Mit neuer Aufstellung, einer verbesserten Einstellung und gelungenen taktischen Varianten von Bundestrainer Joachim Löw hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft Angstgegner Italien hochverdient mit 4:1 (2:0) abgefertigt. Vor allem Mario Götze und Kapitän Thomas Müller überragten. Die Einzelkritik.

Marc-Andre ter Stegen: Lautstarker Neuer-Ersatz. Beim Tor ohne Abwehrchance, aber fehlerhaft mit den Füßen. Erster Sieg im Nationaltrikot.
Antonio Rüdiger: Vehement im Zweikampf, manchmal noch zu ungestüm. Mehrfach ungenau im Aufbauspiel. Agierte zu zögerlich beim Gegentor.
Mats Hummels: Starkes Stellungsspiel, gutes Auge. War immer da, wenn er gebraucht wurde, zur Not per Foul (57.). Wichtiger Stabilisator.
Shkodran Mustafi: Der Dreierketten-Spezialist war umsichtiger Organisator der Defensive. Meistens Zweikampfsieger, Fehler bei Zaza-Chance (68.).
Sebastian Rudy: Brachte sich rechts sicher ins Aufbauspiel ein. Holte den Elfer zum 4:0 raus. Kann trotz fehlender Konstanz eine Alternative sein.
Mesut Özil: In ungewohnter Defensivrolle kam ihm die große Ballsicherheit zugute. Wurde im Zweikampf nicht groß gefordert. Eiskalt beim Elfer.
Toni Kroos: Traf wie gegen England per Flachschuss zum 1:0. Forderte immer den Ball, als Stratege in der Zentrale gesetzt. Gutes Paar mit Özil.
Jonas Hector: Glänzte als Premierentorschütze im 12. Länderspiel. Sicherte die linke Flanke hinten vorbildlich ab. Ein Gewinner der EM-Saison.
Mario Götze: Zurück in der Startelf erlöste er sich im 50. Länderspiel mit dem 17. Tor. Sehr spiel- und lauffreudig, bereitete noch das 3:0 vor.
Julian Draxler: Nach Doppelpass mit Götze starker Vorbereiter des 3:0. Wenn er sein Können zeigte, brandgefährlich. Alternative auf Reus-Posten.
Marco Reus: Übernahm nach einer Stunde Götzes Platz in der Sturmspitze. Suchte die Bindung, wenig Chancen zu Glanztaten.
Emre Can: Kam im fünften Länderspiel für den bejubelten Müller etwas weiter vorne als zuletzt zum Einsatz. Sehr dynamisch.
Matthias Ginter: Eingewechselt in der Schlussphase. Durfte so den Sieg noch auf dem Platz miterleben.
Kevin Volland: Kurzeinsatz in der Schlussphase. Der Hoffenheimer Stürmer fiel nicht mehr mit Offensivakzenten auf.
Christoph Kramer: Der WM-Finalist bekam noch ein paar Länderspiel-Sekunden.