Berlin (dpa) - Alles Kalou bei Hertha BSC! Mit seinem ersten Tore-Doppelpack im Berliner Trikot hat der neue Promi-Angreifer für eine kräftige Erlösung beim Hauptstadtclub gesorgt.

Der Ivorer drehte zum Auftakt des siebten Spieltages der Fußball-Bundesliga mit seinen Saisontreffern Nummer zwei (22. Minute/Foulelfmeter) und drei (64.) die Partie gegen den VfB Stuttgart. Mit dem 3:2 (1:1) sprangen die Herthaner erst einmal auf Rang zwölf. "Es war ein sehr schöner Fußball-Abend für Unbeteiligte, aber sehr, sehr nervenaufreibend für uns in der Schlussphase", sagte Hertha-Manager Michael Preetz.

Moritz Leitner hatte die Schwaben, die mit fünf Punkten im Tabellenkeller bleiben, früh in Führung gebracht (5.). Der Niederländer Roy Beerens machte den zweiten Heimsieg der Berliner nacheinander perfekt (74.). Das Eigentor durch Sandro Wagner (83.) sorgte in der Schlussphase noch einmal für Spannung, der Ausgleich gelang dem VfB aber nicht mehr. "Es war schwierig, in der Schlussphase den Vorsprung zu halten", sagte Berlins Trainer Jos Luhukay im TV-Sender Sky und lobte seine Elf für Moral und Siegeswillen. "Sie ist nach dem Gegentor nicht am Boden geblieben, sondern wieder aufgestanden", betonte der niederländische Coach.

Dabei waren in den Anfangsminuten der Flutlicht-Partie vor 46 312 Zuschauern im Olympiastadion die Gäste das aktivere Team. Die Stuttgarter demonstrierten in ihrer energischen Anfangsphase das Selbstbewusstsein aus dem ersten Saisonsieg gegen Hannover und gingen durch Leitners erstes Saisontor auch verdient in Führung.

"Wir haben uns vielleicht ein bisschen zu sicher gefühlt und haben es ihnen zu einfach gemacht", sagte Leitner und gab unumwunden zu: "Mit eine Niederlage in die Länderspielpause zu gehen, ist immer scheiße."

Obwohl der VfB auf Spielmacher Daniel Didavi (Oberschenkelzerrung) verzichten musste, waren die Gäste anfangs die engagiertere Mannschaft. Auf das frühe 0:1 antworteten die Herthaner mit Wut. Trainer Jos Luhukay hatte erstmals den Schweizer WM-Spieler Valentin Stocker in die Startelf gestellt, auch Änis Ben-Hatira durfte von Beginn an ran. Dafür musste der Brasilianer Ronny zunächst auf die Bank. Ein Kopfball von Kapitän Fabian Lustenberger (7.) ging noch am VfB-Tor vorbei. Nach einem Fehler von Jung-Nationalspieler Antonio Rüdiger kam Ben-Hatira zu spät (9.). Und die neue Stuttgarter Nummer eins Thorsten Kirschbaum reagierte gegen Salomon Kalou stark (19.).

Auch bei einem gefährlichen Schuss von Stocker war Kirschbaum noch einmal zur Stelle. Den Abpraller hatte Carlos Gruezo eigentlich schon unter Kontrolle, zögerte aber einen Moment zu lange und traf Stocker am Bein. Den fälligen Elfmeter verwandelte der ehemalige Champions-League-Sieger Kalou eiskalt. Kurz nach dem Lapsus holte Veh den unglücklichen Gruezo vom Platz und brachte Angreifer Timo Werner.

Die Zuschauer bekamen am Tag der deutschen Einheit in der Hauptstadt ein schwungvolles und attraktives Spiel zu sehen mit Chancen auf beiden Seiten. Preetz hatte nach dem 0:1-Rückschlag in Augsburg mehr Bereitschaft von seinen Profis gefordert - mit der gewünschten Wirkung. Die Gäste zeigten nach der Pause mehr Entschlossenheit und gewannen dadurch auch mehr Zweikämpfe. Einen Kopfball des eingewechselten Timo Werner parierte Kraft mit einem Reflex (50.). Der VfB hatte zunächst etwas mehr Spielanteile, die Tore erzielten aber die effektiven Gastgeber.

Rüdiger verlor naiv in der VfB-Vorwärtsbewegung den Ball - und der Hertha-Express ging ab. Stocker, einer der Auffälligsten an diesem Abend, schickte Kalou, der ganz cool zum 2:1 vollendete. Auch dem entscheidenden Treffer von Beerens ging ein Ballverlust der Gäste voraus. Beerens drückte die schöne Eingabe von Ben-Hatira über die Linie. Der Anschlusstreffer durch das Wagner-Eigentor per Kopf nach einem Freistoß von Leitner kam für die Stuttgarter zu spät.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 42,7 - 57,3

Torschüsse: 12 - 9

gew. Zweikämpfe in %: 44,4 - 55,6

Fouls: 18 - 15

Ecken: 3 - 7

Quelle: optasports.com© dpa