Berlin (dpa) - Ligapräsident Reinhard Rauball hat eine strikte Umsetzung des Financial Fairplay gefordert und dabei auch eine Suspendierung verschuldeter Vereine wie Paris St. Germain nicht ausgeschlossen.

"Financial Fairplay ist der Lackmustest für UEFA-Präsident Michel Platini. Er hat das angepackt und zum status quo geführt", sagte Rauball der "Sport Bild" und betonte: "Es kommt der Tag, an dem auch ein Top-Club mit Ausschluss bestraft wird."

PSG, das in der Champions League den FC Barcelona besiegte, war von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in der vergangenen Saison mit einer Geldstrafe belegt worden. Auf die Frage, ob das Financial Fairplay nur ein Papiertiger sei, antwortete Rauball: "Nein, ich bin überzeugt: Dann muss PSG irgendwann vom Europapokal ausgeschlossen werden."

Beim Financial Fairplay müssen Clubs laut UEFA "sicherstellen, dass sie sich an die Vorgaben halten, kostendeckend zu wirtschaften, d.h. dass sie nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen".

In der Debatte um mögliche Korruption bei den WM-Vergaben für 2018 an Russland und 2022 an Katar rechnet der Vereinschef von Borussia Dortmund in dem Bericht von FIFA-Chefermittler Michael Garcia nicht mit brisanten Enthüllungen. "Die unendliche Dauer und die ständigen Verschiebungen bis zur Abgabe des Garcia-Berichts lösen bei mir das Gefühl aus, dass der Bericht keine Anzeichen enthält, die auf Korruption bei der WM-Vergabe hindeuten", sagte Rauball.© dpa