Lahm: "Es tut mir leid"
"Ich wollte Rudi Völler, Jürgen Klinsmann und andere Personen selbstverständlich nicht persönlich treffen oder gar beleidigen", so Lahm. "Vielmehr wollte ich, wie aus der Lektüre meines Buches zweifelsfrei hervorgeht, ehrlich meine Meinung über die Arbeit unter unterschiedlichen Trainern und zu verschiedenen Zeiten schildern und einige Hintergründe dieser Entwicklung beleuchten. Dies erscheint mir in der derzeitigen Diskussion verkürzt und überzogen rübergekommen zu sein. Das tut mir leid. Für Missverständnisse, die auf diese Weise entstanden sind, entschuldige ich mich hiermit bei allen Beteiligten."
In der kommenden Woche soll es vor dem Länderspiel gegen Österreich zu einem Gespräch der Sportlichen Leitung mit Lahm und dem Spielerrat kommen.
Vorab äußerten sich bereits Nationaltrainer Jogi Löw, Team-Manager Oliver Bierhoff und DFB-Präsident Theo Zwanziger zu dem Fall: "Es gibt einige Passagen in dem Buch, die mir nicht gefallen, weil hier ein Spieler einige Trainer, die lange und erfolgreich gearbeitet haben, öffentlich beurteilt. Auch darüber werden wir in der kommenden Woche sprechen", wird Löw auf der Internetseite des DFB zitiert.
Oliver Bierhoff ergänzt: "Wir wollen zwar mündige Spieler, die auch mal klar ihre Meinung sagen. Im konkreten Fall hat Philipp allerdings die Grenzen überschritten. Es war aber nach Bewertung des gesamten Buches für uns zu keinem Zeitpunkt ein Thema, Philipp als Kapitän abzusetzen, wie das schon von einigen spekuliert wurde."
"Unsere Nationalspieler müssen sich ihrer besonderen Verantwortung in der Öffentlichkeit bewusst sein. Dazu gehört auch der Respekt vor Persönlichkeiten des Fußballs, mit denen sie nicht immer einer Meinung waren oder sind", sagte Zwanziger zu dem Streitfall.
In der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beschäftigte sich die höchste Hierarchieebene intensiv mit dem umstrittenen Schriftstück des Nationalmannschaftskapitäns. Nach der Veröffentlichung erster Passagen aus Lahms launiger Fußball-Literatur ebbte die Kritik aus der Bundesliga derweil nicht ab.
"Es kann nicht sein, dass man über Trainer herzieht", sagte der Sportdirektor des VfB Stuttgart, Fredi Bobic. Bayer Leverkusens Trainer Robin Dutt schlug ähnliche Töne an. "Das ist ein absolutes Tabu-Thema. Man kann nur froh sein, dass man nicht Teammitglied von Philipp Lahm ist, weil man nicht weiß, was in den nächsten fünf Jahren veröffentlicht wird", sagte der Coach von Bayer Leverkusen.
Auch in Bremen reagierte man verwundert auf die ungewöhnlichen Ausführungen Lahms. "Ich bin lange dabei und habe noch kein Buch geschrieben. Mein Drang, mich mitzuteilen, ist sehr gering. Ich habe nur Auszüge gelesen und kann mir daher kein abschließendes Urteil erlauben. Aber es gibt gewisse Regeln, die man einhalten muss. Das gilt vor allem für interne Sachen", sagte Allofs.
Holger Stanislawski, Trainer von 1899 Hoffenheim, zeigte sich "traurig, dass heutzutage mehr über als mit den Menschen gesprochen wird. Es ist für mich unfassbar, wenn so negativ über Kollegen gesprochen wird. Offenbar haben die Leute, die das tun, zu viel Freizeit oder ihr eigenes Leben ist zu uninteressant."
Lahm hatte am Donnerstag beim FC Bayern München trainingsfrei und hält den richtigen "Zeitpunkt, über mein Buch zu reden", ohnehin nicht für gekommen. In den Handel geht das 265 Seiten dicke Werk am 29. August, offiziell vorgestellt wird es erst am 25. September - im Münchner Volkstheater. Der von Lahm gescholtene Magath versuchte es mit einer ironischen Replik. "Soll ich mir graue Haare wachsen lassen, wenn jemand, dem ich zum Bundesligaspieler verholfen habe und der im bezahlten Fußball zuvor noch keine Rolle gespielt hat, eine Meinung vertritt - so fundiert sie auch sein mag...", sagte Magath.
Lahms Sammelsurium an ausgeplauderten Team-Interna aus dem engsten DFB-Zirkel dürfte Löw nicht besonders lustig finden, obwohl ihm im Gegensatz zu den arg kritisierten Trainerkollegen Klinsmann, Völler, Felix Magath und Louis van Gaal durchweg geschmeichelt wird. "Jogi Löw ist ein präziser Denker mit einem guten Gespür für die taktischen Möglichkeiten einer Mannschaft", schreibt Lahm unter anderem über seinen Förderer.
616 Meinungen zu "Fall Lahm: DFB will sich äußern"
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willichauch
Montag, 02.01.2012, 14:22 Uhr hat der dfb sich geäusert über diesen schwätzer. -
anonymus1978
Montag, 05.09.2011, 15:12 Uhr @Sterneregen: Falsch ich habe nix gegen den Spieler Phillipp Lahm und auch nix gegen den FC Bayern. Nur wird immer wieder wenn ein Spieler zurecht kritisiert wird behauptet es habe was mit Bayernhass zu tun. Sachlich betrachtet beleidigt ein Spieler zu seiner aktiven Zeit gestandene Fussballgrößen - Klinsmann -Völler -mehrfach Meistertrainer van Gaal Wenn er jetzt bestürzt über die Reaktion der erwähnten Herren ist, hätte er sich eben vorher überlegen sollen, ob den Käse in seinem Buch veröffentlicht, zumal er noch nie Trainer war, und gar nicht den gesamten Horizont dieses Berufes aktuell überblicken kann. -
botschgerl
Sonntag, 04.09.2011, 13:14 Uhr nur kurz von mir : eine ganze Klasse besser ist der "Anpfiff" von Toni Schuhmacher. Knallhart und mit präzisen Aussagen. Und vor allem ohne die klägliche zurück und dann doch wieder vorruderei. Toni hat was geschrieben und ist auch dabeigeblieben mit allen Konsequenzen. Wie hat Schuhmacher gesagt : Besser ein Knick in der Karriere als ein Knick im Rückgrat. Allerdings möchte ich Phillip Lahm zugutehalten das er eigentlich noch ein Bubi ist. Solche "Lebenserfahrungen" sollte man erst am Ende seiner Karriere in einem Buch zusammenfassen. Da haben auch seine "Berater" kläglich versagt ! -
Schwanenfeder
Mittwoch, 31.08.2011, 15:10 Uhr Natürlich werde ich mir das Buch von ""LAHM""kaufen,wenn es auf dem Flohmarkt angeboten wird.Den gesparten Geldbetrag spende ich für einen guten Zweck,.-! -
Sternenregen
Samstag, 27.08.2011, 12:51 Uhr Was mir hier beim Durchblättern aufgefallen ist, es sind sehr viele User die hier mit ihrem 1. Beitrag lospoltern. Sind Leute dabei, die schreiben dann nur diesen einen bewussten Beitrag !!! Warum nur ? Warum keinen zweiten oder dritten ??? Schon erstaunlich, wie man als "Neuling" hier so zahlreich herfindet, in einem Thread der an Lächerlichkeit seines gleichen sucht. Meine Meinung dazu: Hier scheut jemand anscheinend keine Zeit und Mühe und will seinen großen Hass gegen den FC Bayern (und nur darum geht es hier) mit Mehrfachnicks untermauern. Leider wird das hier bei GMX/ Web.de immer mehr Mode. Wird Zeit das sich der Forenbetreiber hier was einfallen lässt. Die Foren werden sonst immer mehr zu Pöbelthreads. Diskussionen egal über welche Themen werden so unmöglich gemacht. -
Sternenregen
Samstag, 27.08.2011, 12:41 Uhr Schon recht lustig was hier so abgeht. Hat einer von euch das Buch schon gelesen ???? Nein ???? Wird einer von euch das Buch kaufen ???? Nein ???? Möchte mal vorausschicken, das ich auch nur den Kopf darüber schütteln kann, wenn jemand wie Lahm meint, er müsste ein Buch veröffentlichen. Hier ist man aber nicht wegen des Buches erzürnt, sondern weil es sich um einen Spieler des FC Bayern handelt. Würde es sich z.B. um Torsten Frings und nicht um Lahm handeln, kein Hahn würde danach krähen. So kocht aber natürlich die "Volksseele". Man verteidigt die tief verletzten Eitelkeiten von Bundestrainern wie Völler und Klinsmann. Nur mal ehrlich, was haben die beiden geleistet ??? Wer ein guter Fußballer ist, muß noch lange kein guter Trainer sein. Gerade Klinsmann hat vom Trainerjob keine Ahnung, sonst würde er nicht 25 Assistenten benötigen um den Job zu machen. Ich werde mir das Buch übrigens nicht kaufen und auch nicht lesen ! -
Meckernich
Samstag, 27.08.2011, 11:49 Uhr @Doug...S.85... entschuldige, habe Dir aus Versehen einen Daumen runter gegeben. Daumen hoch wäre mein Gedanke gewesen. Raus mit der Type aus der NM! Ich glaube, wenn man heute Spielführer ist, wird man Narzisst, komisch! Ein Hoch auf Fritz Walter - das waren noch Männer!
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