Leverkusen (dpa) - Das Wiedersehen von Bayer Leverkusens Trainer mit seinem ehemaligen Verein SC Paderborn wäre um ein Haar bitter zu Ende gegangen. Erst kurz vor Spielschluss rettete der zwei Tage zuvor erstmals für die Nationalmannschaft nominierte Karim Bellarabi dem Werksclub das 2:2 (1:1).

Immerhin ein Zähler gegen den Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn. "Es war der erwartet starke Auftritt von Paderborn. Ein Punkt ist besser als kein Punkt", kommentierte Schmidt das Remis erleichtert. Vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena erzielte Bellarabi in der 90. Spielminute den Ausgleich.

Die Treffer zum 1:0 (20.) und 2:1 für die Ostwestfalen schossen Süleyman Koc (20. Minute) und Moritz Stoppelkamp (87.). Lars Bender (42.) schaffte den zwischenzeitlichen Ausgleich. "Meine Mannschaft hat eine bemerkenswerte Leistung gezeigt", freute sich Paderborns Coach André Breitenreiter über das Remis beim Champions-League-Starter.

Die Bayer-Profis waren müde: Das fulminante 3:1 in der Champions League gegen Benfica Lissabon drei Tage zuvor und die schnelle Folge von Spielen - gegen Paderborn stand die siebte Partie in 23 Tagen auf dem Programm - hatten Kraft gekostet. So schleppten sich die ausgelaugten Bayer-Profis in der ersten Halbzeit lange mehr schlecht als recht über den Rasen, produzierten viele Fehlpässe und kreierten wenige Chancen.

Von ihrem neuen Tempofußball und energischem Gegenpressing war fast nichts zu sehen. "Man hat der Mannschaft angemerkt, dass sie müde in den Beinen und auch im Kopf war", sagte Schmidt. Die erste große Tormöglichkeit der Leverkusener hatte Stefan Kießling erst in der 39. Minute. Nach einem klugen Querpass von Hakan Calhanoglu zog er aus 14 Metern ab, doch seinen präzisen Schuss ins rechte Eck lenkte Paderborns Torwart Lukas Kruse gerade noch an den Pfosten.

Viel präsenter, aggressiver und offensivfreudiger gingen die Paderborner zur Sache, die aber ebenfalls wenig Gefahr vor dem gegnerischen Gehäuse produzieren konnten. In der 20. Minute profitierten sie jedoch von einem kapitalen Schnitzer von Bayer-Keeper Bernd Leno. Bei einem zu langen Steilpass auf Koc eilte er aus dem Strafraum, trat aber beim Abwehrversuch über den Ball und der Paderborner konnte zum 1:0 ins leere Tor einschießen.

Die Leverkusener brauchten eine Weile, um sich von diesem Schock zu erholen und mehr Gegendruck aufzubauen. So gelang erst in der 42. Minute der 1:1-Ausgleich: Ein Schuss des von Bundestrainer Joachim Löw erstmals in den Nationalmannschaftskader berufenen Bellarabi aus 20 Metern konnte Paderborns Schlussmann Kruse nicht festhalten und Bender schoss aus Nahdistanz ein.

Nach dem Wiederanpfiff traten die Bayer-Profis nun munterer und entschlossener auf und hatten durch Bellarabi die Möglichkeit zum 2:1, doch Kruse fischte seinen Fernschuss mit einer Glanzparade aus dem oberen Toreck. Danach bestimmten die Leverkusener die Partie, die von der 72. Minute an nach der Roten Karte für Marvin Bakalorz nur gegen zehn Mann spielen mussten, gerieten aber durch Konter mehrmals unter Druck. "In Unterzahl haben meine Spiele wie Löwen gekämpft", lobte Breitenreiter.

In der 77. Minute geriet Bayer nach einer Faustabwehr von Leno an der Straferaumgrenze in Not, als Mario Vrancic postwendend direkt auf das Leverkusener Tor schoss und der zurückeilende 04-Torwart in letzter Sekunde noch parieren konnte. Zehn Minuten später war Leno gegen den heranstürmenden Stoppelkamp machtlos. Das 2:2 in einer hektischen Schlussphase gelang dann aber noch Bellarabi.

Die Spieldaten:

Ballbesitz in %: 64,5 - 35,5

Torschüsse: 21 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 50 - 50

Fouls: 25 - 18

Ecken: 9 - 2

Quelle: optasports.com© dpa