz im WM-Test gegen Polen (0:0) im vergangenen Mai wieder eine Nominierung verdient habe.

Außer den verletzten Mats Hummels und Julian Draxler nominierte Löw alle restlichen 17 Akteure, die im Oktober bei den enttäuschenden Auftritten in der EM-Qualifikation in Polen (0:2) und gegen Irland (1:1) zum Team gehörten. Weiterer Rückkehrer ist der Leverkusener Lars Bender, der sich kurz vor der WM verletzt hatte.

Joachim Löw verzichtet auf Mario Gomez und Kevin Großkreutz

Keine Berücksichtigung fanden Angreifer Mario Gomez sowie die als Kandidaten gehandelten Gladbacher Offensivkräfte Patrick Herrmann und André Hahn. Auch Weltmeister Kevin Großkreutz spielt in Löws Planungen anscheinend derzeit keine Rolle mehr.

Der Dortmunder ist somit der einzige nicht verletzte oder zurückgetretene Weltmeister, der am Montag zwar zur Ehrung mit dem Silbernen Lorbeerblatt durch Bundespräsident Joachim Gauck und die Premiere des WM-Films "Die Mannschaft" nach Berlin geladen ist. Nach den Feierlichkeiten muss er wieder abreisen.

Alle 23 Weltmeister, darunter auch die zurückgetretenen Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker sowie die Rekonvaleszenten Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil, werden in der Hauptstadt erwartet. Den aktuellen Kader versammelt Löw dann am Dienstag in der Hauptstadt zur Vorbereitung auf die ungleichen Duelle gegen Gibraltar und Spanien.© dpa