Istanbul (dpa) - Als türkischer Meister und Torschützenkönig zur EM? Für Mario Gomez könnte die Rechnung vor dem Rückrundenauftakt mit Besiktas Istanbul in der Süper Lig aufgehen.

Auch für Lukas Podolski hat sich der Wechsel an den Bosporus gelohnt, wenngleich sein Club Galatasaray mit den Spitzenteams nicht mithalten kann. Marko Marin droht dagegen bei Trabzonspor wieder der Abschied. Ein Überblick vor dem Rückrundenstart.

BESIKTAS: Normalerweise im ewigen Dreikampf der Istanbuler Spitzenklubs eher der Außenseiter, ist Besiktas in diesem Jahr obenauf. Nach überzeugender Hinrunde gehen die "Adler" als Tabellenführer vor den Stadtrivalen Fenerbahce und Galatasaray in die Rückrunde. Großen Anteil daran hat Mario Gomez, der mit bisher 13 Treffern gemeinsam mit Samuel Eto’o (Antalyaspor) die Torschützenliste anführt. Vorsicht ist aber geboten: Zuletzt brach die Mannschaft nach starker Hinrunde meistens ein. Rechtsverteidiger Andreas Beck ist optimistisch, dass es diesmal besser laufen wird: "Die Fans von Besiktas sind unglaublich begeisterungsfähig. Es wäre ein Traum, mit ihnen zusammen den Titel feiern zu können. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was dann hier los wäre."

FENERBAHCE: Erster Verfolger des Spitzenreiters ist Fenerbahce. Der Vizemeister nahm im Sommer viel Geld in die Hand und verpflichtete zahlreiche namhafte Spieler wie Robin van Persie, Nani oder Simon Kjaer. Trainer Pereira wurde in der Hinrunde mitunter für den eher unspektakulären Fußball seiner Mannschaft kritisiert, van Persie beschwerte sich dazu öffentlich über zu wenig Spielzeit. Die Ergebnisse geben Pereira aber Recht: "Fener" gewann acht der letzten zehn Ligaspiele, der Rückstand zu Besiktas beträgt nur einen Punkt.

GALATASARAY: Der Meister geht als Dritter in die Rückrunde. Der Rückstand zu Besiktas und Fenerbahce beträgt bereits elf beziehungsweise zehn Punkte. In der Champions League schieden die "Löwen" bereits aus, Trainer Hamza Hamzaoglu wurde nach Unstimmigkeiten mit der Vereinsführung entlassen. Immerhin lief es bei Lukas Podolski gut, der Nationalspieler erzielte wettbewerbsübergreifend zehn Treffer. Beim Rückrundenauftakt fällt der Nationalspieler aber verletzt aus. Beendet ist das Kapitel Istanbul bereits für Kevin Großkreutz. Nachdem er wegen eines Formfehlers beim Transfer in der Hinrunde nicht eingesetzt werden konnte, wechselte der Weltmeister zum VfB Stuttgart.

TRABZONSPOR: Was wird aus Marko Marin? Der ehemalige Nationalspieler packte nach seinem Wechsel von Werder Bremen zum FC Chelsea den Durchbruch nicht und wurde in den vergangenen Jahren immer wieder verliehen. Nach Stationen in Sevilla, Florenz und Anderlecht landete er bei Trabzonspor. Dort erwischte der Mittelfeldspieler einen vielversprechenden Start und wurde zunächst von der Presse gelobt. Inzwischen ist davon keine Rede mehr. In Trabzon hat es Marin mit einem mitunter hitzigen Umfeld zu tun. Die Fans sind als sehr kritisch bekannt, mit Mitspieler Aykut Demir leistete er sich im Training eine Rangelei. Zuletzt reichte es für Marin nur noch zu Kurzeinsätzen. Ein vorzeitiger Abgang aus Trabzon ist möglich, türkischen Medienberichten zufolge soll unter anderem Galatasaray an einer Verpflichtung interessiert sein. © dpa