Zürich (dpa) - Sechs Monate nach dem Gewinn des Weltmeister-Titels möchte Manuel Neuer einen weiteren Gipfel als Fußballer erklimmen. In Zürich wird der Weltfußballer 2014 gekürt.

Der 28 Jahre alte Neuer vom FC Bayern München könnte bei der FIFA-Gala als erster Torwart überhaupt und als zweiter deutscher Fußballer nach Lothar Matthäus (1991) die prestigeträchtige Wahl gewinnen. "Ich werde den Abend genießen", kündigte Neuer unabhängig vom Verlauf an.

Sein Münchener Teamkollege Arjen Robben sieht aber nur geringe Chancen für Neuer. "Die Entscheidung wird von Australien über Afrika bis Amerika getroffen - es ist für Manuel ein kleiner Nachteil, dass Messi und Ronaldo zwei Marken sind, zwei Weltmarken sogar", sagte der Niederländer der "Bild"-Zeitung (Montag). "Es ist schon allein ein Sieg für Manuel, mit Messi und Ronaldo auf Augenhöhe zu sein."

"Favorit bin ich sicher nicht", weiß auch der Nationaltorhüter. Seine Konkurrenten in der Endauswahl sind Titelverteidiger und Champions-League-Sieger Cristiano Ronaldo von Real Madrid sowie der schon viermal erfolgreiche Argentinier Lionel Messi vom FC Barcelona.

Zuspruch erhält Neuer von einem anderen Weltmeister. Natürlich seien Ronaldo und Messi "großartige Spieler, die hätten das schon auch verdient", sagte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes der "Süddeutschen Zeitung". "Meine Wahl bleibt Manuel Neuer. Allein schon wegen unserer gemeinsamen Vergangenheit." Er und Neuer hatten von 2007 bis 2011 zusammen bei den Schalker Profis gespielt.

Auch für Bundestrainer Joachim Löw kann der Sieger nur Manuel Neuer heißen. "Alles andere als seine Wahl würde mich enttäuschen", sagte der Weltmeister-Coach. Abstimmen durften weltweit Nationaltrainer, Kapitäne und ausgewählte Journalisten. Löw hat natürlich für seine Nummer 1 gestimmt.

Neuer reist am Tag der Entscheidung in Begleitung von Robben, der gute Chancen auf eine Wahl in die Weltauswahl besitzt, direkt aus Doha in das 4500 Kilometer entfernte Zürich. Nach dem Gala-Abend geht es am folgenden Tag zurück an den Arabischen Golf, wo sich die Bayern auf die Rückrunde vorbereiten.

"Gehe dahin und habe Spaß. Wenn Du gewinnst, ist es gut, wenn nicht, ist es auch gut", gab Bayern-Trainer Pep Guardiola seinem Torwart mit auf den Weg in die Schweiz.

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge "befürchtet", dass wie im vergangenen Jahr erneut Cristiano Ronaldo gewinnt. Dabei müsste für Rummenigge Neuers Triumph in Brasilien mehr zählen als der Champions-Leguer-Gewinn von Ronaldo mit Real Madrid. "Die Weltmeisterschaft müsste in einem WM-Jahr den entscheidenden Faktor bilden. Sie ist das wichtigste Event", erklärte Rummenigge.

Es könnte ein erfolgreicher deutscher Abend in Zürich werden. Bundestrainer Joachim Löw werden gute Chancen eingeräumt, als Welttrainer die Nachfolge von Jupp Heynckes anzutreten. Nadine Keßler vom Champions-League-Sieger VfL Wolfsburg steht als Weltfußballerin zur Wahl. Und beim Frauen-Welttrainer kommen in Maren Meinert, die 2014 mit der U 20-Nationalmannschaft Weltmeister wurde, und Ralf Kellermann vom VfL Wolfsburg sogar gleich zwei der drei Nominierten aus Deutschland.© dpa