Manchester (dpa) - Für das Pfeifkonzert in der Fußball-Kathedrale Old Trafford hatte sogar ManUnited-Trainer Louis van Gaal Verständnis.

"Sie haben das Recht zu buhen", bekannte der Niederländer nach dem 0:1 des englischen Fußball-Rekordmeisters im Heimspiel gegen den FC Southampton. "Ich kann das nicht leugnen, ich habe das das Spiel gesehen", fügte van Gaal hinzu.

Der Druck auf den glücklosen Coach wächst nach der blamablen Leistung wieder, Rückendeckung bei den Fans hat der einstige Bayern-Trainer schon lange nicht mehr. Ohne den verletzten Weltmeister Bastian Schweinsteiger schoss United nur einmal auf das gegnerische Tor. Der Rückstand auf Platz vier beträgt schon fünf Zähler.

Die englischen Medien gingen hart mit van Gaal ins Gericht. "Alles was über den Verlust von jeglichem Enthusiasmus unter van Gaal im Old Trafford gesagt wird, ist wahr. Old Trafford ist jetzt ruhig. Fast unheimlich", schrieb die "Daily Mail".

Seit der Premier-League-Gründung 1992 hatten die Red Devils noch nie so wenig Punkte nach 23 Spieltagen (37). "Die Besitzer-Familie Glazer hat van Gaal zuletzt immer den Rücken gestärkt. Aber jetzt dürfte auch ihre Geduld am Ende sein", urteilte das Boulevardblatt "The Sun". Als Nachfolgekandidaten gelten José Mourinho und Pep Guardiola.© dpa