Freiburg (dpa) - Der Empfang war nicht besonders freundlich. Als Oliver Baumann erstmals als gegnerischer Torwart den Rasen des Freiburger Schwarzwald-Stadions betrat, wurde er von den SC-Anhängern mit Buhrufen und Pfiffen bedacht.

In der Freiburger Fankurve wedelten sie mit kopierten Geldscheinen und sangen immer wieder: "Und kommt der Dietmar Hopp, mit dem Geldschein in der Hand, dann kommt der Olli Baumann, sofort angerannt."

14 Jahre lang hatte Baumann das Torwarttrikot des SC Freiburg getragen, ehe er sich im vergangenen Sommer dazu entschloss, den Club zu verlassen. Dass er sich als neuen Arbeitgeber ausgerechnet den dank der Millionen von Mäzen Dietmar Hopp enteilten badischen Rivalen ausgesucht hat, haben ihm die Anhänger im Breisgau nicht verziehen.

Doch Baumann ging gelassen damit um. "Das gehört dazu", sagte der Keeper. "Wenn man den Weg nicht mitgeht, den sie sich erhoffen und dann auch noch zum anderen badischen Verein geht, dann ist das ok."

In seiner Leistung ließ sich Baumann von den Reaktionen nicht beirren. Er hielt, was zu halten war und zog aus dem Empfang sogar noch etwas Positives. "Das ist eine andere Art der Bestätigung, aber es ist eine deutliche Bestätigung für meine Arbeit hier in all' den Jahren."© dpa