Hamburg (dpa) - René Adler war sichtlich verärgert. Im ersten Training, nachdem der Hamburger SV auf dem letzten Platz der Fußball-Bundesliga angekommen war, schien es, als wolle der 29-Jährige seinen Frust mit extra viel Eifer vertreiben.

Im Fünf-gegen-Fünf-Spiel der Reservisten grätschte er den Angreifern den Ball vom Fuß, legte nach Trainingsende eine Zusatzschicht ein - sein Konkurrent, Jaroslav Drobny, war da schon in der Kabine verschwunden.

Kurz zuvor, im Spiel gegen Hannover 96, hatte HSV-Trainer Mirko Slomka Drobny das Vertrauen geschenkt. Adler, der 2007 gegen den damaligen Schalke-Coach Slomka sein Bundesliga-Debüt gegeben hatte und lange als bester deutscher Keeper galt, blieb nur noch die Bank.

Doch auch mit Drobny verlor Hamburg. Als habe er geahnt, was folgt, verpasste Slomka dem Tschechen noch einmal eine ordentliche Standpauke: Minutenlang diskutierten Slomka und Drobny über die richtige Spieleröffnung, fuchtelten dabei energisch mit den Händen. Es war Slomkas letztes Training als Übungsleiter des HSV.

Adler könnte damit schon bald ins Tor zurückkehren. Noch vor Slomkas Entlassung hatten ihm Fans und Ehemalige den Rücken gestärkt - am Torwart habe der Tiefflug des HSV nicht gelegen. Möglich daher, dass Adler schon am Samstag gegen den FC Bayern sein Comeback geben darf.© dpa