Es war einer der größten Skandale in der Geschichte des deutschen Fußballs: Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer hatte im Jahr 2004 zahlreiche Profispiele manipuliert. Zehn Jahre später werden nun auch Anschuldigungen gegen einen der damaligen Assistenten Hoyzers laut: Felix Zwayer. Der wurde erst jüngst zum Schiedsrichter des Jahres gekürt.

Nach Recherchen des "Zeit"-Redakteurs Oliver Fritsch soll Felix Zwayer damals Geld von Robert Hoyzer angenommen haben. Hoyzer selbst hatte monatelang Spiele manipuliert und sich von Wettbetrügern bestechen lassen. Er wurde im November 2005 zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt.

Nach Informationen der "Zeit" habe Zwayer am 30. Mai 2004 vor der Partie des Wuppertaler SV gegen die Amateure von Werder Bremen 300 Euro von Hoyzer erhalten, um "als Schiedsrichter-Assistent kritische Situationen für den Wuppertaler SV zu vermeiden". Das gehe aus einem Urteil des DFB von damals hervor. Der DFB habe von der Geldannahme Zwayers gewusst, dies aber nie publik gemacht.

Zwayer habe sich "grob sportwidrig" verhalten

Bereits bekannt war, dass Zwayer im Zuge des Wettskandals unter Verdacht stand. Seine Wohnung wurde damals von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Allerdings hatte der DFB das Ergebnis der internen Untersuchungen, das der "Zeit" nun aber offenbar vorliegt, unterschlagen. Darin stellte der DFB offenbar klar, dass sich Zwayer "grob sportwidrig" verhalten habe. "Es ist davon auszugehen, dass Felix Zwayer dem ersten Anwerbeversuch Robert Hoyzers nicht in der von einem redlichen Schiedsrichter zu erwartenden Art und Weise widersprochen und das Geld entgegengenommen hat", zitiert die "Zeit" aus dem DFB-Urteil.

Der DFB sperrte Zwayer damals für ein halbes Jahr. Diese Sperre hatte allerdings keine Auswirkungen, da Zwayer aufgrund seiner Zeugentätigkeit im Hoyzer-Fall ohnehin für sechs Monate nicht pfeifen sollte. Nach Ablauf dieser Frist war Zwayer wieder als Schiedsrichter aktiv. (tfr)