Hamburg (dpa) - HSV-Trainer Josef Zinnbauer fährt mit bescheidenen Zielen zum Fußball-Bundesligaspiel gegen den formstarken VfL Wolfsburg am Sonntag.

"Es wäre eine super, super Sache, wenn wir da einen Punkt mitnehmen würden - in der Phase, in der Wolfsburg gerade steckt", sagte der Coach des Hamburger SV, der Tribünengast beim 5:1-Europa-League-Sieg der "Wölfe" gegen FK Krasnodar war und nach eigener Auskunft eine "bärenstarke Mannschaft" sah.

Zwar ärgerte der HSV unter Zinnbauer schon vier Topvereine (0:0 gegen den FC Bayern, 1:0 gegen Dortmund, 1:1 gegen Hoffenheim und 1:0 gegen Leverkusen), aber keiner dieser Clubs habe so ein Momentum gehabt wie der zuletzt in sieben Pflichtspielen siegreiche VfL, sagte der Coach. "Wolfsburg ist gerade das Beste, was man so vor der Nase haben kann."

Er verteidigte die jüngste Defensivausrichtung der Hanseaten mit erst vier selbst erzielten Treffern nach zehn Spieltagen. "Chelsea hat mit José Mourinho auch wenig Tore geschossen und ist so schon Meister geworden." Man dürfe in der jetzigen Situation vom HSV nicht erwarten, "dass wir Filetstückchen auf den Platz bringen".

Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier betonte: "Wir müssen nun zusehen, dass wir spielerisch noch mehr bringen, gegen Leverkusen war alles nur über den Kampf."

Personell sind die Sorgen beim HSV weniger geworden. Offensivmann Nicolai Müller und Innenverteidiger Johan Djourou stehen laut Zinnbauer wieder im Kader - deren Fehlen im Testspiel gegen den niedersächsischen Oberligisten 1. FC Germania Egestorf/Langreder (8:2) am Dienstag sei "eine Vorsichtsmaßnahme" gewesen. "Auch Valon Behrami steht hoffentlich wieder zur Verfügung", sagte der Coach.

Der Einsatz von Marcell Jansen entscheidet sich wohl erst kurzfristig. Am Freitagnachmittag konnte der 45-fache Nationalspieler zumindest am Teamtraining teilnehmen. Sein Mittelfeldkollege Tolgay Arslan dagegen musste die Einheit nach einem Schlag auf den Oberschenkel abbrechen. "Aber das war nur vorsorglich", sagte ein HSV-Sprecher.© dpa