Bremen (dpa) - Champions-League-Teilnehmer FC Schalke 04 hat am fünften Bundesliga-Spieltag endlich den ersten Saisonsieg gefeiert - und das auswärts mit einer B-Elf. Ohne acht verletzte oder gesperrte Akteure gewann der Revierclub am Dienstag bei Werder Bremen mit 3:0 (0:0).

Rechtzeitig vor dem Derby gegen Borussia Dortmund am Samstag sorgten die Gelsenkirchener dafür, dass der Druck auf Trainer Jens Keller zumindest kurzfristig etwas abnimmt. "Das war für unser Selbstbewusstsein extrem wichtig", sagte der Trainer im TV-Sender Sky. "Die Erleichterung ist zu spüren", betonte auch Schalke-Schlussmann Ralf Fährmann.

Die Bremer kassierten dagegen die zweite Niederlage nacheinander und warten weiter auf das erste Erfolgserlebnis der Saison. Max Meyer (48. Minute) und Roman Neustädter (51.) brachten die Schalker vor 40 139 Zuschauern nach der Pause mit einem Doppelschlag in Führung, Tranquillo Barnetta (85.) machte den 3:0-Auswärtssieg perfekt. "In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft richtig gut gespielt", lobte Keller. Werder dagegen fand nach einem vielversprechenden Auftakt in die Partie nie die richtigen Mittel gegen die keineswegs überragenden, aber äußerst effizienten und konterstarken Schalker.

"Das Momentum liegt im Moment nicht bei uns, Schalke hat das clever gemacht. Wir müssen schleunigst zurück zu einer konsequenten Spielweise, in der Bundesliga wird jeder Fehler gnadenlos bestraft", sagte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin im TV-Sender Sky. Im Duell der beiden bisherigen Sieglos-Mannschaften machten die Bremer zunächst den engagierteren Eindruck und hatten durch Davie Selke die erste Chance - der Schuss des U-19-Europameisters ging vorbei (4.).

Die Schalker brauchten einige Minuten, um ins Spiel zu finden. Nach den mit Platzverweisen geahndeten Blackouts von Kevin-Prince Boateng und Julian Draxler am vergangenen Spieltag gegen Frankfurt musste der ohnehin personell gebeutelte Keller sein Team erneut umbauen. Sidney Sam kam für Draxler in die Elf, Marco Höger übernahm Boatengs Posten. Neu in die Mannschaft rückte Atsuto Uchida als rechter Verteidiger.

Nach einer Verunsicherungsphase zu Beginn harmonierte das Spiel der Königsblauen aber dann immer besser. Fünf Minuten vor der Pause hatte Dennis Aogo nach Zuspiel von Aushilfs-Kapitän Klaas-Jan Huntelaar die große Chance zum 0:1, verfehlte aber aus kurzer Distanz (41.).

In einer durch viele kleine Fouls und Unterbrechungen zerfahrenen ersten Hälfte hatte Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) immer wieder Mühe, die Gemüter der Protagonisten zu beruhigen, verteilte vier Gelbe Karten und musste immer wieder Besonnenheit anmahnen.

Die Drucksituation (Schalke vor dem Spiel mit zwei Punkten Drittletzter, Werder mit einem Zähler mehr und ebenfalls noch ohne Sieg auf Platz 13) war den 22 Spielern anzumerken. Die beste Chance der ersten 45 Minuten hatten die Bremer: Direkt im Anschluss an eine Ecke der Schalker starteten die Gastgeber einen blitzschnellen Konter. Fin Bartels legte quer auf Eljero Elia, doch der Niederländer scheiterte frei stehend am gut reagierenden Schalke-Keeper Ralf Fährmann (44.). Mit einem folgenschweren Patzer seines Gegenübers Raphael Wolf startete die zweite Halbzeit.

Nach einem Abschlag von Fährmann passte Huntelaar auf Meyer, dessen Linksschuss Wolf unter dem Bauch hindurch ins Netz rutschte. Nur drei Minuten später musste der Werder-Schlussmann erneut hinter sich greifen - beim Kopfball Neustädters zum 0:2 war er jedoch machtlos.

Keller hatte zu Beginn der zweiten Hälfte Christian Clemens für den wirkungslosen Sam gebracht und durfte sich dank der schnellen Führung in seiner Entscheidung bestätigt sehen. Seine Profis ließen nun jedoch in ihrer Konzentration nach und erlaubten Werder einige Möglichkeiten. Zlatko Junuzovic scheiterte mit einem Freistoß an Fährmann (56.), Assani Lukimya (57.) köpfte neben das Tor. Barnetta machte dann schließlich nach Zuspiel von Huntelaar alles klar.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 50,7 - 49,3

Torschüsse: 12 - 11

gew. Zweikämpfe in %: 53,3 - 46,7

Fouls: 17 - 15

Ecken: 6 - 5

Quelle: optasports.com© dpa