Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo droht eine kuriose Strafe: Sollte der Referee beim Champions-League-Spiel des FC Schalke 04 gegen NK Maribor (heute, 20:45 Uhr LIVE auf "Sky" und bei uns im Livescore) das Freistoß-Spray einsetzen, wird er wohl zur Kasse gebeten. Die Uefa hat inzwischen beschlossen, das Spray nicht vom Rasen zu verbannen.

Da das Spray laut eines von der "Bild"-Zeitung in Auftrag gegebenen TÜV-Gutachtens gegen EU-Normen verstößt, darf es nicht eingesetzt werden. Nutzt Schiedsrichter Carballo die Sprühdose dennoch, um wie bereits bei der WM 2014 üblich den Abstand zwischen Freistoßposition und Gegenspielern zu markieren, bekommt er von der Stadt Gelsenkirchen wohl ein Ordnungsgeld aufgebrummt. Martin Schulmann, Sprecher der Stadtverwaltung Gelsenkirchen, sagte zur "Bild"-Zeitung: "Sollte die Stadt Gelsenkirchen Kenntnis davon erhalten, dass nachgewiesenermaßen ein nicht zugelassenes Spray eingesetzt wird, wird das Ordnungsamt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten." Diese beträfe den unparteiischen Spanier Carballo, der der sogenannte "Verursacher" wäre. Die Höhe der Geldstrafe beziffert Schulmann auf 5 bis 55 Euro. Das sollte für Carballo allerdings zu stemmen sein: Er verdient pro Champions-League-Einsatz 4.800 Euro.

Die Uefa lässt sprayen

Laut TÜV ist der Einsatz des Sprays auch in anderen Partien innerhalb der EU nicht gestattet. Die Uefa hat den Sachverhalt inzwischen geprüft und will sich von den TÜV-Regularien nicht aufhalten lassen. In einer Mitteilung, die "bild.de" vorliegt, heißt es: "Die Uefa nimmt die Testergebnisse des TÜV Rheinland zum derzeit in verschiedenen Uefa-Wettbewerben verwendeten Freistoßspray zur Kenntnis. Der Uefa ist nun bekannt, dass auf der Sprühdose nicht alle relevanten Informationen in korrekter Form angegeben sind; das Produkt kann innerhalt der EU jedoch ohne Einschränkungen verwendet werden, da es keine Substanzen enthält, welche ein Verbot der Verwendung des Sprays erfordern."

Tatenlos bleibt die Uefa jedoch nicht: "Zudem wird die Uefa den Anbieter dazu auffordern, die Angaben auf der Verpackung schnellstmöglich zu korrigieren, oder den Anbieter gegebenenfalls wechseln. Aus diesen Gründen vertritt die Uefa die Ansicht, dass das Freistoß-Spray weiterhin in ihren Wettbewerben verwendet werden kann; die Schiedsrichter werden das Produkt auch weiterhin gemäß den von der Uefa erteilten Anweisungen einsetzen", heißt es in der Mitteilung weiter. (tfr/ska)