Berlin (dpa) - Die Augen werden vor dem Anpfiff auf Pal Dardai gerichtet sein. Nach 286 Erstliga-Spielen für Hertha BSC wird er erstmals als verantwortlicher Trainer auf der Bank im Olympiastadion Platz nehmen.

"Das ist mein Leben, ich bin im Stadion aufgewachsen", erklärte Dardai vor der Partie des Berliner Fußball-Bundesligisten am Sonntag gegen den SC Freiburg. Für den Hertha-Anhang ist ihr Rekordspieler der Hoffnungsträger schlechthin. "Mit Druck komme ich schon klar", sagte Dardai, er spüre ihn nicht.

Nach dem Sieg in Mainz haben Dardai und sein Team (21 Punkte) nun die Chance, die Freiburger (18) zu distanzieren und damit deutlicher der Abstiegszone zu entrücken. "Wir gehen viel ruhiger in das Spiel, weil wir die ganze Woche hatten", meinte der einstige Mittelfeld-Kämpfer: "Wir wollen gegen Freiburg mit vollem Vertrauen auftreten." Seit fast zehn Jahren wartet Hertha auf einen Heimsieg gegen den SC.

Der 38 Jahre alte Dardai ist kein Typ für Revolutionen: "Den Fußball kannst du nicht neu schreiben." So wird der Ungar gegen die Freiburger auf das bekannte 4-2-3-1-System setzen, auch um seine noch immer "etwas unsicheren" Profis nicht zu überfordern. Überhaupt gäbe es auch viele Parallelen zum U15-Jugendteam, dass er bei Hertha vor der Ablösung von Chefcoach Jos Luhukay trainiert hatte: "Ich habe ein paar Worte gesagt, das ist ähnlich wie bei den Kindern."

Bei Hertha stehen die zuletzt angeschlagenen Thomas Kraft und Per Skjelbred zur Verfügung. Vielleicht rückt sogar Afrika-Cup-Sieger Salomon Kalou nach seiner Rückkehr gleich in die Startelf. Kapitän Fabian Lustenberger (gesperrt), Abwehrmann Johannes van den Bergh und Offensivkraft Änis Ben-Hatira (verletzt) fehlen. Beim SC verlängert Nicolas Höfler die Ausfall-Liste, auf der bereits Stefan Mitrovic, Marc-Oliver Kempf, Christopher Jullien sowie die beiden Angreifer Admir Mehmedi und Nils Petersen stehen. Kapitän Julian Schuster hatte mit einer fiebrigen Erkältung zu kämpfen.© dpa