Antalya (dpa) - Die türkischen Fans feierten ein Fußball-Fest mit politischen Botschaften gegen den Terror. Wenige Tage nach der Absage des Istanbuler Derbys sicherten 1600 Polizisten das Stadion in Antalya. Stunden vor dem Anpfiff wurde die Arena mit Spürhunden nach Bomben abgesucht.

Im Außenbereich wurde Fans ohne Ticket der Zugang weiträumig verwehrt. Drinnen gewann die türkische Fußball-Nationalmannschaft ihr Vorbereitungsspiel für die EM gegen Schweden mit 2:1 und rundete damit einen patriotischen Abend ab.

"Eine schöne Nacht", titelte die Sportzeitung "Fanatik". Die "Fotomac" bescheinigte der Mannschaft, "einen guten Eindruck" gemacht zu haben. Auch die Zuschauer hätten "Applaus verdient". Denn sie hatten vor dem Anpfiff der Hochsicherheitspartie mit einer Choreographie für Gänsehaut-Atmosphäre gesorgt.

"Die Kollegen sollen bitte die Tribünen zeigen", forderte der ehemalige türkische Nationalspieler Ridvan Dilmen von der Regie. "Das ist ein Anblick, nach dem wir uns alle gesehnt haben", betonte der als Kommentator für den übertragenden Sender TV8 arbeitende Ex-Profi. Was Dilmen derart beeindruckte, war ein rot-weißes Meer aus insgesamt 32 500 türkischen Fahnen, die vor dem Spiel auf den Plätzen der neuen Antalya Arena ausgelegt worden waren und nun von den Zuschauern geschwenkt wurden.

Es wurde zu einem Abend der Statements für nationale Einigkeit und gegen den Terror. Immer wieder hallten Sprechchöre durch das Stadion, wie "Welch ein Glück, sich Türke nennen zu dürfen". Die Spieler kamen mit einem Banner aufs Feld, auf dem stand: "Das Vaterland ist unteilbar."

Dank der beiden Treffer des ehemaligen Frankfurter Stürmers Cenk Tosun (32., 81.) war das Spiel auch sportlich ein Erfolg. Für die Schweden, die ihren Superstar Zlatan Ibrahimovic schonten, hatte Andreas Granqvist (74.) zwischenzeitlich ausgeglichen. Am Dienstag geht es für den EM-Teilnehmer mit dem nächsten Test in Wien gegen Österreich weiter.

Am vergangenen Sonntag war die Partie zwischen Galatasaray und Fenerbahce wegen einer Terrorwarnung abgesagt worden. Hintergrund war nach Angaben des Gouverneursamt eine ernstzunehmende Warnung der Sicherheitsbehörden. Tags zuvor hatte sich ein Selbstmordattentäter auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal in Istanbul in die Luft gesprengt. Dabei waren vier Touristen getötet worden.© dpa