Berlin (dpa) - Sportlich bewegt sich Hertha BSC Richtung Abstiegszone, wirtschaftlich steht der Berliner Fußball-Bundesligist so gut da wie selten in seiner bewegten Vereinsgeschichte.

Der Hauptstadt-Club, jahrzehntelang in permanenten Finanznöten, hat in der abgelaufenen Saison hauptsächlich dank des US-Investors KKR einen Gewinn von 13,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Verbindlichkeiten konnten zum Berechnungszeitraum 30. Juni 2014 um über zwölf Millionen auf 24,38 Millionen Euro gedrückt werden. Plötzlich hat der Verein sogar Geld auf der Bank. Sein Eigenkapital steigerte Hertha von null auf 22,94 Millionen Euro.

Diese Zahlen verkündete der strahlende Hertha-Finanzchef Ingo Schiller vor der Mitgliederversammlung am Montagabend, die wegen der augenblicklichen sportlichen Misere nach drei Niederlagen in Bielefeld, Paderborn und gegen Hannover viel Brisanz in sich barg. Derzeit rangiert Hertha mit nur elf Punkten auf Platz 14 in der Nähe der Abstiegszone.

Hauptverantwortlich für die sprudelnden Finanzquellen ist die auf mindestens sieben Jahre angelegte Zusammenarbeit mit dem Geldgeber KKR, der zu Jahresbeginn mit dem Verein einen Deal über 60 Millionen Euro geschlossen hatte. "Die massive Veränderung unser Finanzsituation hat natürlich mit diesem Investment zu tun", erklärte Schiller, der sich "über die besten Zahlen" freuen konnte, "seit ich diese Position bei Hertha bekleide". Schiller regelt seit 1998 die Hertha-Finanzen. Laut Schiller ist die Kooperation mit KKR nicht an die Liga-Zugehörigkeit gekoppelt.

Auch auf dem Transfermarkt konnte sich Hertha ein Plus von 6,7 Millionen Euro erarbeiten. Eingeflossen sind darin bisher die Erträge für den nach Dortmund gewechselten Torjäger Adrian Ramos. Die Einnahmen für Pierre-Michel Lasogga, der zum HSV wechselte, sind noch nicht eingerechnet. Bald wird Hertha sogar schwarze Zahlen schreiben können, versprach Schiller. Im kommenden Jahr sollen die "zinstragenden Verbindlichkeiten" auf null gesunken sein.

Die größten Kosten der abgelaufenen Saison 2013/2014 fielen beim Personal an. Dafür wurden laut Aufwands-Bilanz insgesamt 39,9 Millionen Euro ausgegeben. Davon entfielen auf die Hertha-Profis "über 30 Millionen" wie Schiller bezifferte.© dpa