(ska/ae) - Das bayerische Innenministerium reagiert auf den offenen Brief von FC-Augsburg-Präsident Walther Seinsch. "Ich nehme die Vorwürfe des FC Augsburg zum FCA-Spiel vom 15.12.2012 in Fürth sehr ernst. Ich habe daher vom Polizeipräsidium Mittelfranken umgehend eine Stellungnahme angefordert", erklärte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann auf unsere Nachfrage.

Die Art und Weise der Kritik überrascht jedoch den Politiker: "Bislang ist er in dieser Sache nicht an mich herangetreten. Insoweit ist das schon ein ungewöhnliches Vorgehen, derart schwere Vorwürfe in der Öffentlichkeit zu erheben."

In einem offenen Brief an das bayerische Innenministerium hatte Seinsch zuvor unter anderem den unverhältnismäßig aggressiven Umgang mit den Augsburg-Fans während des Auswärts-Spiels bei der SpVgg Greuther Führt kritisiert.

Seinsch bezieht sich in seinen Ausführungen auf Erlebnisse der FCA-Anhänger. Dabei hatte das Unterstützungskommando der bayerischen Polizei (USK) die Fußballfans eingekesselt und zurück in die Busse getrieben.

Im Bericht des Fanbeauftragten der Schwaben zu den Fankontrollen ist von "massiven Beleidigungen gegenüber den Personen" die Rede. Auch Frauen seien gezielt beleidigt und "intensivem Körpereinsatz ausgesetzt" worden.

Ein Fan erlitt nach Schlägen durch einen USK-Beamten einen Fingerbruch. Von den Anhängern selbst sei zu keinem Zeitpunkt Gewalt ausgegangen.

Seinsch rekapituliert auch andere Aufeinandertreffen mit dem USK - mit äußerst drastischen Worten: "Ich komme zu der Erkenntnis, dass die Fußball-Fans und auch normale Zuschauer als Ausbildungsobjekte (Stichwort Terrorbekämpfung) für das USK herhalten müssen und dass die Konfrontationen provoziert werden, um einen Ausbildungseffekt zu erzielen."