Hannover (dpa) - Ein Eigentor von Alexander Madlung hat Hannover 96 zwei Minuten vor dem Abpfiff einen kaum mehr für möglich gehaltenen Sieg gegen Eintracht Frankfurt beschert.

Nach dem späten Treffer des Innenverteidigers ins eigene Netz verlor der hessische Fußball-Bundesligist 0:1 (0:0) bei 96 und wartet nunmehr seit 1987 auf einen Sieg in Hannover. Die Gastgeber bejubelten vor 42 200 Zuschauern ihre drei Punkte und setzten sich in der Tabelle von Frankfurt ab. Die Eintracht kassierte vor den schweren Partien gegen die Spitzenteams aus München und Mönchengladbach bereits die vierte Pflichtspiel-Niederlage in Serie.

Die beiden im Pokal ausgeschiedenen Teams lieferten eine erst in der zweiten Halbzeit unterhaltsame Bundesligapartie ab. Die auf vier Positionen veränderte Gastgeber-Elf war klar überlegen, konnte ihre Dominanz aber zu wenig nutzen. Torchancen gab es erst spät, obwohl 96 allein in der ersten Halbzeit mehr als 70 Prozent Ballbesitz hatte.

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Mit dem vielversprechend spielenden Startelf-Debütanten Maurice Hirsch neben Manuel Schmiedebach auf der Doppel-Sechs war Hannover druckvoller. Doch es fehlten meist das Tempo und die zündenden Ideen, um die Überlegenheit zu nutzen und sich Einschussmöglichkeiten herauszuspielen.

Zum Ärger der Gastgeber wurde der Ball, der in der 19. Minute im Netz landete, von Schiedsrichter Sascha Stegemann nicht als Tor anerkannt. Bei Jimmy Briands Kopfball nach Joselu-Flanke entschied der Referee auf Stürmerfoul. Die 96-Fans hatten dafür ebenso wenig Verständnis wie der am Spielfeldrand heftig reklamierende Trainer Tayfun Korkut.

Herausgespielte Chancen gab es für Hannover ansonsten erst in der zweiten Halbzeit. Etwa als Hiroshi Kiyotake (49.) nach Pass von Schmiedebach am aufmerksamen Felix Wiedwald scheiterte wie kurz danach Joselu (55.). Zu einem Tor reichte es aber nur dank des bis dahin guten Madlung, der einen Ball von Kiyotake per Kopf ins eigene Netz beförderte.

Die ebenfalls auf vier Positionen veränderte Eintracht-Elf zog sich sehr weit zurück. Nach den vielen Gegentoren beschränkte sich das Team von Trainer Thomas Schaaf in Hannover vor allem auf die Defensive und tat fast nichts für das Spiel nach vorne. Bei Balleroberung wurde im Zweifelsfall nach hinten gespielt, statt einen Konter zu wagen.

Alexander Meier, der aufgrund der vielen Verletzten notgedrungen als Mittelstürmer auflaufen musste, bekam nur selten Anspiele. Der Mittelfeldspieler, der vor der Partie mit sechs Treffern so erfolgreich war wie die gesamte 96-Offensive zusammen, bemühte sich vergeblich. Seine einzige Chance ballerte er kurz vor Schluss weit über das Tor.

Auf der anderen Seite war Joselu der Stoßstürmer. Der in der vergangenen Saison noch für Frankfurt spielende Spanier erhielt jedoch trotz der 96-Überlegenheit wenig Pässe. Zudem hatte der 96-Angreifer in Eintracht-Innenverteidiger Madlung einen körperlich starken Gegenspieler, der ihn kaum zur Entfaltung kommen ließ.© dpa